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Tourist-Info Dietfurt geht mit der Zeit - Der persönliche Kontakt ist nach wie vor gefragt

Geheimtipps gibt es nicht im Internet

Dietfurt
erstellt am 14.09.2018 um 18:18 Uhr
aktualisiert am 19.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Dietfurt (uke) Wo gehen wir am besten essen? Was machen wir, wenn es regnet? Diese und andere Fragen stellen sich Urlauber während ihres Aufenthalts immer wieder. Erste Anlaufstelle ist in vielen Fällen die Tourist-Info. Das ist auch in Dietfurt nicht anders.
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Wanderer gehören zur wichtigsten Klientel der Tourist-Info. Die Anmeldungen zu den geführten Touren-Angeboten laufen ausschließlich dort ein.
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"Wir kommen während der Saison an so manchem Vormittag gar nicht dazu, uns hinzusetzen", erzählt Pia Pritschet, die seit gut fünf Jahren die Tourist-Info im Erdgeschoss des Dietfurter Rathauses leitet. Damit bestätigt sie, dass trotz vieler digitaler Helfer der direkte Kontakt vor Ort auch in Zeiten des Internets und der Online-Buchungen nach wie vor gefragt ist.

Vor einem Sterben der Tourist-Informationen, wie gelegentlich in Fachkreisen befürchtet, ist ihr nicht bange. Allerdings bestätigt auch sie, dass sich das Verhalten der Urlauber durchaus geändert. "Sie haben viel mehr Vorwissen als früher", sagt sie, "wenn sie zu uns kommen". Das Internet liefere innerhalb von Sekunden jede gewünschte Information über Sehenswürdigkeiten in Dietfurt, über das Angebot für Gäste und Veranstaltungen aller Art.

Während vor einigen Jahren das Urlaubsquartier im Reisebüro, über den Katalog oder Prospekte ausgekundschaftet und dann am Telefon gebucht wurde, ist dieses Geschäft heute großteils ins Internet gewandert. Hotelportale wie booking.com würden zuverlässig Auskunft geben, wo wann etwas frei ist und was es kostet. Diesem Trend hätten sich auch die Dietfurter Beherbergungsbetriebe nicht verschlossen.

Dennoch gibt es sie immer noch, die Spontanurlauber, die am Counter der Tourist-Info stehen und ein freies Bett suchen. "Unsere Hauptklientel sind halt Radler und Wanderer", sagt Pritschet. Und die würden oft spontan beschließen, genau hier eine Nacht zu bleiben. Nicht immer könnten sie problemlos untergebracht werden. "Das Risiko, kein Zimmer mehr zu bekommen, ist größer geworden", weiß Pritschet. Die Auslastung gehe auch in Dietfurt nach oben, was bei konstanten Übernachtungszahlen der Tatsache geschuldet sei, dass beliebte Quartiere wie der Gasthof Stirzer momentan geschlossen sind. Der Griff zum Telefonhörer und der direkte Draht zu den Gastronomen und Privatvermietern ist damit für Pritschet und ihre Kolleginnen, die abwechselnd im Rathaus und im Hollerhaus Dienst tun, immer noch Bestandteil ihrer Tätigkeit.

Auch wenn viele Urlauber über die Datenautobahn Kurs auf Dietfurt und das Altmühltal nehmen, so gibt es in der täglichen Arbeit noch viel, das nicht über den Computer läuft. Die Anmeldungen zur geführten Wanderung - auf dem Wanderweg oberhalb der Mühlbachquellhöhle zum Beispiel - oder die für die wöchentliche Busfahrt nach Regensburg erfolgen über das Telefon. "Unsere Serviceleistungen helfen Ihnen weiter: Zimmervermittlung, Prospektmaterial, Pauschal-Arrangements, Stadtführungen, Reiseleitung, Wander- und Radtourenbegleitung für Gruppen, organisierte Ausflugsfahrten und Bahnauskunft", heißt es auf der Homepage der Tourist-Info. Gleichzeitig hat diese den Anschluss an die neue Zeit keineswegs verpasst. Unter der Rubrik "Suchen und buchen" auf der Internetseite zum Beispiel der Stadt kommt sie den veränderten Gewohnheiten des Gastes im 21. Jahrhundert entgegen. Kartenmaterial, Flyer und Prospekte gibt es nach wie vor in Papierform, doch immer häufiger beobachtet Pritschet, dass Informationen aus den Urlaubmagazinen mit dem Smartphone abfotografiert werden. Weil Radkarten bei Regen suboptimal sind, "weisen wir auf die App Bayernnetz für Radler hin", so Pritschet. Sie kann kostenlos im Playstore heruntergeladen werden. Und auch auf Facebook ist die Tourist-Info längst zu finden, wobei Pritschet stolz darauf ist, dass sie und ihre Kolleginnen mit 4,4 von 5 Punkten eine überaus gute Bewertung eingefahren haben.

Auf etwa 60 bis 70 Prozent schätzt die Tourismuschefin die Anfragen, die täglich an sie herangetragen werden. "Die meisten, die zu uns kommen, wollen Geheimtipps", erzählt sie. Und die gibt es halt nicht über das Internet.
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