Donnerstag, 17. Januar 2019
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Katharina Baier ist die neue Leiterin - Außensanierung geplant - 50-Jahr-Feier im Herbst

Frischer Wind im Riedenburger Schullandheim

Riedenburg
erstellt am 10.01.2019 um 17:16 Uhr
aktualisiert am 14.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Riedenburg (DK) Das Riedenburger Schullandheim blickt auf eine 50-jährige Geschichte zurück. Das Jubiläum soll heuer im Herbst groß gefeiert werden. Dabei wäre es beinahe gar nicht dazu gekommen, denn der Trägerverein, das Schullandheimwerk Niederbayern-Oberpfalz, stand kurz vor der Auflösung.
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Bunt und großzügig gestaltet sind die Räume im Riedenburger Schullandheim. Der Speisesaal, in dem die neue Leiterin Katharina Baier und Bürgermeister Siegfried Lösch Platz genommen haben, wurde vor rund fünf Jahren hergerichtet.
Bunt und großzügig gestaltet sind die Räume im Riedenburger Schullandheim. Der Speisesaal, in dem die neue Leiterin Katharina Baier und Bürgermeister Siegfried Lösch Platz genommen haben, wurde vor rund fünf Jahren hergerichtet.
Schmied
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Probleme bei der Suche nach Personal und ein Vorstand, der sich nach und nach in seine Einzelteile zerlegt: So beschreibt Riedenburgs Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) die Situation, mit der er vor einigen Monaten konfrontiert worden sei. Hätte man kein neues Gremium bilden können, hätten die Einrichtungen des Schullandheimwerks Niederbayern-Oberpfalz wohl aufgegeben werden müssen. Gerade im Fall Riedenburg sei es ihm vor diesem Hintergrund darum gegangen, die Einrichtung, die auf Initiative des damaligen Riedenburger Landrats Franz Lang auf dem Jachenhauser Berg entstand und 1969 eingeweiht worden ist, zu erhalten - wo doch gerade heuer das 50-jährige Bestehen gefeiert werden kann.
Heuer sollen das Flachdach und die Fassade saniert werden.
Heuer sollen das Flachdach und die Fassade saniert werden.
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Das Haus, das über 20 Gruppenzimmer mit jeweils eigenem Bad und insgesamt 90 Betten verfügt, steht seit August unter Leitung von Katharina Baier. Die 38-Jährige kümmert sich um die Koordination der insgesamt zehn Mitarbeiter, erstellt die Dienst- und Essenspläne und geht dabei gern auf die Wünsche der Gruppen ein, die ihr Kommen angekündigt haben. Erst über Silvester seine 30 Frauen, Männer und Kinder hier gewesen, erklärt sie. Aktuell residiert eine sechste Klasse auf dem Jachenhauser Berg, kommende Wochen sind Gruppen von drei verschiedenen Schulen da. "Es ist gut, wenn man im Vorfeld telefoniert und abcheckt, was die Gruppe vorhat. Wenn sie zum Beispiel Ausflüge plant, stellen wir Lunchpakete bereit", sagt Baier. Auch wenn Sonderkost gewünscht wird, sei es gut, das vorab zu wissen, um wirtschaftlich planen zu können. Und schmecken soll es natürlich. "Darum gibt es gerade für Schüler neben Salat natürlich die Klassiker: Schnitzel mit Pommes oder Spaghetti Bolognese." Zur Seite steht Baier dabei ihr Stellvertreter, Koch Daniel Halser.
Eingeweiht worden ist das Schullandheim 1969, im Herbst soll das 50. Jubiläum gefeiert werden.
Eingeweiht worden ist das Schullandheim 1969, im Herbst soll das 50. Jubiläum gefeiert werden.
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Das Team stammt aus dem näheren Umkreis, Baier selbst kommt aus Greding und bringt viel Erfahrung mit. Die Kollegen hätten ihr den Einstieg erleichtert und stünden stets mit Rat und Tat zur Seite. "Vieles lernt man erst durch Ausprobieren." Die Frühschicht geht von 7.30 bis 13.30 Uhr, die Abendschicht von 17.30 bis 19.30 Uhr. "Das Schöne ist, dass die Arbeit sehr abwechslungsreich ist", betont die neue Leiterin. Denn Gruppen jeglicher Couleur, aus allen Bereichen und Altersklassen quartieren sich im Riedenburger Schullandheim ein: von Konfirmanden über Schulen und Sportvereine über Musikkreise oder Garden, die in der großen Turnhalle ihr Programm üben, sei alles dabei. Dabei reagiere man flexibel auf Buchungen, auch in der Ferienzeit, erklärt Baier. Je nach Bedarf wird der Dienstplan erstellt. Wenn der Wechsel schnell gehen muss, weil die eine Gruppe geht, während die andere schon kommt, ist man schon einmal zu sechst oder siebt, sagt sie. "Das Kunststück ist, dass sich niemand in die Quere kommt und sich jeder wohlfühlt."

