Der geplante Recyclinghof, das neue Hallenbad und einige Straßenbauprojekte seien beispielhaft dafür genannt. Im Artikel zur Jahreshauptversammlung des CSU-Ortsverbandes berichtet Landrat Martin Wolf, dass eine Bürgerin sich über das Bergrennen am Schönthaler Berg empörte und dessen Verbot forderte. "Völlig falsch gedacht" sei das, befand dagegen der Landrat - im Gegenteil, man müsse noch die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen für Automobiltechnik fördern. "Wir leben hier von Audi und BMW sowie von deren Zulieferbetrieben. Wenn es mit denen bergab geht - dann rauscht aber der Wohlstand unserer Region mit als erster in den Keller. "

Diese Ansicht kann ich so nicht teilen. Führt nicht gerade die beschriebene Abhängigkeit von diesen Firmen dazu, dass immer weniger Jugendliche einen handwerklichen Beruf jenseits der Automobilindustrie erlernen? Das führt dann zu oben genannten Auswüchsen. Die wenigen verbliebenen Firmen können Fantasiepreise verlangen. Der schöne erwirtschaftete Mehrwert wird dadurch wieder aufgefressen.
Wer übrigens das Bergrennen am Schönthaler Berg verpasst hat, der kann sich das tägliche Rennen "Rund um den Kirchturm" mit Sprintwertung vor dem Landratsamt und Zebrastreifendrifting beim Pfaffelbräu-Eck ansehen. Jeder Pfaffelbräu-Biergartengast wird das bestätigen. Diese Rennstrecke ist jedem bekannt, auch denen, die es beenden könnten. Wenn die Pfaffenhofener CSU-Ortsgruppe schon keine Durchfahrtssperre will, wie wäre es mit einer Tempo-20-Zone und einer konsequenten Überwachung, bevor etwas passiert. Dass das so nicht kommen wird, ist mir klar. Wo sollen denn sonst unsere Nachwuchsrallyefahrer und automobiltechnikbegeisterten Jugendlichen, von denen angeblich unser Wohlstand abhängt, unter realistischen Bedingungen, mit Publikum, trainieren?

Peter Zartner

Pfaffenhofen