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Neues Angebot der Protestanten in Vohburg richtet sich an Familien - Am 27. Januar geht es los

Wenn Kinder in der Kirche wuseln

Vohburg
erstellt am 11.01.2019 um 17:58 Uhr
aktualisiert am 16.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Vohburg (PK) In Vohburg gibt es jetzt eine Wuselkirche.
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Diakon Martin Müller präsentiert den Flyer für die neue ?Wuselkirche?.
Diakon Martin Müller präsentiert den Flyer für die neue "Wuselkirche".
Konze
Vohburg
Am 27. Januar findet die Premiere statt - mit hoffentlich vielen Kindern und auch Erwachsenen. Diakon Martin Müller schiebt mit einem Team der evangelischen Kirchengemeinde Vohburg mächtig an, damit es zwischen 14 und 16 Uhr wuseln kann. "Wuseln" - laut Duden bedeutet dies sich schnell, unruhig und flink betätigen. "Gewusel" ist ein Synonym für "rasches, geschäftiges Hin-und-her-Eilen" oder auch "Gewimmel". Jetzt ist klar, was am letzten Sonntag im Januar im katholischen Pfarrheim los sein wird.

Dorthin ist die evangelischen Kirchengemeinde Vohburg vom katholischen Pfarrer Thomas Zinecker übrigens eingeladen. Weil der Neubau der evangelischen Kirche in Vohburg, momentan noch stockt, fehlt Müller, seinem Team, den Kindern und den Erwachsenen derzeit ein geeigneter Platz. Müller: "Wir sind Pfarrer Zinecker dankbar, dass er uns hilft. "

"Es soll eine lockere, fröhliche Sache werden", umschreibt es Müller. Sind die evangelischen Familiengottesdienste schon sehr kindgerecht, soll die "Wuselkirche", so Müller, "ein bisschen revolutionärer" sein. Es gibt ein Thema - den Psalm 23 (Der Herr ist mein Hirte) -, das sich durch die zwei Stunden "Wuselkirche" zieht. Im Mittelpunkt stehen acht bis neun Stationen. "Drei bis vier sind für die Kinder gedacht, ein paar für die Erwachsenen und ein paar für Kinder und Erwachsene zusammen", verrät Müller.

Flyer sind gedruckt, sie sollen in den kommenden Tagen Interesse wecken. "Das", glaubt Müller, "ist sicher vorhanden. " Der Diakon mit einer Halbtagsstelle in Vohburg und einer Halbtagsstelle im Dekanatsjugendreferat in Ingolstadt erzählt, was im katholischen Pfarrheim auch geben wird: "In der Mitte werden Kaffee, Kuchen und Kaba angeboten. " Wenn das nicht reizvoll klingt. "Am Ende steht natürlich eine Schlussandacht. "

Wuseln bedeutet nun ja eine gewisse Unruhe. Müller: "Die Kinder sollen rumwuseln dürfen. Es darf auch laut sein, sie dürfen rennen und rumtoben. " Müller schmunzelt, als er sagt: "Es kann auch im kreativen Chaos enden, was sonst doch eher schwer ist. " Was nicht bedeutet, dass die Kinder, wenn die Eltern nichts sagen, zwei Stunden ungezügelt sind: "Wenn es zu heftig wird, dann sagen wir schon was. "

Die Wuselkirche ist laut Müller "für kleine und große Kinder im Alter von drei bis acht Jahren". Und während die Mädchen und Buben kreativ werden, können die Erwachsenen "auf Abstand zum Alltag gehen, gemütlich miteinander ins Gespräch kommen".

Die Kinder sind - zumindest an "ihren" Stationen - mit sich alleine beschäftigt. "Sie können basteln oder malen, schauen wohin sie möchten, den Parcours durchlaufen oder auch in der Lounge ausruhen. " Sie dürfen also machen, auf was sie Lust haben.

"Wuselkirche" ist kein Gottesdienst, betont Müller. "Wir gehen zwar in die Kirche, wie wir es früher auch schon gesagt haben, aber ein Gottesdienst ist es nicht. " Gottesdienst, so Müller wird eher "in der Frontalform" vermittelt, wenn die Besucher in der Bank sitzen und zuhören. Kirche ist es trotzdem. Auslöser für dieses neue Angebot war laut Müller eine Mutter, die damit ein Problem hatte, dass ihr Kind im Gottesdienst für sie zu laut war. Es war ihr wohl peinlich. "Deswegen hat sie nach einem Angebot gesucht, ein kirchliches, speziell für Kinder. Eines mit Inhalten, wo die Kinder nicht leise sein müssen. " Nun glaubt Müller, dass die "Wuselkirche" viele interessieren wird. "Vielleicht auch ein paar, die nicht so fest in der Kirchengemeinde verwurzelt sind. "

Die Idee stammt laut Müller ursprünglich aus England. "Da gab es die sogenannte Chaos-Kirche zuerst. " Aber auch in Deutschland gibt es schon ähnliche Angebote. Müller: "Ganz groß sogar - in Köln zum Beispiel. "

"Wir wollen den Menschen mit der Wuselkirche was Gutes tun", sagt Müller. "Es soll ein schöner Nachmittag werden, von dem mancher vielleicht auch was mitnimmt in sein Leben. " Und egal, wie der erste Versuch besucht ist: Der zweite Termin steht schon fest. Die "Wuselkirche" lädt am 24. März wieder nach Vohburg ein.
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