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Der hippe Döner

erstellt am 22.12.2011 um 18:49 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:37 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen/Berlin (PK) Mustafa statt Claus: Mit einer Hipp-Parodie wirbt ein kultiger Kreuzberger Dönerladen im Kino für seinen Gemüsekebap. Wo andere Konzerne gegen so einen Werbespot alle juristischen Hebel in Bewegung setzen würden, reagiert der Pfaffenhofener Bio-Unternehmer Claus Hipp lässig – und verspricht, bei einem Besuch in Berlin den vegetarischen Döner selbst zu probieren.
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Original und Fälschung: Mustafas Döner und Claus Hipp
 
„Davor stehe ich mit meinem Namen“, sagt Tarik Kara alias Mustafa in dem Spot vor seinem Imbisswagen am Mehringdamm stehend – in Anlehnung an den Hipp-Slogan. Minutiös parodiert der qualitativ hochwertige Kinospot die Werbung des Babynahrungherstellers aus den 90ern, bis hin zum atmosphärischen Babylachen im Hintergrund und der Nahaufnahme vom Zerbrechen einer knackigen Karotte, die sich tief ins kollektive Fernsehgedächtnis der Deutschen eingebrannt hat. Die Biobotschaft Mustafas im wiegenden Weizenfeld ist fast wortgleich mit dem Original – nur wird „Baby“ zu „Döner“ umgetextet, statt mit „über 30 Jahren Erfahrung“ wirbt der Dönerbuden-Chef in spätsommerliches Licht getaucht mit „über drei Jahren Erfahrung“.
 

 
Claus Hipp, der „Herr der Gläschen“, nimmt’s mit Humor: „Vor über 45 Jahren aß ich meinen ersten Döner mit meinem gleichaltrigen türkischen Freund Aydin aus Bodrum“, schreibt der Pfaffenhofener Ehrenbürger in einem Brief, der seit kurzem durchs Internet geistert, an den findigen Imbissbudenbetreiber. Und auf den Kreuzberger Gemüsekebap scheint er auch gespannt: „Wenn Ihre Döner so gut sind wie die Werbung, über die ich herzlich gelacht habe, dann komme ich bei meinem nächsten Berlin-Besuch gerne vorbei“, verspricht Claus Hipp. Ein Angebot, das Tarik Kara offenbar gerne wahrnimmt: „Claus, kommst du vorbei. Für dich haben wir jeden Tag geöffnet“, schreibt er zurück.
 

Die Echtheit des Hipp-Briefs, der diese Woche im Internet aufgetaucht ist, hat die Firma nun bestätigt. „Wir haben uns alle schief gelacht“, erzählt Unternehmenssprecherin Sandra Hohenlohe. Man sei übers Internet auf die Werbekampagne für den „hippen Döner“ aufmerksam geworden. Das Internetvideo wurde schon über 100 000 Mal geklickt. Und Mustafas Gemüsekebap ist in Kreuzberg vom Geheimtipp zum Kultimbiss mit großer Fangemeinde und Warteschlangen geworden.

Von Michael Kraus
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