Donnerstag, 17. Januar 2019
Lade Login-Box.

Bürgerdialog Stromnetz informiert über Netzausbau - Marktrat debattiert im Februar über Juratrasse

Ein spannungsgeladenes Thema

Altmannstein
erstellt am 11.01.2019 um 15:35 Uhr
aktualisiert am 16.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Altmannstein (DK) Der Ausbau des Stromnetzes spaltet die Gemüter und führt zu hitzigen Diskussionen. Man denke an Dietfurt, wo sich im Herbst 2018 ein Aktionsbündnis gegen die Erweiterung der Juratrasse formierte. Die Menschen haben viele Fragen. Antworten kann der Bürgerdialog Stromnetz liefern - eine Initiative, die rund um das Thema Netzausbau informiert. Vor Kurzem machte das Dialogmobil Station im Rathaus von Altmannstein. Es erschienen jedoch nur vier Bürger - und das, obwohl der Ausbau der Juratrasse in aller Munde ist. Wie kann das sein?
Textgröße
Drucken
Der Ausbau des Stromnetzes führt bei Bürgern zu vielen Fragen. Antworten kann der Bürgerdialog Stromnetz geben, eine Initiative, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird und rund um das Thema Netzausbau Informationen bereitstellt. .
Der Ausbau des Stromnetzes führt bei Bürgern zu vielen Fragen. Antworten kann der Bürgerdialog Stromnetz geben, eine Initiative, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird und rund um das Thema Netzausbau Informationen bereitstellt. .
Hoppe/dpa
Altmannstein
Kennzahl P53 - was für ein sperriger Begriff. Trotzdem entwickelte er sich in den vergangenen Monaten zu einem Reizwort, zum Beispiel in Dietfurt, wo sich im Herbst 2018 ein Aktionsbündnis gegen den Ausbau der P53 - der Juraleitung - formierte. Während die Dietfurter mobilmachten, blieben die Altmannsteiner weitgehend ruhig. So schien es zumindest bisher. Das ist auch der Eindruck von Katharina Hübl und Karin Schrott vom Bürgerdialog Stromnetz. Einen Vormittag lang waren die beiden im Rathaus in Altmannstein die Anlaufstelle für Bürger, die Infos zum Ausbau des Stromnetzes einholen wollten.

Der Bürgerdialog Stromnetz ist eine Initiative, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Und das ganz unabhängig von den Übertragungsnetzbetreibern. "Wir sind nicht Tennet, viele verwechseln das. Unsere Aufgabe ist es generell, rund um das Thema Netzausbau zu informieren und die Bürgerinnen und Bürger über Beteiligungsmöglichkeiten aufzuklären", sagt Karin Schrott. Deshalb konnte die Regionalmanagerin des Bürgerdialogs im Altmannsteiner Rathaus auch nicht mit Neuigkeiten zur geplanten Aufrüstung der bestehenden 220-kV- zu einer 380-kV-Leitung durch Tennet aufwarten. "Wir stehen hier ja noch vor dem Raumordnungsverfahren", sagt Hübl.

Der Bürgerdialog Stromnetz hat sich einen "offenen und transparenten Austausch zwischen allen Beteiligten rund um den Ausbau des Stromnetzes" auf die Fahnen geschrieben. Die Initiative hat mittlerweile Bürgerbüros in zehn deutschen Städten. Außerdem ist die Initiative mit ihrem Dialogmobil unterwegs, um die Menschen in ihrem direkten Lebensumfeld abzuholen - auf Wochenmärkten, Stadtfesten, vor Bibliotheken oder Rathäusern.

Das scheint auch nötig. Die Menschen hätten viele Fragen, wenn es um den Netzausbau gehe, viele seien verunsichert. Schrott und Hübl kennen die Sorgen, Befürchtungen und Klagen der Bevölkerung: "Mal beschweren sich Bürger über geplante Freilandleitungen und fordern Erdkabel. Mal ist es umgekehrt", berichtet Schrott. Mal kämen Menschen auf sie zu, weil sie besorgt sind wegen elektromagnetischer Felder, mal suchten Bürger sie auf, um sich generell über die Energiewende zu informieren.

