Dienstag, 11. Dezember 2018
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Der frühere Kelheimer Landrat schafft das drittbeste Gesamtergebnis der FW-Kandidaten in Niederbayern

Hubert Faltermeier erobert Sitz im Landtag

Kelheim
erstellt am 16.10.2018 um 19:06 Uhr
aktualisiert am 20.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kelheim (rat) Der frühere Kelheimer Landrat Hubert Faltermeier zieht in den bayerischen Landtag ein. Der 69-jährige FW-Politiker holte bei der Landtagswahl am Sonntag das drittbeste Gesamtstimmenergebnis in Niederbayern und sicherte sich damit einen Sitz im Münchner Maximilianeum. Das bestätigte er im Gespräch mit dem DONAUKURIER.
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Hubert und Hubert wollen in Zukunft gemeinsam für die Freien Wähler im Landtag den Karren ziehen. Die Zusammenarbeit mit Hubert Aiwanger (2.v.r) sei hervorragend, erklärte der frühere Kelheimer Landrat Hubert Faltermeier (links).
Hubert und Hubert wollen in Zukunft gemeinsam für die Freien Wähler im Landtag den Karren ziehen. Die Zusammenarbeit mit Hubert Aiwanger (2.v.r) sei hervorragend, erklärte der frühere Kelheimer Landrat Hubert Faltermeier (links).
Hagl (Archiv)
Kelheim
Kurios: Faltermeier war 2016 als Kelheimer Landrat in Pension gegangen. Als sein Nachfolger setzte sich bei der Wahl der damalige CSU-Landtagsabgeordnete und Integrationsbeauftragte Martin Neumeyer durch. Zwei Jahre später gelingt dem früheren Landrat Faltermeier nun der Sprung in den Landtag. Damit wird der Kreis Kelheim künftig wieder von zwei Landtagsabgeordneten vertreten, denn Petra Högl (CSU) aus Volkenschwand sicherte sich das Direktmandat.

Faltermeier freute sich gestern gleichermaßen über sein persönliches Ergebnis wie auch über das der Freien Wähler im Kreis Kelheim, welches das beste seiner Gruppierung in allen bayerischen Stimmkreisen ist. Denn der Gesamtstimmenanteil lag am Ende bei 24,6 Prozent für die Freien Wähler. Zum Vergleich: Im ganzen Freistaat landete die Partei Hubert Aiwangers bei 11,6 Prozent. Faltermeier war zwar auf Erststimmenjagd gegangen und hatte dabei immerhin 23,8 Prozent erzielt, war aber Petra Högl mit 35,5 Prozent unterlegen. Da für die Gesamtwertung aber die Erst- und Zweitstimmen addiert werden, kam der gebürtige Weltenburger in Summe auf 15688 Stimmen, was am Ende locker für den Sprung ins Maximilianeum reichte.

Dort will der promovierte Jurist vor allem seine kommunale Erfahrung aus 24 Jahren Landratstätigkeit in die Waagschale werfen: "Ich will im Landtag den ländlichen Raum und natürlich den Kreis Kelheim vertreten." Dabei möchte er sein Augenmerk darauf legen, dass den Kommunen keine zusätzlichen Belastungen aufgebürdet werden. Zudem will Faltermeier der überzeugte Gegner des geplanten dritten Nationalparks Donauauen bleiben, der er bereits bislang war. Vorantreiben will er auch die Ausbaggerung der Schiffsanlegestelle Weltenburg, wo eine Kiesbank die Donauschiffe bei Niedrigwasser am Anlanden hindert. Das war bereits eines seiner Hauptthemen während seiner Wahlkampfveranstaltungen im Kreis Kelheim gewesen.

Faltermeier hat keine Zweifel, dass er mit seinem Vornamenskollegen Hubert Aiwanger im Landtag hervorragend zusammenarbeiten wird. "Wir sind beide aus Niederbayern und sprechen eine klare Sprache." Ambitionen auf höhere Ämter hat der Kelheimer aber nicht: "Es soll ja Leute geben, die bei offenem Fenster schlafen, damit sie den Ruf nicht überhören - mein Fenster ist geschlossen." Sieben-Tage-Wochen, wie bei Spitzenpolitikern üblich, hätten ihn während seiner Zeit als Landrat über Jahrzehnte begleitet. Der Zusammenarbeit mit seiner CSU-Kollegin Petra Högl zum Nutzen des Kreises Kelheim blickt er mit Zuversicht entgegen: "Sie ist eine freundliche und engagierte Frau, sie ist sachlich und vernünftig."

Die Koalition der Freien Wähler mit der CSU bezeichnet Faltermeier als sinnvoll. Allerdings müsste die kleinere Partei aufpassen, von den Christsozialen nicht über den Tisch gezogen oder nach und nach zermürbt zu werden. Das Schicksal der FDP, die nach einer Regierungsperiode an der Seite der CSU aus dem Landtag flog, sollten die Freien Wähler auf keinen Fall teilen.

Dass Aiwanger dem Ministerpräsidenten Markus Söder das Wasser reichen kann, steht für Faltermeier außer Frage. Natürlich habe Söder einen Erfahrungsvorsprung und die Maschinerie der Staatskanzlei auf seiner Seite. "Aber Aiwanger ist ebenfalls ein Alphatier." Der frühere Chef des Kreises Kelheim geht davon aus, dass die Koalitionsverhandlungen hart werden. Dennoch hofft er auf einen Geist der Fairness bei den beiden möglichen Partnern: "Es darf nicht einer dem anderen die Lederhose herunterziehen."

Hubert Faltermeier hatte im Frühjahr dieses Jahres seinen Hut nochmals in den politischen Ring geworfen, nachdem die Freien Wähler im Kreis Kelheim auf ihn zugekommen waren. "Ich habe mich nicht aufgedrängt", betont er. "Aber natürlich habe ich aufgrund meines Alters gründlich überlegt, ob ich das machen will." Er habe sich Chancen ausgerechnet, jedoch könne man eine Wahl nie kalkulieren. "Aber ich habe in meinem politischen Leben immer viel Glück gehabt." Faltermeier will im Landtag eine sachliche Arbeit leisten, zum Parteisoldaten tauge er aber nicht, meint er. "Ich strebe keine politische Karriere mehr an, das gibt mir Freiheiten."
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