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Autofahrer dürfen sich auf ihrem Nummernschild zwischen KEH, RID, MAI, PAR und ROL entscheiden

Die Qual der Wahl

Kelheim
erstellt am 18.01.2013 um 21:34 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 23:32 Uhr | x gelesen
Kelheim/Riedenburg (sja) Das RID-Kennzeichen kommt zurück. Der Kelheimer Landrat Hubert Faltermeier (FW) hat sich für die Wiedereinführung der alten Abkürzungen entschieden. Begeistert ist er davon nicht. Denn ab Sommer haben die Autofahrer im Kreis die Wahl zwischen fünf Buchstabenfolgen.
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Kelheim: Die Qual der Wahl
Welches Kürzel hätten S’ denn gern? Landrat Hubert Faltermeier zeigt die fünf möglichen Kennzeichenabkürzungen, die ab Sommer im Landkreis erlaubt sind. Glücklich ist der FW-Politiker mit dieser Vielfalt allerdings nicht - Foto: Janda
Kelheim
KEH, RID, MAI, PAR oder ROL? Die Autofahrer im Kelheimer Land haben künftig die Qual der Wahl. Denn das heutige Kreisgebiet war vor der Gebietsreform im Jahr 1972 auf fünf Landkreise aufgeteilt – Kelheim, Riedenburg, Mainburg, Parsberg und Rottenburg an der Laaber. Mit ebenso vielen Kfz-Kennzeichen, die bald wieder zurückkehren. Ab Sommer dürfte es also auf den Kelheimer Nummernschildern ein ordentliches Durcheinander geben. Auch zum Ärger des Kreischefs. Der sieht in dieser neuerlichen Vielfalt null Vorteil. „Es gibt keinen großen Nutzen“, sagte er am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. Seiner Meinung nach stellt die Wiedereinführung sogar einen Rückschritt in der Entwicklung des Landkreises dar. 40 Jahre nach seiner Entstehung wächst das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen nur langsam. Der Wunsch vieler Bürger nach den alten Kennzeichen – vor allem aus dem südlichen Kreisgebiet – erscheint ihm deshalb völlig schleierhaft. Gleichzeitig stört ihn die fehlende räumliche Abgrenzung innerhalb der heutigen Landkreise. „Ein Riedenburger darf mit MAI herumfahren oder ein Kelheimer mit PAR – das sind also wirklich Wunschkennzeichen.“

Verwundert zeigt sich der FW-Politiker auch über die Tatsache, dass die Landesregierung den bayerischen Landräten die Entscheidung über die Wiedereinführung überlässt. „Wir werden bei anderen Gesetzen auch nicht gefragt“, erklärte er. Dennoch will Faltermeier die politischen Gremien nicht in seine Wahl einbeziehen. „Ich könnte den Kreistag fragen – das ändert aber nichts an meiner Entscheidungspflicht.“

Allein ist Faltermeier mit seiner ablehnenden Meinung nicht. Bei einem Treffen der niederbayerischen Landräte waren sich die Kreischefs seinen Worten zufolge einig, die Regelung „nicht zu begrüßen“. Und auch im Landkreistag sei „niemand vor Freude an die Decke gesprungen“, erklärte er.

Dass er dennoch bereits wenige Tage nach dem Beschluss des bayerischen Kabinetts vom Montag seine Zustimmung signalisiert, hat mehrere Gründe. Zunächst war eben jener Druck aus dem Mainburger Raum mitentscheidend, wie Faltermeier betonte. Wie berichtet, kämpft die dortige Bevölkerung seit Jahren mit Feuereifer für ihr MAI-Kürzel. „Außerdem gibt es bei uns die Sondersituation mit den zwei ehemaligen Kreisstädten Riedenburg und Mainburg.“ Sollte er sich der Wiedereinführung verweigern und beispielsweise die Kreise Eichstätt oder Neumarkt ja sagen, dürften sich die Bürger dort RID auf ihr Kennzeichen schreiben, die Riedenburger selbst allerdings nicht.

Wann die ersten neuen Altkennzeichen auf den Straßen des Landkreises unterwegs sind, steht noch nicht endgültig fest. Andreas Tremmel, der zuständige Sachgebietsleiter am Landratsamt, rechnet mit einem Termin „frühestens Mitte Juli“. Ihr Wunschkennzeichen können sich die Bürger wohl auch erst kurz vor der Einführung reservieren lassen. Das Problem liegt laut Tremmel in der Technik. „Unsere Software muss erst umgestellt werden“, sagte er. Und das kostet Zeit.

Anfragen gibt es hingegen schon jede Menge. „Vor allem im Süden spüren wir einen gewissen Druck.“ Aus der Riedenburger Ecke sei es bislang bei gelegentlichen Nachfragen geblieben. Damit bestätigt sich, was Bürgermeister Michael Schneider (CSU) seit Monaten immer wieder betont: dass seine Bürger keinen allzu großen Wert auf ihr altes Kennzeichen legen. Gleiches gilt noch in den übrigen Kommunen des Altlandkreises Riedenburg. Und auch die Landräte Anton Knapp (Eichstätt) und Albert Löhner (Neumarkt) haben sich nicht endgültig festgelegt.

Dennoch warten die Experten in der Kelheimer Zulassungsstellen auf die Entscheidungen der Nachbarschaft. Sobald feststeht, was dort passiert, beginnt die Arbeit an einem System, das Doppelbelegungen von Kennzeichen verhindern soll. Wie diese Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Behörden funktionieren soll? Das weiß noch niemand.

 

Von Stefan Janda
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