Und wie denken die Altmannsteiner über den Netzausbau? "Diejenigen, mit denen wir gesprochen haben, sehen die grundsätzliche Notwendigkeit für den Ausbau. Sie wollen nur nicht, dass die Leitung direkt vor ihrer Haustüre verläuft", sagt Hübl. Man könnte meinen, den beiden Mitarbeiterinnen wären die Türen eingelaufen worden, angesichts des geplanten Ausbaus der Juratrasse, die auch an Altmannstein vorbeiführt und viele Grundstücksbesitzer betrifft. Dem war jedoch nicht so. Nur vier Bürger schauten vormittags vorbei.

Bedeutet das, dass der Trassenausbau die Altmannsteiner nicht interessiert? Manfred Zippel, Geschäftsleitender Beamter der Marktgemeinde Altmannstein, will dies nicht bestätigen. Er ist der Überzeugung, dass es großen Informationsbedarf gibt. "Vielleicht lag es an der eher ungünstigen Uhrzeit oder an mangelnder Werbung für die Veranstaltung." Zippel hat jedoch auch das Gefühl, dass das Thema Trassenausbau derzeit nicht mehr so hitzig diskutiert wird, wie es schon einmal der Fall war - vielleicht auch ein Grund, wieso nur so wenige die Veranstaltung besuchten.

Zippel findet es wichtig, dass die Altmannsteiner im Bilde sind über den geplanten Ausbau der P53. "Das ist aber vor allem die Aufgabe des Übertragungsnetzbetreibers", sagt er. Tennet habe es jedoch bislang versäumt, die Bürger in Altmannstein über den Trassenausbau zu informieren. "Es fehlt an Öffentlichkeitsarbeit - die Bürger haben aber ein Recht auf Informationen. Ihnen ist es einerlei, ob das nun in den formellen Ablauf passt oder nicht."

Wie der Geschäftsleitende Beamte berichtet, hat am vergangenen Donnerstag ein Treffen mit zwei Tennet-Mitarbeitern stattgefunden, bei dem man den Vertretern deutlich gemacht habe, dass die Öffentlichkeitsarbeit zu wünschen übrig lasse. "Es war ein konstruktives Gespräch, mit positivem Ausgang", berichtet Zippel. Tennet habe zugesagt, bei der Marktgemeinderatssitzung im Februar mit einer Präsentation das Gremium über den aktuellen Stand des Trassenausbaus zu informieren und Fragen der kommunalen Vertreter zu beantworten. Außerdem habe man vereinbart, dass Tennet mit einem Bürgermobil auch in Altmannstein vorbeikommt und den Bürgern Informationen bereitstellt - so wie in Riedenburg im vergangenen Jahr. Auch auf eine Informationsveranstaltung für alle Bürger aus der Martkgemeinde Altmannstein habe man sich geeinigt. "Es bringt nämlich nichts, es so zu machen wie in Dietfurt, und erst dann eine Infoveranstaltung anzubieten, wenn sich Widerstand formiert hat", ist Zippel überzeugt. Der Termin für die Infoveranstaltung stehe bisher aber noch nicht fest. Es bleibt abzuwarten, wie sich das spannungsgeladene Thema entwickelt.

Als Nächstes macht der Bürgerdialog Stromnetz am Mittwoch, 16. Januar, Halt in Dietfurt. Die Initiative informiert über das Thema elektromagnetische Felder und Stromnetze. Der Einlass ist um 17.30 Uhr, Ende um 20.30 Uhr. Die Veranstaltung findet in der 7-Täler-Halle in Dietfurt statt.


 
Xenia Schmeizl
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!