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Der Bezirk Oberbayern bezuschusst viele Einrichtungen im Landkreis - Am 14. Oktober wird gewählt

Millionen für Soziales und Denkmalschutz

Altmannstein
erstellt am 10.10.2018 um 18:49 Uhr
aktualisiert am 13.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Altmannstein/Eichstätt (DK) Am 14. Oktober ist nicht nur Landtags-, sondern auch Bezirkstagswahl. Doch was genau macht der Bezirk eigentlich? Und was bringt er den Altmannsteiner Bürgern und insgesamt den Einwohnern im Kreis Eichstätt?
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Die Bezirksumlage im Jahr 2017 lag in Eichstätt bei knapp 26,2 Millionen Euro. Zunächst muss man sagen, dass der Landkreis Eichstätt im Bezirk Oberbayern im Vorjahr ein Nettozahler war. Das heißt, es ist weniger Geld vom Bezirk in den Landkreis zurückgeflossen, als dieser über die Bezirksumlage gezahlt hat. 689602 Euro weniger, um genau zu sein, wie Susanne Büllesbach, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bezirk Oberbayern und persönliche Referentin des Bezirkstagspräsidenten, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt.

Das war nicht immer so: In den Jahren 2015 und 2016 war der Landkreis Eichstätt Nettoempfänger, verschiedene Einrichtungen im Landkreis haben also mehr Zuschüsse vom Bezirk empfangen, als der Landkreis über Schlüsselzuweisungen an diesen gezahlt hat. Im Jahr 2016 waren es plus 887085 Euro, im Jahr davor 200372 Euro. Ursächlich dafür, dass der Landkreis im vergangenen Jahr zum Nettozahler wurde, ist laut Susanne Büllesbach "der Anstieg der Umlagekraft 2017 im Landkreis Eichstätt bei gleichbleibendem Hebesatz von 19,5 Prozent." Dies habe unter anderem zu einer höheren Bezirksumlage geführt. Dazu komme, dass im Bereich der Hilfe zur Pflege nach der Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade geringere Ausgaben abgerechnet wurden.

Dennoch flossen allein 2017 gut 25,5 Millionen Euro vom Bezirk in den Landkreis Eichstätt. Was geschieht mit diesem Geld? Hier die wichtigsten Förderstellen:

DENKMALPFLEGE

Unter anderem investiert der Bezirk das Geld in die Denkmalpflege. Heuer zum Beispiel haben Geld für ein neues Äußeres unter anderem die Kirchen St. Andreas in Beilngries-Wolfsbuch (rund 16200 Euro) und St. Lorenzi in Oberdolling (5000 Euro) bekommen.

2017 gab der Bezirk Oberbayern insgesamt 202000 Euro für Denkmalpflege aus. Rund 12000 Euro flossen in den Erhalt der Filialkirche St. Blasius Beilngries-Kirchbuch. Es musste die Statik gesichert werden. In Dörndorf gab der Bezirk rund 9000 Euro zur Sanierung der Wirtschaftsgebäude des historischen Pfarrhofs dazu. Und in Schamhaupten konnten sich die Eigentümer der Schwabenmühle über einen Beitrag von 11500 Euro zur Sanierung der Alten Mühle freuen.

Im Jahr 2015 waren es insgesamt 235000 Euro von 1,68 Millionen für ganz Oberbayern, die der Landkreis Eichstätt für Denkmalpflege vom Bezirk Oberbayern bekam. Mit 50000 Euro förderte er die Instandsetzung des Gebäude-Ensembles Leistmühle in Altmannstein. Die Räume sollten für die ambulante Jugendhilfe und die Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen genutzt werden. In die Sanierung des Anna-Schäffer-Geburtshauses in Mindelstetten flossen weitere 15000 Euro. Das Geburtshaus hatte neben Feuchteschäden und Rissen ein undichtes Dach.

Im Jahr 2012 unterstützte der Bezirk im östlichen Landkreis Eichstätt mit 22500 Euro die Instandsetzung und den Umbau des ehemaligen Brauerei-Eiskellers in Altmannstein-Schamhaupten, in dessen südlichem Teil Wohnungen entstehen sollten. 2011 wurde das Rathaus von Beilngries umgebaut und saniert mit einer Unterstützung von 40000 Euro vom Bezirk. Und 2010 stellte er 10000 Euro für Sanierungsarbeiten an der Filialkirche Maria Opferung in Pförring-Pirkenbrunn zur Verfügung. Doch die Denkmalpflege ist nur ein kleiner Bereich, in dem der Bezirk wirkt.

