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Daniel Stephan bewirbt sich um Direktmandat für die Landtagswahl

Grüne küren Kandidaten

Kelheim
erstellt am 12.01.2018 um 19:09 Uhr
aktualisiert am 17.01.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Kelheim (DK) Die Grünen im Kreis Kelheim haben ihr Kandidatenquartett für die Landtags- und Bezirkstagwahlen am 14. Oktober nominiert. Um das Direktmandat im Landtag bewirbt sich der 33-jährige Kelheimer Daniel Stephan, Listenkandidat ist der 62-jährige Abensberger Stadt- und Kreisrat Richard Zieglmeier.
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Kelheim: Grüne küren Kandidaten
Die beiden Kreisräte Christiane Lettow-Berger (links) und Karl Mirwald (rechts) werden ihre Parteifreunde Daniel Stephan (von links), Richard Zieglmeier, Christian Rank und Dagmar Günther im anstehenden Landtags- und Bezirkstagswahlkampf unterstützen. - Foto: Bruckmeier
Kelheim

Direktkandidat zum Bezirkstag ist der 51-jährige Kelheimer Stadtrat Christian Rank, auf der Liste kandidiert die 54-jährige Dagmar Günther aus Rohr. Angesichts des am gleichen Tag veröffentlichten Bayerntrends des BR-Politmagazins "Kontrovers" herrschte am Mittwochabend natürlich gute Stimmung auf der Kreisversammlung der Grünen in Kelheim. Den Umfragen zufolge sind die Grünen hinter einer schwächelnden CSU mit 40 Prozent und der SPD mit 16 Prozent die drittstärkste politische Kraft im Freistaat. Mit 14 Prozent liegt die Partei deutlich vor der AfD mit zehn Prozent und den Freien Wählern mit sieben Prozent, während die FDP bei derzeit fünf Prozent um den Einzug ins Maximilianeum zittern muss.

Die Kür der vier Kandidaten durch die 13 anwesenden Parteimitglieder ging reibungslos über die Bühne. Nachdem der Abensberger Stadt- und Kreisrat Richard Zieglmeier auf eine erneute Direktkandidatur zum Landtag verzichtet hatte, war der Weg für Daniel Stephan frei. Der 33-jährige Kelheimer ist seit 2003 Parteimitglied und seit 2016 neben Dagmar Günther einer der beiden Kreissprecher der Grünen. Im Wahlkampf habe er bereits erste Erfahrungen sammeln können, sagte er. Daher traut sich der IT-Servicetechniker nach eigenem Bekunden eine solche Kandidatur zu und will damit "jetzt in die erste Reihe treten".

Daniel Stephan trat am Mittwochabend mit keinem ausformulierten Wahlprogramm an. Das weiß er selbst und versprach seinen Parteifreunden, daran in den nächsten Wochen und Monaten hart zu arbeiten. Seine politischen Schwerpunkte skizzierte er mit den Stichworten Ehrenamt, Jugend und Sicherheit, außerdem wolle er die aus seiner Sicht gefährliche soziale Schieflage auf dem Wohnungsmarkt thematisieren. Unterstützung bei der Formulierung eines Wahlprogramms sagten ihm die erfahrenen Fahrensleute der Grünen wie zum Beispiel Christiane Lettow-Berger zu.

Aus der Runde nach seiner Haltung zum geplanten dritten Nationalpark in den Donauauen befragt, wollte sich Stephan nicht festlegen. "Das ist ein sehr komplexes Thema", meinte er. Zwar tendiert er zur Ausweisung einer Schutzzone an den Donauufern, keinesfalls dürften damit allerdings die bisherigen Nutzungen, wie etwa die der Kanuten, eingeschränkt werden, betonte er. Am Ende erhielt der Kandidat neun von 13 abgegebenen Stimmen, ein Wahlzettel lautete auf Nein, einer war ungültig und zwei wiesen eine Enthaltung auf. Zwölf Ja-Stimmen bei einem ungültigen Wahlzettel entfielen im zweiten Wahlgang des Abends auf Richard Zieglmeier als Listenkandidat zum Landtag. Auf welchen Platz der 62-jährige Abensberger erscheinen wird, legt die Bezirksversammlung am 17. Februar in Plattling fest. Der Stadt- und Kreisrat setzt im anstehenden Wahlkampf nach eigener Aussage auf typisch grüne Themen wie den Erhalt der Biodiversität und den Kampf gegen das Artensterben und verwies in diesem Zusammenhang auch auf das Volksbegehren seiner Partei gegen den zunehmenden Flächenfraß durch weitere unkontrollierte Baulandausweisungen.

"Den sozialen Themen verbunden" fühlt sich dagegen Christian Rank, der mit zwölf Stimmen bei einer Enthaltung zum Direktkandidaten für den Bezirkstag bestimmt wurde. "Vor allem die Inklusion liegt mir am Herzen", meinte der Schreiner und dreifache Familienvater, der als Fachlehrer an der Bischof-Wittmann-Schule in Regensburg, einer schulvorbereitenden Einrichtung für Kinder mit Entwicklungsbeeinträchtigungen, tätig ist.

Mit allen 13 abgegebenen Stimmen nominierte die Kreisversammlung der Grünen ihre Kreissprecherin Dagmar Günther zur Listenkandidatin für den Bezirkstag. "Ich habe mich schon immer im sozialen Bereich engagiert, leider fallen diese Themen aber oft hinten runter", so die gelernte Garten- und Landschaftsgärtnerin, die jetzt einen kleinen Reitbetrieb in Rohr führt.

Laut Bayerntrend haben die Grünen gute Chancen, gestärkt in den Landtag einzuziehen. Im Landkreis Kelheim erreichte Richard Zieglmeier bei der Wahl im September 2013 als Direktkandidat ein persönliches Ergebnis von 5,27 Prozent. Das bedeutete hinter Martin Neumeyer von der CSU (53,40 Prozent), Johanna Werner-Muggendorfer von der SPD (18,02 Prozent) und Harald Hillebrand von den Freien Wählern (8,73 Prozent) Platz vier. Mit 7,07 Prozent belegten die Grünen bei den Zweitstimmen ebenfalls den vierten Platz hinter der CSU (45,38 Prozent), den Freien Wählern (16,95 Prozent) und der SPD (15,42 Prozent).

Von Harry Bruckmeier
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