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Theaterspielkreis Saal erhält für das Stück "Kartoffelkathi" den Kunst- und Kulturpreis des Kreises Kelheim

Ein Stück über das Hinsehen und Helfen

Kelheim
erstellt am 06.07.2018 um 18:38 Uhr
aktualisiert am 11.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kelheim (DK) Mit dem elften Kunst- und Kulturpreis des Landkreises Kelheim ist der Theaterspielkreis Saal für das Stück "Kartoffelkathi" ausgezeichnet worden.
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Die Mitglieder des Theaterspielkreis Saal erhielten den Kunst- und Kulturpreis des Landkreis Kelheim für die Inszenierung des Dramas ?Kartoffelkathi?.
Die Mitglieder des Theaterspielkreis Saal erhielten den Kunst- und Kulturpreis des Landkreis Kelheim für die Inszenierung des Dramas "Kartoffelkathi".
Foto: Kathrin Götz
Kelheim
Am Donnerstag wurde der Preis im Kelheimer Landratsamt übergeben.

Das Stück "Kartoffelkathi" war im vergangenem Herbst auf der Bühne des Theaterspielkreises zu sehen. Beim Festakt anlässliche der Verleihung des elften Kunst- und Kulturpreises des Landkreises Kelheim ließen die Mitglieder des Vereins das Drama in einer Lesung mit szenischer Darstellung wieder aufleben. Christine Stark, Autorin und Regisseurin des Theaterstücks, las Auszüge vor und führte die Zuhörer auf diese Weise durch die Geschichte. Zwischendurch präsentierten die Schauspieler des Vereins einzelne Szenen und Schlüsselmomente auf lebendige Weise.

Die "Kartoffelkathi" ist die Hauptfigur im gleichnamigen Drama und sie heißt eigentlich Katharina Stelzl. Sie ist Wirtin einer Dorfschenke. Jeden Tag wird eine Gruppe abgemagerter Gefangener durch das Dorf getrieben und im nahegelegenen Lager zur Zwangsarbeit gezwungen. Den Dorfbewohnern ist es verboten, die Gefangenen anzusehen. Katharina wagt es trotzdem und beginnt mit anderen Frauen Kartoffeln an die Gefangenen zu verteilen. Das Stück handelt von den Folgen, Katharinas inneren Konflikten und den Kontroversen, die sich in Familie und Dorf durch ihr verbotenes Helfen entwickeln. Durch die Rollen der Dorfbewohner werden unterschiedliche Positionen, Motivationen und Ängste veranschaulicht, die mit Katharinas Handeln verbunden sind.

Das Stück ist angelehnt an Erzählungen über Christine Starks Urgroßmutter, die während des Zweiten Weltkrieges in Saal lebte. "Vieles weiß man nicht mehr genau. Die Überlieferungen sind ziemlich dürftig. Ich habe die Geschichte um das Wenige, was ich weiß, herumgebaut", erzählte Stark dem DONAUKURIER.

Seit mehreren Jahren ist sie in der Flüchtlingshilfe aktiv. Das Stück sei mehr als die Geschichte ihrer Großmutter, es sei ein Werk, in dem alte Geschichte und neuen Erlebnisse vermischt würden. "Ein Stück über gefallene Buben im Zweiten Weltkrieg und über eingesperrte Journalisten 2017. Über schreckliche Unmenschlichkeit und über Idealismus. Über Hilfe und gute Gründe, nicht zu helfen. Und nicht zuletzt über Hinsehen und was es mit einem macht - damals und heute", sagte Stark in ihrer Dankesrede.

"Es geht darum, Courage zu haben, Mut zu haben, sich auch was zu trauen", bemerkte der Kelheimer Landrat Martin Neumeyer (CSU). Er sagte: "Ich hoffe, dass es auch in Zukunft Menschen geben wird, die im richtigen Moment Ja sagen, oder wenn nötig auch mal Nein. "

Der Theaterspielkreis spiele schon lange in der Champions League der bayerischen Amateurtheater, fand Klemens Molzahn vom Verband Bayerischer Amateurtheater. Mit Professionalität würden die Schauspieler viel Leidenschaft und Gefühl ausdrücken, fuhr er fort.

Wolfgang Kugler, der Vorsitzende des Theaterspielkreises, ist sich sicher, dass das Stück in den nächsten Jahren noch einmal auf der Vereinsbühne im Saaler Hafengebiet gezeigt wird. Bisher konnte jedoch noch kein passender Termin gefunden werden.

Der Kunst- und Kulturpreis des Landkreises Kelheim, der mit einem Preisgeld der Kreissparkasse Kelheim in Höhe von 5000 Euro verbunden ist, wird im Abstand von ein bis zwei Jahren an Einzelpersonen, Personengruppen oder Vereinigungen für besondere Leistungen in den Bereichen Kunst, Kultur und Wissenschaft vergeben. Zur Feier des 175-jährigen Bestehens der Kreissparkasse wurde die Auszeichnung auch im vergangenen Jahr verliehen. Preisträger war damals der Kammerchor des Kammerorchesters St. Laurentius. Bei der Preisverleihung waren alle Preisträger der vergangenen Jahre zu Gast.

Kathrin Götz
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