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Das neue Wassernetz geht bald in Betrieb

Pondorf
erstellt am 10.08.2018 um 18:26 Uhr
aktualisiert am 15.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pondorf (DK) Die Arbeiten an der ehemaligen Pondorfer Wassergruppe laufen auf Hochtouren. Es wird gegraben, Leitungen werden verlegt, der Druck geprüft, Rohre desinfiziert und vieles mehr. Noch sind die neuen Pumpen nicht in Betrieb, doch lange soll es nicht mehr dauern.
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Noch ist die neue Anlage im Wasserturm in Winden in Folien verpackt, bald schon soll sie die alten Pumpen ablösen.
Noch ist die neue Anlage im Wasserturm in Winden in Folien verpackt, bald schon soll sie die alten Pumpen ablösen.
Ammer, Isabel, Riedenburg
Pondorf
In mehreren Etappen erfolgt die Sanierung der ehemaligen Pondorfer Wassergruppe. Ehemalig deshalb, erklärt Wassermeister Georg Grimm, weil die Pondorfer Gruppe sozusagen Wassergast beim Wasserzweckverband Altmannstein ist. Im Pondorfer System gibt es schon seit Jahren keine eigenen Brunnen mehr. Das Wasser kommt dementsprechend aus dem System des Wasserzweckverbandes - und der Markt Altmannstein ist heute Betreiber der Wasserversorgung im Pondorfer Bereich und nicht mehr die Pondorfer Gruppe. Draum ehemalig.

Rund 3,6 Millionen Euro soll die Sanierung der Wasserversorgungsanlage kosten. Diesen Betrag hatte Bürgermeister Norbert Hummel (CSU) bei einer Informationsversammlung für die Anlieger genannt, die dafür selbst in den Geldbeutel greifen müssen. Inzwischen ist die Sanierung weit vorangeschritten, die Fortschritte sind zum Teil sichtbar, zumeist liegen sie jedoch unter der Erde.

Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik in voller Größe zu sehen. Grafik: DK
Pondorf


Der Wasserturm in Winden hat sich äußerlich vollkommen verändert, von seiner Turmform einmal abgesehen. Der marode Beton ist dunklen Platten gewichen, die ihn einem Panzer gleich über der Isolierung einhüllen. Momentan werden Kernbohrungen am Turm vorgenommen, um die neuen Leitungen anschließen zu können. Diese enden momentan noch direkt vor dem Wasserturm in der Erde. Im Inneren stehen bereits die neuen Pumpen, noch in Folie verpackt, um sie bei den Arbeiten zu schützen. Von ihnen aus wird das Wasser künftig aus dem Turm zum einen direkt nach Pondorf gepumpt - und über eine zweite Fernleitung in Richtung Überhebepumpwerk Thannhausen. Die Zwischenstation Hochbehälter in Pondorf fällt dann weg.

Insgesamt ist der Rohrleitungsbau in drei Abschnitte eingeteilt, wie Georg Grimm erklärt. Abschnitt eins führt von Thannhausen nach Neuses, Abschnitt zwei von Neuses nach Pondorf und Abschnitt drei von Pondorf nach Winden. Alle Abschnitte seien noch nicht ganz fertig, wobei zwischen Thannhausen und Neuses bereits Wasser in den Leitungen ist mit einem Desinfektionsmittel. Nur die Pumpe läuft noch nicht, weil es dafür erst einen neuen Stromkasten braucht, der aber spätestens im September gesetzt werden soll.

Bei Abschnitt zwei zwischen Neuses und Pondorf fehlt noch das Leitungsstück, das die Staatsstraße unterquert. Dieses soll möglichst zeitnah mittels einer Spülbohrung an Ort und Stelle gebracht werden. Mit diesem Verfahren entstünden keine Schäden, freut sich Grimm.

Momentan sind die Arbeiter mit dem Verlegen der Leitungen in Richtung Dollnhof beschäftigt. Entlang der Straße werden dafür Gräben gezogen. Die alten Leitungen bleiben im Boden, meist laufen sie quer durch Felder und Wiesen. Nur die Hoch- und Tiefpunkte, die anhand der Hydranten und Lüfter inmitten von Feldern zu erkennen sind, werden entfernt, wie Grimm erklärt. Das werde heutzutage auch nicht mehr so gebaut. Zwar laufen die Wasserrohre zum Teil noch immer durch Äcker und Felder, doch die Hoch- und Tiefpunkte setze man immer am Rand. So sind sie jederzeit leicht zu erreichen, sollte es zu einem Rohrbruch kommen. Ansonsten habe man bei Problemen immer mitten in die Felder hineingemusst - oft zum Unmut der Landwirte.

