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Landkreis und Markt Siegenburg treiben die Umwandlung des Areals voran

Schießplatz soll Naturschutzgebiet werden

Kelheim
erstellt am 23.01.2014 um 19:44 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 23:37 Uhr | x gelesen
Kelheim (DK) Der Landkreis Kelheim treibt das Verfahren zur Ausweisung des Luft-Boden-Schießplatzes in Siegenburg in ein Naturschutzgebiet mit Hochdruck weiter voran. Der Kreisausschuss beschloss in seiner jüngsten Sitzung die Formulierung eines Antrags mit dem Inhalt, das rund 2,6 Quadratkilometer umfassende, naturschutzfachlich äußerst wertvolle Areal in das Nationale Kulturerbe der Bundesrepublik Deutschland aufzunehmen.
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Seit der Ankündigung des damaligen Verteidigungsstaatssekretärs Christian Schmidt (CSU) vor knapp einem Jahr, das seit den 1930er Jahren militärisch genutzte Gelände mitten im Landkreis Kelheim zu schließen, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, die jahrzehntelang praktisch unberührte Fläche in ein Naturschutzgebiet umzuwandeln. Obwohl die US-Army noch nicht abgezogen ist, treiben der Landkreis und der Markt Siegenburg das dazu notwendige Verfahren bereits seit vielen Monaten voran.

Bereits im April vergangenen Jahres hatte Landrat Hubert Faltermeier (Freie Wähler) bei der Höheren Naturschutzbehörde an der Regierung von Niederbayern die „Ausweisung des Luft-Boden-Schießplatzes als Naturschutzgebiet“ beantragt. Parallel dazu hatte der Markt Siegenburg unter Federführung von Bürgermeister Franz Kiermaier (CSU) die Weichen für eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans gestellt.

Nun besteht die Möglichkeit, das Gelände nach dem Abzug der Amerikaner, der im Zusammenhang mit einer größeren Umstrukturierung der US-Streitkräfte in Europa und Asien steht und daher noch ein wenig auf sich warten lässt, in die dritte Tranche des Nationalen Kulturerbes aufzunehmen. Die Kommunalpolitiker sehen darin die einmalige Chance, den Natur- und Artenschutz dort dauerhaft zu sichern und zu entwickeln.

Aus naturfachlicher Sicht besteht ohnehin kein Zweifel am Wert dieser einmaligen, naturbelassenen Flächen, die derzeit als FFH- und SPA-Gebiet bei der EU gemeldet sind und daher bereits einen gewissen Bestandsschutz genießen. Über die Jahre hinweg hat sich in dieser Abgeschiedenheit ein Rückzugsgebiet für eine Vielzahl seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Mit rund 120 Hektar offener Heidelandschaft sowie etwa 150 Hektar Kiefernwald zählt der Standort nach der Meinung von Experten zu den „wenigen noch existierenden, großflächigen Sandrasen-Komplexen in Bayern“. Und den gelte es unter allen Umständen zu erhalten, betont Landrat Faltermeier.

Das sieht man bei der DBU Naturerbe GmbH offensichtlich genauso. Dem Vernehmen nach gibt es von dort bereits entsprechende Signale, das Areal übernehmen zu wollen. Die im Jahr 2007 gegründete gemeinnützige DBU Naturerbe GmbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), wird nach eigenen Angaben 47 großräumige Liegenschaften – rund 60 000 Hektar in neun Bundesländern – langfristig für den Naturschutz sichern. Diese Naturerbeflächen, bei denen es sich überwiegend um ehemalige Militärübungsplätze handelt, werden der DBU Naturerbe GmbH dazu in den nächsten Jahren nach und nach übergeben.

Donaukurier
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