Freitag, 19. Oktober 2018
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Riedenburger Grundschüler beteiligen sich an den diesjährigen Waldjugendspielen

Abenteuer unter Baumkronen

Kelheim
erstellt am 13.06.2018 um 17:40 Uhr
aktualisiert am 17.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kelheim/Riedenburg (DK) Jahr für Jahr tummeln sich die Drittklässler aus dem Landkreis Kelheim auf Einladung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Wald. Mit von der Partie sind auch die Riedenburger Mädchen und Buben: 24 haben sich heuer an den Waldjugendspielen beteiligt.
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Vom Sterschlichten (links) bis zur Bestimmung von Baumarten anhand ihrer Blätter war bei den Waldjugendspielen viel geboten. Die 32 Drittklässler aus Riedenburg hatten viel Spaß bei diesem Unterricht der anderen Art.
Vom Sterschlichten (links) bis zur Bestimmung von Baumarten anhand ihrer Blätter war bei den Waldjugendspielen viel geboten. Die 24 Drittklässler aus Riedenburg hatten viel Spaß bei diesem Unterricht der anderen Art.
Fotos: Erl
Kelheim
Etwas müde sind die Kinder der Klasse 3a von der Grundschule Riedenburg nach drei Stunden Fußmarsch durch den Wald zwar schon. Aber die Faszination dieser grünen Lebenswelt fesselt sie trotz der ersten matten Beine immer noch. Zumal wenn ihr Förster sie im Rahmen der Waldjugendspiele kurz vor dem Ziel um sich schart und neugierig fragt, was ihnen denn bei dieser gemeinsamen Wanderung am besten gefallen hat. "Alles", rufen die 24 Schülerinnen und Schüler wie aus einem Mund und lautstark in den grünen Tann. So laut, dass es auch die anderen Klassen noch deutlich hören können.
 
Fotos: Erl
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Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist längst vergessen, dass zwei Buben während der gemeinsamen Brotzeit im Wald ein Wespennest aufgestöbert haben und prompt gestochen wurden. Doch eine schmerzlindernde Salbe der Sanitäter hat die Stichstellen an den Wadeln rasch besänftigt. Wald - das ist zwar die tägliche Landschaftskulisse dieser zumeist neunjährigen Mädchen und Buben aus dem Gemeindebereich. Doch wenn ein Förster sie in seinen beruflichen Alltag mitnimmt, dann verspricht das zum fesselnden Abenteuer zu werden. Zumal, wenn sie dazu für einen Tag nicht im Klassenzimmer sitzen müssen und stattdessen eine ganze Reihe von Abenteuern erleben können.
 
Fotos: Erl
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Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg lädt die dritten Klassen aller Schulen im Landkreis seit vielen Jahren schon zu diesen Waldjugendspielen ein und das Interesse daran ist ungebrochen. Auch heuer sind Peter Enders als Chef des Forstbereiches sowie seine Förster und Mitarbeiter des Amtes zusammen mit zahlreichen freiwilligen Forstfachleuten von Dienstag bis Donnerstag einen Vormittag lang nur für die Schüler da. Sie erkunden gemeinsam den Wald auf einer Rundstrecke um das Frauenhäusl bei Kelheim und laden zum Spielen, zum Lernen und zum Entdecken der Naturvielfalt in den heimischen Wäldern ein. "Wir können euch dafür keine besondere Honorierung anbieten. Aber ich weiß, die Begeisterung der Kinder an diesen Tagen ist für euch Ansporn und Belohnung", betonte Enders in der morgendlichen Runde. Tatsächlich haben auch die Förster ihre Freude daran, die eigene Begeisterung für das Faszinosum Wald an die Kinder weiterzugeben. Das Forstpersonal hat Spielstationen und Fragenstände zwischen den Bäumen aufgebaut, wo sich die Kinder auch mal austoben oder ihr Wissen einbringen können. Obendrein sind Tiersuchtafeln entlang des Weges im Wald versteckt, um die Aufmerksamkeit der kleinen Naturforscher auch auf die Bereiche abseits des Weges zu lenken. Ein magischer Punkt ist auch der Infostand der Imker, an dem die Buben und Mädchen genussvoll Honig schlecken dürfen.
An einigen Wissensständen (oben) konnten die Mädchen und Buben unter Beweis stellen, was sie schon alles gelernt haben. Das Pausenbrot schmeckte im Wald gleich doppelt so gut.
An einigen Wissensständen (oben) konnten die Mädchen und Buben unter Beweis stellen, was sie schon alles gelernt haben. Das Pausenbrot schmeckte im Wald gleich doppelt so gut.
Fotos: Erl
Kelheim



Die Kinder aus Riedenburg wissen erstaunlich gut über den Wald Bescheid. "Tannenzapfen findet man nie auf dem Waldboden, die Schuppen fallen einzeln vom Baum ab. Nur Fichtenzapfen fallen ganz herunter", weiß Josefine Uttlinger. Auch Helene Schneider kennt sich bestens aus. "Eine Tanne kann das nicht sein, denn die hat ja zwei helle Linien auf der Nadelunterseite", weiß sie selbstbewusst und definiert den Baum am anderen Ende des vorgehaltenen Zweiges als Fichte. Auch die Buben sind diszipliniert und konzentriert dabei, selbst wenn ihr Pulsschlag bei den körperbetonten Spielen wie Sterschlichten oder Turmbauen schneller geht.

Für Schulleiter Norbert Nadler, der diesmal die Klasse in den Wald begleitet, ist dieser Spiel- und Wissenstag in der freien Natur eine willkommene Bereicherung. "Keine Frage, da nehmen wir teil", ist seine Reaktion zu der jährlichen Einladung der Forstbehörde. "Die Waldjugendspiele sind eine wertvolle Mischung aus Naturerleben, dem Wissen über die Natur und dem Spaß, das alles gemeinsam als Team zu bestehen", ist seine Erfahrung.

Und ob die Klasse nach dem Auszählen der Wertungspunkte eine Chance auf den Gesamtsieg hat, ist nach diesem Grundsatz ohnehin zweitrangig. Jedes teilnehmende Kind und auch die Lehrer bekommen am Zielpunkt eine Holzmedaille umgehängt, denn es zählt alleine der olympische Gedanke: Dabei sein ist alles.
 
Lorenz Erl
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