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Seit sieben Jahren wirken zwei Dutzend Wortgottesdienstleiter im Pfarrverband

Angebot wird nicht überall angenommen

Altmannstein
erstellt am 12.03.2018 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 16.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Altmannstein (DK) Als sich vor sieben Jahren zwei Dutzend Frauen und Männer im Pfarrverband Altmannstein bereiterklärten, im zweiwöchentlichen Turnus Wortgottesdienste anzubieten, war die Freude groß. Diese Freude hat sich etwas getrübt, da zum Teil wenige Gläubige dieses Angebot annehmen.
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Altmannstein: Angebot wird nicht überall angenommen
Im gesamten Pfarrverband Altmannstein, Hagenhill, Mendorf, Sollern, Steinsdorf und Tettenwang wirken Dutzende Ministranten, Jugendliche, Frauen und Männer als Laien mit. Die beiden Geistlichen Wolfgang Stowasser und John Joseph wünschen sich aber eine noch größere Akzeptanz bei den Pfarrangehörigen. - Foto: Hegenberger
Altmannstein

Dieses Feedback gab es beim kürzlich stattgefundenen Treffen im Hagenhiller Jugendheim. Während in vielen Pfarreien Deutschlands aufgrund des Priestermangels die Kirchen immer öfter geschlossen bleiben, hat sich mit der Einführung der Werktags-Wortgottesdienste im Jahr 2011 eine "Tür aufgetan". Das empfanden auch die beiden Geistlichen, Pfarrer Wolfgang Stowasser und Pfarrvikar John Joseph, als große Bereicherung.

Zeigten sich anfangs einige Gläubige skeptisch, wie sich die Wortgottesdienste als "Gottesdienstersatz" einspielen werden, so gibt es inzwischen größtenteils zufriedene Gläubige, welche den Wert dieser Wort-Gottes-Feiern sehr schätzen. Dennoch wird dieses Angebot in den Pfarreien des Pfarrverbands ganz unterschiedlich aufgenommen.

Sehr zufrieden zeigen sich die Wortgottesdienstleiter in Hagenhill und Tettenwang, nur geringe Resonanz erfahren die Wortgottesdienste in der Kerngemeinde Altmannstein. "Woran liegt das" - stellen sich die Wortgottesdienstleiter beim Treffen mit den beiden Geistlichen die Frage. Dabei liegt die Grundlage dieser Gottesdienstgestaltung in der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils, welches nicht nur vom Tisch des Herrenmahles, sondern ausdrücklich auch vom Tisch des Gotteswortes spricht. Im Mittelpunkt der Wort-Gottes-Feier steht das kraftvolle und lebendige, überzeugende und entscheidende Wort Gottes. Sie setzt sich aus drei Elementen zusammen: Lesung und Evangelium sowie Gesang und Gebet. "Die Wort-Gottes-Feier ist eine andere Gottesdienstform als die Eucharistiefeier, nicht deren Imitation. Sie kann somit auch nicht als Notbehelf betrachtet werden. Sie ist mehr als das. Sie ist ein Gottesdienst, der es in sich hat: das Wort Gottes als Brot des Lebens. Somit ist die Wort-Gottes-Feier kein Gottesdienst von geringerem Wert und schon gar nicht eine reduzierte Messe ohne Abendmahlsworte", betonen Wolfgang Stowasser und John Joseph. Und mehr noch: Sie sind dankbar für das große Engagement von rund zwei Dutzend Frauen und Männern im Pfarrverband Altmannstein. "Viele Gläubige tun sich noch schwer mit dem Hören beim Wortgottesdienst - und vor allem, dass nicht der Pfarrer oder Pfarrvikar diese Wortgottesdienste zelebrieren", so Stowasser. Aber aufgrund des Priestermangels müssten die Gläubigen umdenken und sollten sich dieses gute Angebot nicht entgehen lassen.

Pfarrer Stowasser vergegenwärtigte, wie viele kirchliche Treffen in den Gotteshäusern als Wortgottesdienste im Pfarrverband das ganze Jahr über gefeiert werden. Dazu zählen Adventsandachten, Licht von Bethlehem, Kinderchristmetten, Täuflingstreffen, generell alle Taufen und der Wortgottesdienst am Aschermittwoch. Zur Vorbereitung auf die Erstkommunion bieten Tischmütter sogenannte Weg-Gottesdienste an. Schließlich zählen auch das Rosenkranzgebet vor der Messe, der Sterberosenkranz, der Oktoberrosenkranz, die Allerseelenrosenkränze sowie die Kreuzwegandachten in der Fastenzeit zu Wortgottesdiensten. Ebenso sind der Emmausgang mit Andacht, die Maiandachten, die (Klein-) Kindergottesdienste, die Schulgottesdienste in Altmannstein und Schamhaupten sowie Andachten in Kindergärten, im Seniorenkreis und beim Frauenbund als Wortgottesdienste einzustufen. Immer mehr Klassentreffen werden als Wortgottesdienst gefeiert und des Weiteren zählen die Bußgottesdienste im Advent und in der Fastenzeit sowie die Aussegnungen von Gestorbenen und die "Nacht der Heiligen" sowie Familienwortgottesdienste ebenso zu den Wortgottesfeiern. Ganz markante Wort-Gottes-Feiern werden am Karfreitag sowie zum Jahresschluss an Silvester den Gläubigen angeboten. Im Mittelpunkt aller dieser Feiern steht die Verkündigung des Wortes Gottes.

Glücklich schätzen sich die beiden Priester, dass sich zwei Dutzend Frauen und Männer bereiterklären, im Turnus mit den Eucharistiefeiern Wortgottesfeiern anzubieten. "Wir wünschen uns als Geistliche nichts mehr, als dass die Gläubigen das reichhaltige kirchliche Angebot im Pfarrverband Altmannstein annehmen", appelliert Stowasser an die rund 3400 Seelen in den sechs Pfarreien. In den regelmäßigen Treffen werden die Wortgottesdienstleiter von den Geistlichen aus- und fortgebildet und sind so auf die laufenden Veränderungen in der Gemeindearbeit bestens vorbereitet.

Von Bernhard Hegenberger
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