Sonntag, 20. Mai 2018
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Der lange Weg des Breitbandausbaus hat in Altmannstein ein erstes Ziel erreicht

Schnelles Internet für 2400 Haushalte

Altmannstein
erstellt am 15.02.2018 um 14:50 Uhr
aktualisiert am 19.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Altmannstein (DK) Lange haben die Altmannsteiner gewartet, nun ist es da: das schnelle Internet. Seit heute können 2400 Haushalte in der Großgemeinde mit bis zu 100 Mbit pro Sekunde surfen.
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Startschuss für das schnelle Internet: Der Geschäftsleitende Beamte Manfred Zippel (v.
Startschuss für das schnelle Internet: Der Geschäftsleitende Beamte Manfred Zippel (v. l.), Bürgermeister Norbert Hummel und Stefan Hanke sowie Michael Zilch von der Telekom drücken symbolisch den Knopf.
Ammer
Altmannstein
Wenn sie den entsprechenden Vertrag abschließen. Damit ist das Thema aber nicht beendet, im Nahbereich sowie über das Höfeprogramm soll der Breitbandausbau weitergehen.

Symbolisch haben Bürgermeister Norbert Hummel, der Geschäftsleitende Beamte Manfred Zippel sowie Stefan Hanke und Michael Zilch von der Telekom auf den blau-weißen Knopf gedrückt. Die schnellen Internet-Anschlüsse stehen den Altmannsteinern nun bereit. 2400 Haushalte können von den 100 Megabit pro Sekunde profitieren - wer will, kann damit telefonieren, fernsehen und gleichzeitig im Internet surfen. "Wir haben einen großen Schritt in diesem Bereich erreicht", freut sich Bürgermeister Norbert Hummel. Zugleich ist er froh, durch dieses Programm durch zu sein. "Es hat viel Kraft gekostet." Er spielt damit auf die Verzögerungen an, die es beim Breitbandausbau gab. Doch wichtig sein nun, dass es funktioniere.

Dabei gibt es noch ein Zuckerl für die Großgemeinde: Alle Anschlüsse, die erst jetzt fertig geworden sind, sind mit der sogenannten Vectoring-Technologie ausgestattet, die das bezogene Internet noch beschleunigt. Die EU-Komission hatte diese erst im August dieses Jahres erlaubt. So kommen auch die bis zu 100 Mbit pro Sekunde zustande statt der angedachten 30 bis 50 Mbit. Der Pondorfer Bereich, der bereits seit Juli 2017 für das schnellere Internet freigeschaltet ist, kann demnach noch nicht von dieser Technologie profitieren. "Im Pondorfer Bereich müssen wir hier sukzessive nachrüsten", so Stefan Hanke von der Telekom. Denn: "50 Mbit sind toll, in fünf Jahren kann das aber anders ausschauen." Schließlich würden gerade im Fernsehbereich neue Technologien wie Ultra HD vor der Türe stehen. Und gerade Fernsehen sei ressourcenfressend. "Da müssen wir die Bandbreite nach vorne schieben."

Auch in anderen Bereichen der Großgemeinde muss noch nachgerüstet werden. So gibt es in der Kerngemeinde selbst den sogenannten Nahbereich, in dem die Bewohner noch nicht von den schnellen Internet-Anschlüssen profitieren können. "Bisher ist der Vectoring-Ausbau im sogenannten Nahbereich um die Hauptverteiler nicht möglich, weil es zu Störungen im Netzbetrieb kommen könnte", heißt es vonseiten der Telekom. Aber auch dieser Ausbau soll möglichst schnell über die Bühne gebracht werden, betont Hanke. In Altmannstein sind im Kernort vor allem Bewohner hangseits am Freibad betroffen, beschreibt Zippel. Ganz genau sei der Bereich nicht zu definieren. Denn auch hier könne es sein, dass bei dem einen oder anderen Nutzer eine höhere Leistung durchschlage. Das sei objektabhängig. Zippel empfiehlt hier, wie auch jedem anderen Internetnutzer eine Geschwindigkeitsprüfung über die Bundesnetzagentur.

Wer nun vom schnellen Internet profitieren möchte, muss selbst aktiv werden und den gewünschten Tarif bei der Telekom beauftragen. Eine automatische Umstellung erfolgt nicht, wie Hanke betont. Wie auch schon im Pondorfer Bereich sind ab sofort in den kommenden Wochen Trupps unterwegs, die von Haustüre zu Haustüre ziehen und entsprechende Verträge anbieten. Sie haben jeweils ein Schreiben von der Telekom und einen Lichtbildausweis dabei. Wer kein Geschäft an der Haustüre abschließen will, kann auch in einen der Telekom-Shops in Kelheim und Ingolstadt oder zu einem der Telekom-Partner - P2media in Beilngries, Expert Reng in Neustadt und Telefonmarkt Einkaufszentrum in Abensberg gehen. Nähere Informationen dazu gibt es auch auf der Homepage der Gemeinde unter www.altmannstein.de.

Die Verzögerungen beim Breitbandausbau im Altmannsteiner Bereich begründet Hanke damit, dass das Förderprogramm zwar ein riesen Potenzial berge, in diesem Zuge aber sozusagen ganz Bayern umgegraben werde. Und die Zahl der Baufirmen sei endlich. Gerade der Tiefbau koste viel Zeit und in der Großgemeinde Altmannstein musste das Netz auf einer Strecke von über 41 Kilometern ausgebaut werden "Das Projekt war sehr groß", so Hanke. Ärger gab es auch mit Baustellen, die offen oder schlampig zurückgelassen worden seien, wie von den Bürgern vielfach zu hören war. Auch jetzt sind noch nicht alle Gehwege wieder auf Normalzustand gebracht. Sobald es bauseits möglich sei, also wenn der Boden nicht mehr gefroren ist, würde das allerdings erledigt, erklärt Hanke. Schließlich gebe es ja am Ende auch eine Abnahme mit der Gemeinde, bei der alle Wege wieder so sein sollen, wie sie vorher waren.

Der nächste Schritt im Breitbandausbau ist für Altmannstein - neben dem Nahbereich - das Höfeprogramm. Die Marktgemeinde ist für das Programm angemeldet, über das mit Hilfe von zusätzlichen Fördermitteln abgelegene Höfe und Siedlungen an das Glasfasernetz angeschlossen werden sollen. "Wir müssen jetzt die Ausschreibung abwarten", sagt Zippel. Natürlich kosten die Anschlüsse viel Geld, schließlich sind die Strecken zu den einzelnen Weilern weit und die Kunden, die es dort gibt, nur wenige. Doch Ziel des Freistaats ist es, flächendeckend Hochgeschwindigkeitsnetze zu schaffen und das modernste Breitband für Bürger und Unternehmen zum Standard zu machen, wie es auf der Seite des Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat heißt.

Isabel Ammer
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