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WBV Hemau hat bald 1000 Mitglieder Holzvermarktung um 10 000 Festmeter gesteigert

Andreas Schmid an der Spitze

Hemau
erstellt am 19.02.2018 um 18:52 Uhr
aktualisiert am 23.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hemau (DK) Mit beeindruckenden Zahlen und gewohnt klaren Worten verabschiedete sich Friedrich Rahm nach 17 Jahren bei der Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung Hemau (WBV) vom Amt des Vorsitzenden. Seine Nachfolge tritt der bisherige Stellvertreter Andreas Schmid aus Thonlohe an.
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Hemau: Andreas Schmid an der Spitze
Friedrich Rahm bei seiner Eröffnungsrede, die letzte als Vorsitzender. Sitzend daneben Geschäftsführer Josef Achhammer, Rechnungsführerin Tanja Dirrigl, WBV-Förster Jakob Kiechle, Andreas Schmid. - Foto: Bauer
Hemau

Neu war diesmal auch der Termin der Jahresversammlung, die bisher immer an einem Dienstagvormittag im Februar stattfand, nun erstmals am Freitagabend nach Fasching. Dies tat der Besucherzahl aber keinen Abbruch, denn damit haben Privatwaldbesitzer besser die Möglichkeit zur Teilnahme. Rahm konnte neben den Mitgliedern viele Gäste aus der Forst- und Landwirtschaft, der Jägerschaft, den Selbsthilfeeinrichtungen und den benachbarten Waldbesitzervereinigungen willkommen heißen.

In seinen Eröffnungsworten kritisierte der Vorsitzende die "vielen selbst ernannten Fachleute", die mehr von der Land- und Forstwirtschaft zu verstehen glauben "wie wir, die das gelernt haben". Rahm erinnerte an das negative Veto der WBV zu dem im Landkreis Kelheim geplanten Nationalpark. "Ich glaube, die Natur ist geschützt genug", vertiefte Rahm. Außerdem appellierte er an die Mitglieder und Gäste, Produkte mit dem Zertifikat PEFC, mit dem in Bayern 77 Prozent des Waldes zertifiziert sind, zu kaufen. Durch die Verwendung von PEFC-Produkten werde zudem der Wald und die Waldarbeit unterstützt.

Als "ein Jahr von Schadensereignissen aller Art" beschrieb Geschäftsführer Josef Achhammer in seinem Tätigkeitsbericht die zurückliegenden zwölf Monate. "Der Borkenkäfer hatte 2017 das Sagen", so Achhammer weiter. Er ging auch auf das Wetter - "2017 war ein Jahr der Extreme, eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen" - und den Sturm "Kolle" in Niederbayern im August mit Folgen für den Holzpreis ein. Bei der Holzvermarktung konnte die WBV um etwa 10 000 Festmeter im Vergleich zum Vorjahr zulegen, von Oktober 2016 bis September 2017 wurden 36 815 Festmeter Holz verkauft, davon über die Hälfte Fichte-Kurzholz (19 547 Festmeter). Gut gefragt waren mit 5408 Festmetern auch Hackschnitzel, mit 4484 Festmetern Langholz von Fichten und Tannen sowie mit 3672 Festmetern Kiefer-Kurzholz. 128 Harvestereinsätze liefen über die WBV, "alle verfügbaren Unternehmer wurden gebraucht", so Achhammer.

Bei etwa 100 Anlieferungen war auch der eigene WBV-Sammellagerplatz stark frequentiert. 70 240 Forstpflanzen wurden an Landwirte verkauft, Spitzenreiter mit 47 Prozent war hier die Fichte. 28 neue Mitglieder mit einer Mitgliederfläche von 152 Hektar traten im Jahr 2017 der WBV Hemau bei, die somit zum Jahresende 2017 970 Mitglieder mit 7686 Hektar Waldfläche hat. Darüber hinaus konnten fünf neue Waldpflegeverträge mit 20,5 Hektar abgeschlossen werden. Abschließend berichtete Achhammer über die diversen Veranstaltungen sowie Waldbegänge und mehrere Waldwegebaumaßnahmen. Dem von der Rechnungsführerin Tanja Dirrigl vorgetragenen Kassenbericht 2016/17 und Haushaltsvoranschlag 2017/18 stimmten die Mitglieder einstimmig zu. Bereits vor zwei Jahren hatte der Vorsitzende Friedrich Rahm seinen Rückzug von diesem Posten während der Wahlperiode angekündigt. Nun stand also die Wahl seines Nachfolgers an. Unter der Leitung von Martin Schmid, des Vorsitzenden der WBV Parsberg, wählten die 106 Wahlberechtigten bei drei Enthaltungen den bisherigen Vize-Vorsitzenden Andreas Schmid aus Thonlohe zum neuen Chef. Dessen bisherigen Posten übernimmt nach dem Votum der Mitglieder Bernhard Schauer aus Hattenhofen.

Zum Thema "Aktuelle Rahmenbedingungen für Holzvermessung und Holzsortierung" referierte abschließend Kai Sühlfleisch, Fachlehrer an der Bayerischen Waldbauernschule Goldberg. Dabei ging er auf verschiedene Aspekte der Holzsortierung, auf die Messung und Mengenermittlung, auf die Sortierung von Rohholz und auf die Kennzeichnung des Holzes ein. Mit Hinweisen und aktuellen Informationen von Geschäftsführer Achhammer endete die harmonische Jahresversammlung, mit der die Ära Rahm zu Ende ging.

Von Markus Bauer
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