Meine Anmerkungen haben zwar zu dem oben genannten Leserbrief von Herrn Zartner keinen so direkten Bezug. Aber die Aussage von Landrat Martin Wolf, als eine Bürgerin sich über das Bergrennen am Schönthaler Berg empörte und dessen Verbot forderte, dass dies "völlig falsch gedacht" sei, gab dann doch auch mir zu denken. Wolf befand, nämlich, man müsse doch die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen für Automobiltechnik fördern, "weil wir hier von Audi und BMW sowie von deren Zulieferbetrieben leben. Und wenn es mit denen bergab geht - dann rauscht aber der Wohlstand unserer Region mit als erster in den Keller"!

Oh je - und dazu braucht es ein Bergrennen für etwas über 30 (! ) Teilnehmer? Und eine Vollsperrung einer momentanen Umleitungsstrecke (für den gesperrten Schönthaler Berg Richtung Tegernbach) von 10 bis 19 Uhr? Ich bin dann vergangenen Samstag mit dem Radl unterwegs gewesen, um mir die "Motorsportler" sowohl in Eutenhofen als auch am Schönthaler Berg anzusehen. Was ich dort nicht feststellen konnte, waren viele Kinder und Jugendliche. Oder bin ich nur am falschen Ort gewesen?

Recht hat Herr Wolf, dass unsere Region ziemlich am Tropf der umliegenden Autoindustrie, besonders Audi und deren Zulieferfirmen hängt. Aber ob eine solche Veranstaltung wie am vergangenen Samstag nötig ist, damit sich Jugendliche dazu entschließen, einen Job in der Autoindustrie anzunehmen, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Ich hege eher den Verdacht, dass man die jugendlichen Autofahrer dazu verleitet, sich an Rennen "Rund um den Kirchturm", wie von Herrn Zartner beschrieben, zu beteiligen oder am Schönthaler Berg selbst mal Vollgas zu geben! Und abschließend: es wäre interessant zu wissen, ob Herr Wolf wegen einem Rennen von gut 30 Radfahrern einige Stunden eine Straße voll gesperrt hätte. Ich denke eher nicht. Aber dafür, dass es bei Audi und BMW auch künftig genügend Nachwuchskräfte aus der Region gibt, sperrt man doch gerne mal ein paar Stunden eine Straße - oder?
Robert Obermaier
Tegernbach