Dienstag, 20. November 2018
Lade Login-Box.

Eine Schule ohne Rassismus und mit Courage

Pfaffenhofen
erstellt am 10.02.2010 um 19:18 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:17 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (hhl) Der Titel "Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage" wurde jetzt dem Schyren-Gymnasium im Rahmen einer Vollversammlung verliehen. Pate für das Pfaffenhofener Gymnasium ist dabei Florian Simbeck, bekannt als "Stefan" von "Erkan und Stefan".
Textgröße
Drucken
Die Mitglieder der Projektgruppe "Schule gegen Rassismus. Schule mit Courage" mit (in der Mitte) Chong-Sook Kang sowie (von rechts) Florian Simbeck, Moritz Prechtel und Lukas Förster. - Foto: Haehnel
Pfaffenhofen
Der prominente Pate ließ es sich nicht nehmen, bei der Veranstaltung aufzutreten, allerdings nicht "voll krass", sondern mit bedenkenswerten Ausführungen: Rassismus und Intoleranz träfe alle, die etwas Besonderes oder in irgendeiner Hinsicht anders sind. Der "Normale" wolle dem anderen deutlich machen, dass er die Besonderheit nicht akzeptiert – das kann die Hautfarbe, eine Behinderung oder eine andere Kleidung sein. Florian Simbeck warnte aber auch vor einem "positiven" Rassismus, der zum Beispiel davon ausgehe, dass jeder schwarze Jazzmusik lieben müsse – auch hier werde ein Merkmal problematisch verallgemeinert.

Mit Dietmar Boshof, dem Schulleiter, war sich Simbeck einig, dass es leicht sei, eine Unterschrift gegen Rassismus zu leisten. Boshof hob hervor, dass Rassismus dort beginne, wo andere wegen einer Auffälligkeit, einer Schwäche verlacht und verspottet würden. Auch in Schulen gebe es Mobbing und das sei eine Vorstufe zum Rassismus. Solche Fälle bewusster wahrzunehmen und gegen sie vorzugehen, sei ein Kennzeichen einer Schule mit Courage.

Als offizielle Landeskoordinatorin der Aktion "Schule gegen Rassismus. Schule mit Courage" dankte Chong-Sook Kang aus dem Pädagogischen Institut München der etwa zwölfköpfigen Projektgruppe des Gymnasiums für ihr Engagement gegen Rassismus und Intoleranz. Sie wies darauf hin, dass ein recht hoher Prozentsatz der Menschen in Bayern ausländerfeindlichen Äußerungen zustimme, aber auch die Werte für Antisemitismus nicht gering seien. Momentan beobachte sie allerdings mit Sorge auch einen wachsenden Antiislamismus. Sie schärfte den Schülerinnen und Schülern ein, dass es "den Deutschen" genauso wenig gebe wie "den Moslem": Man dürfe Menschen nicht auf ein Merkmal reduzieren.

Für die Projektgruppe gegen Rassismus führte Lukas Förster durch das Programm und berichtete über die Arbeit der Gruppe in den letzten zwei Jahren. Moritz Prechtel aus der Gruppe ermunterte die Anwesenden zu "Hinsehen statt Wegschauen", wo Intoleranz sich breit mache. Ziel der Gruppe sei es, das Projekt noch weiter bekannt zu machen und auch weitere Schulen dafür zu gewinnen.

Die Bedeutung der Titelverleihung an das Schyren-Gymnasium wurde durch die Anwesenheit der Vorsitzenden des Förderkreises der Schule, Martina Domke, der Landtagsabgeordneten Erika Görlitz und des stellvertretenden Landrats Franz Rothmeier unterstrichen.

Von Hans-Georg Haehnel
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!