SOZIALES

Viel Geld- nämlich jährlich rund 90 Prozent des Bezirkshaushalts - fließt in die Sozialhilfe, besonders in die Hilfe zur Pflege sowie die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen. Im Landkreis Eichstätt wurden 2017 allein neun Einrichtungen zur ambulant komplementären Versorgung mit 1,6 Millionen Euro gefördert, wie Susanne Büllesbach mitteilt. Unter anderem unterstützt der Bezirk die Tagesstätte Lichtblick (Caritas), den sozialpsychiatrische und gerontopsychiatrische Dienst mit Außensprechstunden in Kösching und Beilngries und die Suchtberatungsstelle Blaues Kreuz mit Außensprechtagen in Altmannstein. Im Herbst 2017 ist außerdem der Krisendienst Psychiatrie für die Region ans Netz gegangen. Das Geld des Bezirks kommt auch Wohneinrichtungen mit ambulanten oder stationären Plätzen zugute, außerdem den Lebenshilfe-Werkstätten der Region 10, die in Gaimersheim eine Förderstätte mit zwölf Plätzen hat. In Eichstätt hat der Bezirk im Bereich der Behindertenhilfe mit sechs Kitas und Krippen Verträge abgeschlossen und fördert 16 Integrationsplätze. Außerdem ist der Bezirk Oberbayern zusammen mit der Stadt Ingolstadt Träger des Klinikums Ingolstadt, des großen Versorgungskrankenhauses in der Region 10, so Susanne Büllesbach weiter.

Allein im Landkreis Eichstätt nehmen 247 Menschen Leistungen im Bereich der stationären Hilfe zur Pflege in Anspruch, 1087 Menschen Leistungen im Bereich der Hilfen für Menschen mit Behinderung, weiß die Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie alle - und noch viele mehr - profitieren vom Bezirk.

BILDUNG UND KULTUR

Der Bezirk Oberbayern ist nicht nur Träger von Förderschulen, sondern auch von beruflichen Bildungseinrichtungen. Er betreibt verschiedene Berufsbildende Schulen, darunter das Berufsbildungswerk München für junge Leute mit Handicaps im Bereich Hören und Sprache.

In seinem Aufgabenbereich liegt auch die Förderung der Kultur. Er betreibt mehrere Museen und Künstlerhäuser und ist an mehreren Zweckverbänden und Stiftungen beteiligt. Unter anderem am Zweckverband des Kelten und Römer Museums Manching.

Des Weiteren engagiert sich der Bezirk in den Bereichen Umwelt und Naturschutz sowie Heimatpflege. In seiner Zuständigkeit liegen beispielsweise die beiden Fachberatungen für Fischerei sowie für Imkerei.

Als politisches Gremium fällt der Bezirkstag die Entscheidungen auf oberbayerischer Ebene. Ihm gehören 67 Mitglieder an, der aktuelle Vertreter aus dem Landkreis Eichstätt ist Reinhard Eichiner (CSU). Er bewirbt sich bei der Wahl am 14. Oktober, die parallel zur Landtagswahl in Bayern stattfindet, zusammen mit zehn weiteren Kandidaten der verschiedenen Parteien (siehe Kasten) um den Platz als direkt gewählter Vertreter aus dem Stimmkreis im Bezirkstag. Dazu kommen noch einige Personen aus dem Landkreis, die über die Listen ein Mandat holen wollen.
 

KANDIDATEN AUS DEM STIMMKREIS EICHSTÄTT

Die Direktkandidaten, die für den Stimmkreis Eichstätt kandidieren: 
  • CSU: Reinhard Eichiner, Verwaltungsoberrat a.D. und Bezirksrat aus Schernfeld.
  • SPD: Andrea Mickel, Bürgermeisterin aus Gaimersheim.
  • Freie Wähler: Andreas Steppberger, Oberbürgermeister aus Dollnstein.
  • Grüne: Alexander Preiß, Schreiner aus Mörnsheim.
  • FDP: Richard Hell, Gastwirt aus Eichstätt.
  • Die Linke: Stefanie Kirchner, Gesundheits- und Krankenpflegerin aus Ingolstadt.
  • ÖDP: Elisabeth Loderer, Studienrätin im Förderschuldienst aus Wellheim (Ortsteil Biesenhard).
  • Bayernpartei: Herbert Peppenauer, Gastwirt aus Eichstätt.
  • AfD: Oskar Lipp, Angestellter aus Ingolstadt.
  • Freie Liste Oberbayern: Markus Hermann, Berufsschullehrer aus Eichstätt.
  • Die Partei: Michael Kister, freiberuflicher Journalist aus Denkendorf. DK
Isabel Ammer
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