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Riedenburger Wasserwacht blickt auf Badejahr am Agathasee zurück - Zufrieden mit neuen Garagen

512 Wachstunden an 27 Tagen

Riedenburg
erstellt am 10.10.2018 um 18:47 Uhr
aktualisiert am 14.10.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Riedenburg (DK) An 27 Tagen hat die Riedenburger Wasserwacht am Agathasee das Badegeschehen überwacht. Der heiße Sommer brachte Spitzenwerte von bis zu 2500 Gästen an besonders schönen Tagen. Zweimal wurde der Rettungsdienst gebraucht. Insgesamt bringt es die Ortsgrupe auf 512 Wachstunden.
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Rund fünf Minuten schneller ist die Riedenburger Wasserwacht nun, wenn sie zu einem Einsatz gerufen wird. Der Grund: Die zentrale Unterbringung aller Einsatzfahrzeuge in der neuen Garage an der Schulstraße. Eine enorme Erleichterung, wie Vorsitzender Eric Streit (rechts) und der Technische Leiter Bernhard Müller betonen.
Rund fünf Minuten schneller ist die Riedenburger Wasserwacht nun, wenn sie zu einem Einsatz gerufen wird. Der Grund: Die zentrale Unterbringung aller Einsatzfahrzeuge in der neuen Garage an der Schulstraße. Eine enorme Erleichterung, wie Vorsitzender Eric Streit (rechts) und der Technische Leiter Bernhard Müller betonen.
Schmied
Riedenburg
Es sind beachtliche Zahlen, die die Riedenburger Wasserwacht vorlegen kann. Bilanziert wird pro Quartal, das Resmüee zum Sommer kann Vorsitzender Eric Streit damit bereits vorlegen. "Der erste Wachdienst war am 27. Mai, der letzte am 21. August", sagt er. An jedem sonnigen Wochenende leistete die Ortsgruppe Dienst am Agathasee, teilweise auch unter der Woche, wenn es das Wetter nötig machte. Das Badewetter fiel heuer sehr gut aus. "An einem schönen Tag waren es da schon einmal bis zu 2500 Leute", so Streit. Die Durchschnittszahl schätzt er auf 600 bis 700 Badegäste pro schönem Tag. Auch, wenn "nur" 300 Menschen an den Agathasee kamen, sei die Wasserwacht da gewesen. Eine genaue Zählung der Badegäste macht die Ortsgruppe zwar nicht. "In den Wachprotokollen halten wir die Zahl der Gäste aber natürlich schon als Schätzwert fest."

Insgesamt waren es 512 Wachstunden - allein 146 davon entfallen auf das Agratamagatha-Festival Ende Juli. 36 Mitglieder wechselten sich ab, mindestens zu Dritt waren sie jeweils. Bereit standen ein Boot und ein Auto mit entsprechender Ausrüstung. "Insgesamt waren es 42 Erste-Hilfe-Leistungen", zählt Streit weiter auf. Schürfwunden oder Bienenstiche waren zu verarzten, so mancher erlitt einen Kreislaufkollaps. Zweimal wurde der Rettungsdienst gebraucht. "Für die Anzahl der Gäste und die Zahl der sonnigen Tage ist relativ wenig passiert", fasst er zusammen.

Nach dem "Höllenjahr" 2107 mit 32 Alarmierungen ist es auch laut Bernhard Müller, dem Technischen Leiter der Ortsgruppe, heuer deutlich ruhiger. "Bis dato haben wir 15 Alarmierungen, davon zehn im Riedenburger Bereich." Dieser Wert sei dennoch eklatant, noch vor ein paar Jahren sei man eher Richtung Kelheim aufgebrochen, wenn zu einem Einsatz gerufen wurde. Die Riedenburger Wasserwacht betreut das Gebiet vom Donaudurchbruch bis Altmannstein über die Dietfurter Schleuse und Hemau bis hin zum Saaler Bootshafen. Warum in den vergangenen eineinhalb Jahren gerade rund um Riedenburg so viel zusammenkommt, könne man nicht greifen, sagt Müller. "Alleine am Agathasee waren es in dieser Zeit vier Alarmierungen." Zum Beispiel beim diesjährigen Agratamagatha, als wegen einer Unwetterwarnung kurzzeitig das Festival unterbrochen wurde. Oder am 22. Mai, als ein 24-jähriger Badegast verunglückte - den Lebensretter, Urlaubsgast Dietmar Hirschl, will die Riedenburger Wasserwacht noch einmal besonders ehren. Zu den Wasserrettungseinsätzen zählt auch das Auto, das im April bei Kastlhof in den Main-Donau-Kanal rollte - der Fahrer hatte vergessen, beim Parken die Handbremse anzuziehen.