Eine Mindestanzahl an Übernachtungen gebe es nicht, eine Mindestanzahl an Personen dagegen schon: "Zwischen 25 und 30 sollten es schon sein." Freizeitangebote gibt es dabei viele: Es gibt neben der Turnhalle einen Werkraum, drei Klassenzimmer, im Keller zwei Räume mit Billardtisch und Kickerkästen, draußen einen Sport- und einen Beachvolleyballplatz. Gebucht werden können Veranstaltungen zum Naturerlebnis, aus den Bereichen Musik und Tanz oder Theater und Kreatives und auch Robotik. Während die Mensa erst vor rund fünf Jahren renoviert wurde, so sei Außen heuer noch einiges in Angriff zu nehmen, wie Lösch erklärt. Zum einen müsse das Flachdach saniert werden, zum anderen die Fassade ausbessern. Dies soll noch vor der 50-Jahr-Feier über die Bühne gehen, so das Ziel des Bürgermeisters. Dass eine neue Heimleitung gefunden werden und so ein Leerstand auf dem Jachenhauser Berg vermieden werden konnte, stimme ihn froh, betont er.
 

Arbeitsplätze erhalten, Leerstände vermeiden

Riedenburg (ksm) Das Schullandheimwerk Niederbayern-Oberpfalz betreibt neben dem Haus oberhalb der Dreiburgenstadt auch die Schullandheime Habischried in der Gemeinde Bischofsmais im niederbayerischen Landkreis Regen sowie das in der Gemeinde Gleißenberg im Landkreis Cham in der Oberpfalz.

Der Verein hat rund 380 Mitglieder aus mehreren Gemeinden, drei Landkreisen und zwei Regierungsbezirken. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich. Die Geschäftsführung hat ihr Büro in Regensburg. Bei einem Termin im Mai wurde laut Riedenburgs Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) deutlich: Das Problem ist nicht die Belegung der Häuser, sondern fehlendes Personal und vor allem die vakanten Vorstandsposten. Bei einem weiteren Treffen Ende Juni wurde klar: Es steht böse um die Schullandheime. Wenn sich kein Vorstand findet, muss man sie womöglich aufgeben. Man war sich einig, sagt Lösch: "Soweit dürfen wir es nicht kommen lassen, wir als Gemeinden müssen uns einschalten", lautete das Credo.

Im Juli sei er dann ins kalte Wasser geworfen worden, berichtet Lösch: Um den Verein und damit die Schullandheime zu erhalten, habe er sich bereit erklärt, den Vorsitz zu übernehmen. Als Stellvertreter wurde Johann Jurgovsky der Bürgermeister von Aufhausen (Kreis Regensburg) gewählt. "Für alle anderen Posten haben wir bei diesem Treffen niemanden gefunden", beklagt er. Um die Arbeitsplätze zu erhalten - in den drei Heimen sind insgesamt 45 Menschen in Voll- oder Teilzeit oder geringfügig beschäftigt - und auch, um Leerstände zu vermeiden, legten sich die betroffenen Bürgermeister ins Zeug, um das zu ändern. In Habischried etwa habe man eine bereits pensionierte Heimleitung "reaktivieren können", wie Lösch sagt, um so die Buchungen im alten Schuljahr noch bewerkstelligen zu können. "Wäre dies nicht gelungen, hätte das den Todesstoß für Habischried bedeutet", ist Lösch überzeugt.

Letztlich konnte man bei einem weiteren Treffen im November auch die übrigen Vorstandsposten vergeben. Weiterer stellvertretender Vorsitzender ist Walter Nirschl, Bürgermeister von Bischofsmais, Schatzmeister ist Konrad Nagl aus Cham, Schriftführer ist Johannes Sendlbeck aus Rohr. Die Rechnungsprüfung übernehmen Josef Pledl, Dritter Bürgermeister von Bischofsmais, und Herbert Heidingsfelder, Bürgermeister von Alteglofsheim. Zu Beisitzern bestimmt wurden Ministerialbeauftragter Bernhard Aschenbrenner aus Riedenburg, Josef Christl, Bürgermeister von Gleißenberg, und Josef Gruber, Dritter Bürgermeister von Burglengenfeld. Die Mischung sei gut, sagt Lösch. "Wichtig war, Vertreter aus allen Regionen und auch aus allen Schularten zu haben", betont der Vorsitzende.
 
Kathrin Schmied
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