Auch können Grimm und seine Mitarbeiter bei dem neuen System viel genauer sehen, wie viel Wasser in welcher Ortschaft verbraucht wird. Wichtig ist das vor allem, wenn die Zahlen gerade nachts plötzlich ungewöhnlich hoch sind. Dann ist klar, dass etwas nicht stimmen kann und vermutlich irgendwo ein Rohrbruch ist. In den Übergabeschächten in Neuses und Thannhausen ist dazu ein Wasserzähler angebracht - mit Hilfe einer Magnetspule wird der Durchfluss gemessen. Grimm kann den Verbrauch dann im Büro an seinem PC mitverfolgen. Außerdem findet sich in den Übergabeschächten ein Regelventil, das zum Einsatz kommt, wenn der Wasserdruck, der aus dem Wasserturm ankommt, zu hoch - und damit zu belastend für die Ortsnetze - ist. Daneben gibt es noch einen Schmutzfänger, der ähnlich einem Sieb funktioniere.

Wasserverbrauch und Druck werden bei den anderen Ortschaften der ehemaligen Pondorfer Gruppe - Pondorf, Winden, Breitenhill und Megmannsdorf - vom Wasserturm in Winden aus direkt überwacht und gesteuert.

Auch im Überhebepumpwerk Thannhausen steht bereits die neue Pumpe. Sie muss noch eingebunden werden, damit die alte und die neue Anlage dann im Parallelbetrieb arbeiten könnten, sollte bei Betriebsstart noch nicht jeder Ort und jeder Weiler an das neue Netz angeschlossen sein. Ist das neue Wassersystem komplett fertig, wird die alte Pumpe zurückgebaut. "Sie geht nie wieder in Betrieb", weiß Grimm. Deshalb sei es auch nicht sinnvoll, sie stehen zu lassen.

Die Ortsnetze selbst bleiben vorerst unangetastet, wobei es hier Unterschiede gibt. Manche sind schon erneuert, andere haben noch alte Leitungen. Neu gebaut werden die Hauptleitungen, also die Grundversorgung und die Versorgungsleitungen zu den Ortschaften und Weilern, wie Grimm beschreibt.

Neben den großen Leitungswegen werden deshalb auch Stichleitungen verlegt, die man sich ähnlich wie Sackgassen vorstellen kann, und die auch zu den Weilern führen. So zum Beispiel nach Zieglhof. Hier lief am Donnerstag gerade die Druckprüfung in der Leitung. Rudolf Buck, der auf Rohrleitungsprüfungen spezialisiert ist, prüft die Dichtigkeit der Kunststoffrohre im Kontraktionsverfahren. Dazu werden die Rohre nach einer gewissen Ruhezeit mit Wasser auf den Prüfdruck von zwölf Bar gebracht - und das innerhalb von zehn Minuten. Anschließend wird dieser Druck eine halbe Stunde gehalten, es folgt eine Ruhephase von einer Stunde, in der der Druck maximal um 20 Prozent abfallen dürfe, erklärt Buck. Anschließend wird der Druck um zwei Bar gesenkt, wofür er eine bestimmte Wassermenge ablässt. Es folgt die eigentliche Dichtigkeitsprüfung, denn bei weniger Wasser müsse sich das Kunststoffrohr wieder zusammenziehen, wodurch der Druck steige - und auch nicht mehr abfallen dürfe. Die Daten sammelt Buck an seinem Rechner und wertet sie aus. Ein Prozedere, das bei jeder einzelnen Leitung wiederholt werden muss.

Im Abschnitt drei des Leitungsbaus von Pondorf nach Winden sei die Druckprobe schon gemacht, erzählt Grimm. Es ist also durchaus ein Ende in Sicht bei den Arbeiten und gerade die Bewohner der oberen Ortschaften können sich schon bald über einen erhöhten Wasserdruck freuen.
Isabel Ammer
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