Sonntag, 18. November 2018
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Die Riedenburger Zigeuner stürmen am Sonntag das Rathaus - Florian Lösch ist der neue Kinderbaron - Anstecker gesucht

"Jeder sagt danach, dass es total schön war"

Riedenburg
erstellt am 09.11.2018 um 17:33 Uhr
aktualisiert am 14.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Riedenburg (ksm) Einen neuen Baron für die fünfte Jahreszeit in der Dreiburgenstadt haben die Zigeuner um die beiden Vorsitzenden Berne Schmid und Klaus Mayer bereits gekürt.
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Die Anstecker vom Zigeunerfasching sind begehrt. Wer noch ein Exemplar aus den Jahren 2007 oder 2008 hat, kann sich bei Berne Schmid melden.
Die Anstecker vom Zigeunerfasching sind begehrt. Wer noch ein Exemplar aus den Jahren 2007 oder 2008 hat, kann sich bei Berne Schmid melden.
Schmied
Riedenburg
Hans Dürschinger wird am Sonntag zum Auftakt der närrischen Saison im Rathaus mit den standesgemäßen Insignien ausgestattet: Er bekommt den königlichen Gürtel umgelegt. Und auch einen neuen Kinderbaron gibt es mittlerweile: Florian Lösch stellt sich dem Faschingsvolk pünktlich zum 11.11. als Nachfolger von Antonia Dietz vor.

Wie alle Jahre läuten die Riedenburger Zigeuner ihre Hochsaison mit dem Sturm aufs Rathaus ein. Die Machtübernahme über die Stadt wird auch heuer mit der Schlüsselübergabe besiegelt - diesen muss Bürgermeister Siegfried Lösch am Sonntag selbstredend herausrücken. Recht viel wehren wird er sich schätzungsweise nicht. Anders als der neue Baron, der bei der Jahresversammlung der Faschingsfreunde Riedenburg zunächst einen - wenn auch halbherzigen - Fluchtversuch unternommen hatte. "Der ist uns nicht ausgekommen, so schnell hat er gar nicht laufen können", kommentiert Berne Schmid. Letztlich hievten Berne Schmid und Klaus Mayer den neuen Regenten doch noch samt Stuhl auf den Tisch. Das ist im Übrigen die klassische Krönungszeremonie bei den Zigeunern. Viel Mitspracherecht hat der Erwählte da nicht, wie Berne Schmid verrät. "Der wird bestimmt", lautet die Ansage. "Aber jeder sagt danach, dass es total schön war", erklärt Klaus Mayer - und spricht dabei aus eigener Erfahrung.

Eine Kinderbaronin oder einen Kinderbaron gibt es im Grunde noch gar nicht so lange. Die Besetzung dieses Amtes wird nicht einfach so bestimmt, da müssen schon die Eltern mitziehen, sagen die beiden Oberzigeuner. Jemanden zu finden, sei nicht ganz so einfach. Der Hintergedanke ist aber klar: "Es geht uns darum, die Jugend mehr einzubinden. Ein bissl was ist bis jetzt schon hängen geblieben. Da kommt dann schon mal die Oma mit", erklärt Klaus Mayer. Und: "Es ist einfach mal etwas anderes. "

Zum heurigen Auftakt setzen die Riedenburger Zigeuner auf das bewährte Konzept. Musik wird's geben. "Da trommelt der Schmid Berne wieder ein paar zusammen", sagt Berne Schmid. Ein gemischter Haufen soll es werden. Zünftig soll es sein am Sonntag. Leider könne man wegen des Starts der narrischen Zeit an diesem Sonntag die Messe nicht besuchen. "Fällt halt diesmal nicht so gut. Das wird uns dann nämlich zu spät. Wir hoffen, der Pfarrer hat ein Einsehen mit uns", appelliert Berne Schmid mit einem verschmitzten Grinsen.

Willkommen ist übrigens die gesamte Bevölkerung, nicht nur das Zigeunervolk. Getroffen wird sich um 10.30 Uhr vorm Rathaus. Nachdem alle eingetrudelt sind, geht es klassischerweise in den Sitzungssaal. Dort gibt es die obligatorische Gulaschsuppe und Getränke. "Kostenlos und eintrittsfrei", betont Oberzigeuner Schmid. Nach der Gaudi im Rathaus zieht der Trupp mit Musik durch die Dreiburgenstadt, von Wirtschaft zu Wirtschaft.

Dass es im kommenden Jahr wieder einen Faschingszug samt närrischem Treiben auf dem Volksfestplatz geben soll - die Premiere an diesem Standort Anfang des Jahres hatte sich als Erfolg erwiesen -, ist schon einmal sicher. An die konkrete Planung machen sich die Zigeuner allerdings erst nach Neujahr. "Der Fasching ist heuer länger, das spielt uns in die Karten", erklärt Klaus Mayer.

Wer schon jetzt einmal in der Faschingskiste wühlen mag und dabei einen Button aus dem Jahr 2007 oder 2008 findet, den er hergeben würde, ist bei den Zigeunern gern gesehen. Die Faschingsfreunde wollen damit ihren Fundus bereichern. Gerade die Anstecker aus dem Jahr 2007 sind rar. "Die Leute können sie entweder im Rathaus vorbeibringen oder sich direkt bei mir melden", bittet Berne Schmid. Er ist unter Telefon (0170) 7811486 zu erreichen.
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