Montag, 21. Januar 2019
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Umbesetzung und ein gebrochener Arm: Akteure der Altmühlbühne meistern die 16. Saison dennoch

"Es war heuer besonders emotional"

Riedenburg
erstellt am 11.12.2018 um 15:35 Uhr
aktualisiert am 15.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Riedenburg (DK) Neun Aufführungen liegen hinter ihnen, und jede war auf ihre Art etwas Besonderes: Die Darsteller der Altmühlbühne Riedenburg sind mit dem diesjährigen Spielreigen kurz nach dem letzten Auftritt mehr als zufrieden. "Es ist trotz allem eine tolle Saison geworden", sagt Annemarie Lauerer.
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Stolz sind die Darsteller der Altmühlbühne Riedenburg auf die erfolgreich verlaufene 16. Saison. Nach vier Wochen Pause beginnt die Suche nach einem neuen Stück.
Stolz sind die Darsteller der Altmühlbühne Riedenburg auf die erfolgreich verlaufene 16. Saison. Nach vier Wochen Pause beginnt die Suche nach einem neuen Stück.
Schulz
Riedenburg
Die Vorsitzende der Altmühlbühne Riedenburg ist erleichtert. "Wir haben gehofft, dass es so ausgeht", betont sie. Denn bevor sich der Vorhang für "S'trutzige Dirndl" zum ersten Mal hob, ging es doch etwas turbulenter zu als geplant. Aus persönlichen Gründen erfolgte drei Wochen vor der Premiere eine Umbesetzung, in kürzester Zeit schlüpfte Susi Schäffer in die Rolle der Großmagd Midei. Regisseurin Bettina Mansdorfer, die die Großbäuerin Babett Matzner verkörperte, brach sich beim Bühnenbau den Arm. Kein Grund allerdings, nicht aufzutreten - dann eben mit Gips. Trotzdem: "Es war heuer besonders emotional für uns", sagt Lauerer. Das Schlusslied des Stücks, in dem es heißt "Wir halten zamm in Freud und Leid", ist quasi so etwas wie das inoffizielle Motto der mittlerweile 16. Saison der Altmühlbühne.

Die Laune verderben ließ sich dennoch niemand, voller Elan warfen sich die Schauspieler in den Vierakter von Veri Geisenhofer und nahmen das Publikum mit in allerlei Liebesverwicklungen, die auch rund 100 Jahre nach ihrer Erfindung zum Mitfiebern verführen. "Die Leute sind glücklich, die Spieler sind überglücklich, die Nachfrage war sehr groß", so Lauerers Fazit.

Sie selbst stand heuer nicht auf der Bühne, verfolgte das Geschehen - auch den Streifzug ihrer Tochter Andrea Lauerer als resolute Magd Mirl mit einem Lied auf den Lippen durch die Zuschauerreihen - aus dem Hintergrund. Schon nach der Premiere war sie begeistert davon zu sehen, wie viel Herzblut die Truppe in ihr Spiel steckt. "Die erste Aufführung ist immer etwas Besonders. Und die letzte ist etwas ganz Besonderes", resümiert Annemarie Lauerer. Natürlich sitzt der Text von Anfang an, wissen die Darsteller Gestik und Mimik einzusetzen. "Es ist keine Aufführung besser oder schlechter als eine andere, jede ist auf ihre Weise besonders. Aber natürlich gewinnt man mit der Zeit Routine, man lebt die Rolle immer mehr", weiß Lauerer aus Erfahrung.

Auf dem Höhepunkt der Spielfreude heißt es nun: Bühnenabbau. Auch dabei helfen alle zusammen, neben den Darstellern waren am Montagabend deren Angehörige mit von der Partie. Hand in Hand ging das. "Nach drei bis vier Stunden ist meistens nichts mehr zu sehen", verrät die Vorsitzende der Altmühlbühne.

Und dann? "Jetzt sind erstmal vier Wochen Pause. Im neuen Jahr gibt es dann eine Nachbesprechung - und die Vorbesprechung für die neue Saison", erklärt Lauerer. Im Grunde gehe es also nahtlos weiter. Schon im Januar wird abgesteckt, wer mitspielen möchte. Die Regie schaut sich dann an, wie viele Leute auf der Bühne stehen wollen, welchen Alters sie sind, wie viele Frauen und Männer. All das spielt eine Rolle bei der Auswahl des neuen Stücks. "Es dauert schon zwei oder drei Monate, bis man ein Passendes gefunden hat", sagt Lauerer. Heuer zum Beispiel habe sich Regisseurin Bettina Mansdorfer durch beinahe 100 Stücke gelesen, bis es am Ende das wurde, das schon seit zwei Jahren in ihrer Schublade auf seinen Einsatz gewartet hatte. Welcher Geschichte die Altmühlbühne wohl in ihrer 17. Saison Leben einhaucht? Spätestens bei der ersten Leseprobe Mitte des kommenden Jahres wird zumindest dieses Geheimnis gelüftet.

Kathrin Schmied
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