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Berching feiert seinen berühmtesten Bürger mit einem abwechslungsreichen Fest

Gluck-Hochburg im Glück

Berching
erstellt am 27.07.2014 um 19:19 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 23:42 Uhr | x gelesen
Berching (DK) Eine Stadt im Gluck(s)-Taumel, zumindest bis gestern Nachmittag das Gewitter losbrach: Zu einem großen Erfolg wurde das von den Gluck-Freunden initiierte dreitägige Barockfest. Und auch die Wasserwacht Berching übertraf sich heuer selbst mit ihrem Barockfeuerwerk am Kanal.
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Berching: Gluck-Hochburg im Glück
Kaum ein Durchkommen gab es am Samstag in der Berchinger Innenstadt. Tausende Besucher flanierten über den Barockmarkt und feierten den 300. Geburtstag des Komponisten Christoph Willibald Gluck. - Foto: Adam
Berching

„Einfach baff“ seien sie gewesen, als sie in diese „oardliche“ Stadt kamen und erlebten, „was hier für eine Gluck-Hochburg“ ist. Seit Jahren besuchen Sonja und Helmut Eberle aus Nürnberg die Gluck-Opern-Festspiele in der Frankenmetropole und deshalb wollten sie „einmal ein bisschen schauen“, als sie vom Gluck-Barockfest in Berching hörten. „Aber das hier übertrifft unsere Erwartungen bei Weitem. Das ist keine kleine Veranstaltung, da feiert ja eine ganze Stadt mit!“, schwärmte Sonja Eberle. Und deshalb war das Paar nach dem ersten Besuch am Freitagabend auch gleich am Samstag noch einmal gekommen. „Und vielleicht fahren wir am Sonntag wieder her, weil’s so schön ist.“

Das Programm, dass der Freundeskreis Christoph Willibald Gluck mit seiner Vorsitzenden Ursula Lindl zusammengestellt hatte, ließ wirklich keine Wünsche offen. Ein barocker Markt mit mehr als 30 Ständen bot viel zum Staunen oder Kaufen. Filzprodukte, Buchbinderkunst, Töpfern, Seifen, Gewürze, Holz, Stein oder Schmuck, überall wurden nicht nur Waren angeboten, sondern gab es für Groß und Klein auch die Möglichkeit, den Handwerkern und Künstlern zuzuschauen oder sogar selbst aktiv zu werden. Besonders beliebt bei Kindern: die hölzernen Karussells, die sich schwungvoll im Kreis oder in luftige Höhen bewegten – angetrieben wie einst nur mit Muskelkraft.

Die Sonderbriefmarke „300 Jahre Christoph Willibald Gluck“, die in einem Sonderpostamt im Rathaus mit Ersttagsstempel zu erhalten war, fand viele Interessenten. Und wer Hunger bekam, konnte sich mit dem „Glucklicken“ (einem Schokokuchen), einem „feurigen Ritterschlag“ (Gulascheintopf), mit Sau vom Spieß oder mit „Le Cinesi“ (Asianudeln) und vielem mehr stärken – oder einen „Cocktail l’amour Gluck“ genießen. Die Schaufenster waren mit barocken Kostümen und Gluck-Bildern geschmückt, und in der Stadt flanierten Stadtbewohner in aufwendigen Barockkostümen. Die Straßenkünstlerin „Madamme“ trat auf und ein „Bader“ demonstrierte seine Kunst mit Aderlass, Entwurmung, Operation und „allerlei Heylung“ an geeigneten Passanten. Die Theatergruppe des Willibald-Gluck-Gymnasiums Neumarkt führte „Romeo & Julia“ im Park auf, andernorts gab es Flötenkonzerte oder neben vielen weiteren musikalischen Höhepunkten Unterhaltung mit dem Musiktheater Scharlatan und dem Musikduo „Tancredo & Lothar“. Kurzum – ganz Berching präsentierte sich im „Gluck-Fieber“.

Die Besucher würdigten den riesigen Aufwand mit viel Lob. „Hier ist alles aus einem Guss, es wurde an jede noch so kleine Kleinigkeit gedacht. Das hat alles viel Stil und Flair“, schwärmte eine Besucherin aus Ingolstadt.

Viel Applaus erhielt die Wasserwacht Berching für ihr spektakuläres Barockfeuerwerk, das Samstag am späten Abend die nächtliche Kulisse farbenprächtig in Szene setzte. Auch die Show von Flammenartist Eberhard Wolter am Freitag und die unterhaltsamen Spiele mit Fischerstechen und Paddelbootrennen an den Nachmittagen unterhielt die Zuschauer bestens. Krönender Abschluss war die „Matinee in Weiß“ gestern Morgen – bevor dann der Regen kam. (Weitere Berichte folgen)

Von Regine Adam
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