Zu den Einsätzen bricht die Wasserwacht seit rund einem Jahr von den neuen Garagen an der Schulstraße aus auf. Anfang Oktober vergangenen Jahres wurde das Gebäude eingeweiht. Zuvor waren Boote und Einsatzwagen an verschiedenen Stellen untergebracht, nun ist alles an einem Ort konzentriert. "Wir sind sehr zufrieden", betont Streit. "Alleine die Zeit, die wir zum Ausrücken brauchen, hat sich um rund fünf Minuten verkürzt", sagt Müller. "Bei einer Alarmierung vor Kurzem waren wir mit dem ersten Fahrzeug rund sieben Minuten danach draußen", freut sich auch Streit.

Bei den Einsätzen kann die Wasserwachtführung auf etwa 40 Aktive zurückgreifen. In der Statistik sind 30 Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst aufgeführt, 18 Wasserretter, jeweils 14 Motorbootführer und Wachleiter, neun Signalleute, die für die Führung der Taucher über Wasser zuständig sind, fünf SEG-Einstzleiter, drei Einsatztaucher und zwei Einsatzleiter im Wasserrettungsdienst. "In Summe sind das natürlich mehr als 40, jedoch haben einige unserer Leute mehrere Qualifikationen", erklärt Müller. So ist die Ausbildung zum Wasserretter beispielsweise die Basis für jede weitere weiterführende Ausbildung innerhalb der Wasserwacht.

In Aus- und Fortbildung hat die Wasserwacht heuer bis dato rund 450 Stunden investiert, in den Gewässer- und Naturschutz rund 370 Stunden, in die Öffentlichkeitsarbeit 500 und in sonstige Tätigkeiten 630 ehrenamtlich geleistete Stunden. In letztere Kategorie fallen laut Müller zum Beispiel Fahrzeugreparatur, Terminvereinbarung oder Vorbereitungsarbeiten für Veranstaltungen wie etwa das Zeltlager. Unter Naturschutz fallen die Tauchgänge im Ausbildungsgewässer, dem Agathasee. Mindestens einmal im Jahr nimmt die Wasserwacht dort Reinigungsarbeiten vor - so die Vereinbarung mit der Stadt. "Wir machen das aber öfter, damit unsere Taucher im Ernstfall jede Ecke des Sees kennen." Auf Ausbildung, Übung und Einsätze entfallen zudem 40 Bootsstunden und 35 Tauchstunden.

Insgesamt hat die Ortsgruppe Riedenburg rund 300 Mitglieder, davon sind etwa 110 aktiv. Neben den 40 Leuten, die für Einsätze zur Verfügung stehen, gibt es etwa zehn, die sich vorwiegend um Organisatorisches kümmern oder drei- bis viermal im Jahr mit den Kindern Wanderungen zu Umweltthemen unternehmen. "Zu den Aktiven zählen auch rund 60 Kinder", erklärt Müller. Der Grund: ausreichender Versicherungsschutz. Jedes beitragszahlende Mitglied der Wasserwacht hat eine Auslandsrückholversicherung über das BRK. "Das läuft bei uns schnell und problemlos, falls etwas passiert", weiß der Vorsitzende. Für den aktiven Dienst ist mehr Versicherungsschutz nötig: bei Haftpflicht und Unfallversicherung etwa gibt es eine Unterscheidung. Um diesen Schutz zu gewährleisten, hat die Wasserwacht jüngst ihre Beiträge erhöhen müssen. Erwachsene zahlen nun nicht mehr einen, sondern 1,60 Euro pro Monat. "Der Jahresbeitrag für Kinder ist um vier Euro auf zehn Euro gestiegen", sagt Streit.
Kathrin Schmied
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