Sonntag, 18. November 2018
Lade Login-Box.

Hans Georg Huber ist 71-jährig gestorben – Als weltoffener und heimatverbundener Mensch geschätzt

"Ethisch denkender Unternehmer"

Berching
erstellt am 17.03.2014 um 20:01 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 23:38 Uhr | x gelesen
Berching (DK) Die Nachricht kam völlig überraschend: Hans Georg Huber ist tot. Der Seniorchef und Aufsichtsratsvorsitzende der Huber SE Berching ist in der Nacht auf Samstag im Alter von 71 Jahren gestorben.
Textgröße
Drucken
Berching: "Ethisch denkender Unternehmer"
 
Berching

Unternehmer gibt es viele, Unternehmerpersönlichkeiten wie Hans Huber trifft man nicht alle Tage. Im Gespräch mit unserer Zeitung vor knapp zwei Wochen sagte er, dass er sich „seinen Mitarbeitern, der Familie und der Region“ verbunden und verpflichtet fühle. Und Äußerungen wie diese waren für Huber keine Floskeln, sondern gelebtes Leben. Vielfach hat sich der Ehrenbürger der Stadt Berching in der Region engagiert und unermüdlich für seine Leidenschaft und Lebensaufgabe, Wasser als wertvolle und bedeutsame Ressource zu schätzen, zu schützen und vielfach zu nutzen, eingesetzt. Gemeinsam mit rund 1000 Mitarbeitern, die in 60 Ländern beschäftigt sind, davon 600 am Stammsitz in Berching-Erasbach. Der Präsident der Technischen Universität München (TU), Wolfgang Herrmann, hatte Huber anlässlich dessen 70. Geburtstags im September 2012 als „ethisch denkenden Unternehmer“ gewürdigt. Und Ministerpräsident Horst Seehofer sagte bei diesem Festakt auf Schloss Hirschberg über den Jubilar: „Hans Huber ist ein herausragender und großer Bürger von Bayern.“

Am 6. September 1942 in Neumarkt geboren, hat Huber nach dem Abitur am Christoph-Scheiner-Gymnasium in Ingolstadt in München von 1961 bis 1967 an der TU Verfahrenstechnik studiert. Gemeinsam mit seinem Bruder Karl-Josef übernahm er 1967 die Geschäftsführung des seit über 130 Jahren bestehenden Familienunternehmens Hans Huber GmbH. 25 Mitarbeiter waren damals beschäftigt. Mit mehr als 33 000 installierten Anlagen sowie mehr als 20 Tochterunternehmen und weiteren Repräsentanzen zählt Huber inzwischen zu den international bedeutenden Unternehmen der Branche. Huber setzte während seiner Zeit an der Spitze des Unternehmens erfolgreich auf Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Maschinen und Anlagen zur Wasseraufbereitung sowie auf die Positionierung als Lösungsanbieter für die Behandlung von Wasser, Abwasser und Schlamm.

Damals, erinnerte er sich im DK-Gespräch, in den 70ern und den nachfolgenden Jahren, sei man auch in Deutschland „noch unachtsam mit der kostbaren Ressource umgegangen, habe Abwasser in die Flüsse geleitet und das wertvolle Gut verschmutzt“. Heutzutage liegen, das war seine Meinung, die weltweiten Herausforderungen in den Megacitys, in denen immer mehr Menschen mehr Wasser benötigten. Huber hatte auf seinen Reisen rund um den Erdball die Menschen, die Umwelt, die globalen Entwicklungen und den Klimawandel im Blick und sich neben seinem Unternehmerdasein auch den Ruf eines kompetenten und weitsichtigen Beraters erworben, war in dieser Funktion auch für internationale Gremien tätig. Überhaupt wurde Huber von vielen als liebenswürdiger, humorvoller und kluger Gesprächspartner und Ratgeber geschätzt.

Hans Huber konnte viele Geschichten rund ums Wasser erzählen. Von visionären Abwassersystemen, von immensen Aufträgen in China, in Brasilien oder in arabischen Ländern. Er berichtete von wissenschaftlichen Untersuchungen und von neuen wegweisenden Methoden, auch im Kleinen: etwa dem „Re-Use-Park“ auf dem Betriebsgelände in Berching. Auf etwa 900 Quadratmetern entstand dort eine Gartenanlage, die die Inhalte aus Küchen- und Toilettenleitungen – Gelb-, Braun-, und Grauwasser – aufbereitet.

Ein Erlebnis ist dem weltoffenen wie welterfahrenen Menschen ganz besonders in Erinnerung geblieben, wie er sagte. In Indien hat er einem Jungen, der vor seinem Hotel bettelte, statt ein paar Dollar ein Paket Milchpulver in die Hand gedrückt. Ein paar Tage später stand derselbe Junge wieder vor der Tür. Er fragte ihn, warum er schon wieder da stehe. Er habe doch bereits etwas bekommen. „Ich habe kein Wasser, um das Pulver anzurühren“ lautete die Antwort“, die den Unternehmer bewegt hat. „Wasser“, sagte er, „ist das kostbarste Gut, und es geht uns alle an.“

Ministerpräsident Seehofer, hatte beim Festakt 2012 noch gesagt, Hans Huber sei „in der Welt zu Hause, aber in der Oberpfalz daheim“. Am Samstag, 22. März, wird Hans Huber in Berching beigesetzt. Davor findet um 11 Uhr in der Benediktinerabtei Plankstetten ein Trauergottesdienst statt.

Von Katrin Fehr
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!