Der verunglückte Laster war am Samstagnachmittag nicht zu übersehen. Die Suche nach dem geflohenen Fahrer gaben die Einsatzkräfte dagegen ohne Erfolg auf.
Der verunglückte Laster war am Samstagnachmittag nicht zu übersehen. Die Suche nach dem geflohenen Fahrer gaben die Einsatzkräfte dagegen ohne Erfolg auf.
Reiß
Manching
Der Alarm erreicht die Einsatzkräfte am Samstagnachmittag gegen 14.45 Uhr. Autofahrer, die auf der A 9 in Richtung München unterwegs sind, haben beobachtet, wie ein Laster kurz nach der Ausfahrt Manching, nach rechts von der Straße abkommt. Er touchiert den abgesenkten Anfang einer Leitplanke, fährt eine Böschung hinunter und rast in ein Wäldchen, in dem er nach wenigen Metern stecken bleibt. Die Ölwanne des Lkw ist aufgerissen, die Windschutzscheibe zertrümmert.


Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr eilen zum Unfallort. Man rechnet mit dem Schlimmsten. "In der ersten Meldung hieß es, der Fahrer sei eingeklemmt", erinnert sich Thorsten Schranz, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Manching. Doch die Fahrerkabine des Möbeltransporters ist leer. Die Einsatzkräfte starten eine groß angelegte Suchaktion, um sicherzugehen, dass der Vermisste nicht etwa hilflos durch die Gegend irrt oder verletzt im Unterholz liegt. Suchhunde werden an den Unfallort gebracht, ein Hubschrauber steigt auf, um aus der Luft nach dem Lkw-Fahrer zu suchen. Ein nahegelegener Weiher wird ebenfalls in Augenschein genommen.
Schwere Schäden sind bei dem Unfall am Lkw entstanden. Die Polizei geht allerdings davon aus, dass dem geflüchteten Fahrer dabei nichts Gravierendes passiert sein kann.
Schwere Schäden sind bei dem Unfall am Lkw entstanden. Die Polizei geht allerdings davon aus, dass dem geflüchteten Fahrer dabei nichts Gravierendes passiert sein kann.
Reiß
Manching



Gleichzeitig bemüht man sich bei der Polizei, die Identität des Fahrers zu ermitteln. Die Hinweise verdichten sich schnell, dass der Fahrer nach dem Unfall das Weite gesucht hat. "Es passt ins Bild", sagt Siegfried Bauer von der Verkehrspolizei Ingolstadt. Denn der mutmaßliche Lkw-Fahrer ist für die Ermittler kein Unbekannter. Wegen "diverser Delikte" suche die Polizei schon länger nach dem 1969 geborenen Deutschen, der aller Wahrscheinlichkeit nach am Steuer des Unfallwagens saß. Ohne ins Detail gehen zu wollen, ist sich Bauer sicher, dass sich der Mann wohl "wegen vorausgegangener ganz markanter Dinge schnell auf der Wache wiedergefunden hätte", wenn die Polizei den Unfall aufgenommen hätte. "Ob es sich aber tatsächlich um den Gesuchten handelt, können wir noch nicht mit letzter Gewissheit sagen", betont er. Der Lkw wird schließlich von ganz unterschiedlichen Leuten gefahren, was die Spurenlage in dem Fahrzeug nicht eindeutig macht. Den Mann einfach zu Hause aufzusuchen, geht nicht. "Er hat im Augenblick keinen festen Wohnsitz", sagt Bauer. Dass er als Fahrer in dem im Kreis München zugelassenen Lkw unterwegs war, habe aber "seine Richtigkeit".

Die konzentrierte Suche nach dem Vermissten wurde am Samstag eingestellt. "Wir können jetzt ausschließen, dass ihm etwas Schweres passiert ist", betont Bauer. Der Unfall selbst ist für Feuerwehr und Polizei reine Routine. Der beschädigte Lkw ist mittlerweile abtransportiert, eine Plane überdeckt die schwarze Spur, die der Laster bei seiner Fahrt über die Böschung hinterlassen hat. Verschmutztes Erdreich wird wohl noch abgetragen werden, dann werden von dem Unfall bald keine Spuren mehr zu sehen sein. Die überregionale Fahndung nach dem polizeibekannten Mann wurde gestern allerdings verstärkt. Die Dienststellen in der Region 10 wurden verständigt, und auch das Landeskriminalamt ist eingeschaltet.