Damit hat man wieder einmal bewiesen, dass man weitsichtig nach vorne blickt. Andere Städte werden folgen.

Was ich allerdings bei der ganzen Euphorie nicht verstehe, ist, dass hierbei ein ganzes Stadtviertel abgehängt wurde.

Während die Busse auf allen Linien im Halbstunden-, beziehungsweise Stundentakt fahren, sind es auf der Linie 8, Schlehenhag, unter der Woche drei Stunden. Zwischen 7.26 und 10.26 Uhr fährt kein Bus. Statt 30 Minuten drei Stunden! Dann geht's in den Zweistundentakt bis dann um halb vier stündlich die Strecke gefahren wird. Bis 18.30 Uhr. Bei den anderen Strecken geht es mindestens bis nach 19, bei manchen bis 20 Uhr.

Ich verstehe, dass bestimmte Strecken häufiger angefahren werden als andere, weil man sich da eine bessere Auslastung verspricht. Ich verstehe allerdings nicht, dass auf bestimmten Strecken Vollversorgung herrscht und auf der Linie 8 nur Alibiversorgung. Wer wird aus diesem Viertel den Bus in die Stadt nehmen für den täglichen Einkauf, zum Arztbesuch etc. ? Eine Strecke wird man mindestens zu Fuß gehen oder ein Taxi nehmen müssen, weil einfach die Frequenz nicht passt. Ich finde das nicht gerecht. Ich verstehe bei all der Euphorie nicht, warum das bislang niemandem aufgefallen ist.

Michael Eberle

München