Montag, 18. Juni 2018
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Thomas Kolbinger aus Oberdolling fotografierte einen Blitzeinschlag ganz in seiner Nähe

"Das hat einen richtigen Schlag getan"

Oberdolling
erstellt am 13.06.2018 um 17:41 Uhr
aktualisiert am 17.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Oberdolling (DK) Sicherheitstechniker und Hobbyfotograf Thomas Kolbinger (42) aus Oberdolling ist vom heimischen Balkon aus die nebenstehende Aufnahme eines Blitzes gelungen, als dieser nur rund 100 Meter entfernt in den Edelstahlkamin eines landwirtschaftlichen Nebengebäudes einschlug. Wie er, selbst aktiver Feuerwehrmann, das erlebt hat und was ihm besondere Fotoaufnahmen bedeuten, hat er in einem Gespräch mit unserer Zeitung erzählt.
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Einen Blitz, der nur rund 100 Meter von ihm entfernt in einen außenstehenden Edelstahlkamin neben der Hauptstraße in Oberdolling einschlug, hielt Thomas Kolbinger fotografisch fest (oben). Das untere Bild zeigt Kolbinger auf seinem Balkon, von wo aus der Oberdollinger die Aufnahme machte.
Einen Blitz, der nur rund 100 Meter von ihm entfernt in einen außenstehenden Edelstahlkamin neben der Hauptstraße in Oberdolling einschlug, hielt Thomas Kolbinger fotografisch fest (oben). Das untere Bild zeigt Kolbinger auf seinem Balkon, von wo aus der Oberdollinger die Aufnahme machte.
Fotos: Kolbinger/Gülich
Oberdolling
Herr Kolbinger, das Foto, das Sie an den DONAUKURIER geschickt haben, mutet fast futuristisch an. Können Sie uns kurz berichten, wie es dazu gekommen ist?
Thomas Kolbinger: Ich bin leidenschaftlicher Hobbyfotograf und knipse eigentlich immer. Die Familie, Feiern, Ausflüge, auch mal die Rückenhaare einer Fliege mit einer Makrolinse. Silvesterfeuerwerke und Gewitter haben mich schon immer besonders fasziniert. Als ich gesehen habe, was sich da zusammenbraut, habe ich Kamera und Stativ auf dem Balkon aufgebaut, während meine Familie in Deckung gegangen ist.

Wie haben Sie den Blitzeinschlag erlebt?
Kolbinger: Das hat einen richtigen Schlag getan, dass ich dachte, jetzt geht die Welt unter. Das ist ja nicht nur heftig laut, sondern man fühlt auch eine Druckwelle. Ich wäre am liebsten Hals über Kopf ins Haus gestürzt, aber ich musste noch warten, bis die Kamera das Bild fertig belichtet hatte. Es waren sehr, sehr lange Sekunden, bis das soweit war. Mein Sohn saß mit schalldichten Kopfhörern vor dem Computer, als der Blitz eingeschlagen ist, aber selbst der kam aus seinem Zimmer und hat gefragt, was da los war.

Sie als Sicherheitstechniker und Feuerwehrmann wissen ja um die Gefahren. Hatten Sie Angst?
Kolbinger: Ja, sehr! Diese Naturgewalt ist unglaublich und wenn sie einem dann so nahe kommt, ist das schon sehr beklemmend. Da war ich erst mal bedient. Andererseits bin ich natürlich auch sehr froh über das gelungene Foto. Wir hatten an dem gleichen Abend noch einige Einsätze zum Kellerauspumpen mit der Feuerwehr, auf dem Nachhauseweg bin ich dann noch unten im Ort an den betroffenen Häusern vorbeigefahren, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist.

Und, war alles in Ordnung?
Kolbinger: Es gab auf jeden Fall keine Brandherde oder ähnliches, aber in mehreren Häusern war die gesamte Elektrik kaputt, auch die Automaten in der benachbarten Bankfiliale haben einige Tage nicht funktioniert.
 
Fotos: Kolbinger/Gülich
Oberdolling



Nochmal zu Ihrem Foto: Haben Sie die Aufnahme nachträglich bearbeitet?
Kolbinger: Ich habe Kontrast und Farbe angepasst, weil der Blitz so hell war, dass das Foto überbelichtet wurde. Sonst habe ich nichts verändert. Ich belichte meine Nachtaufnahmen meistens 30 Sekunden. Deshalb ist links noch der kleine Blitz zu sehen. Der ist weiter entfernt und ungefähr 20 Sekunden vor dem großen runtergekommen.

Und wenn jetzt das nächste Gewitter kommt?
Kolbinger: (Lacht) Dann bin ich natürlich wieder mit der Kamera draußen. Zum Leidwesen meiner Frau und meiner Kinder...

Das Gespräch führte

Anne Gülich.
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