Dienstag, 18. Dezember 2018
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Alleinerziehende oft von Armut bedroht

Wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt

Pfaffenhofen
erstellt am 06.12.2018 um 10:57 Uhr
aktualisiert am 10.12.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (bti) Wer ohne Partner Kinder erziehen muss, hat es in unserer Gesellschaft besonders schwer. 33 Prozent der rund 1,5 Millionen Alleinerziehenden in Deutschland, zum weit überwiegenden Teil Frauen, sind laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes von Armut bedroht. Zwei Drittel von ihnen haben keine ausreichenden Rücklagen, um unerwartete Ausgaben für den Ersatz defekter Haushaltsgeräte, Möbel oder Reparaturkosten zu bestreiten. Im Landkreis steht den Betroffenen der Verein Familien in Not zur Seite, wie zum Beispiel in den nachfolgend geschilderten Fällen.
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33 Prozent der Alleinerziehenden in Deutschland sind von Armut bedroht. Im Landkreis steht Betroffenen der Verein Familien in Not zur Seite.
33 Prozent der Alleinerziehenden in Deutschland sind von Armut bedroht. Im Landkreis steht Betroffenen der Verein Familien in Not zur Seite.
Patrick Pleul, dpa
Pfaffenhofen
Nadine P. (alle Namen von der Redaktion geändert) reibt sich auf, aber die Sorgen werden nicht kleiner: Oft fühlt sich die alleinerziehende junge Mutter von drei Kindern wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt. Sparen und Verzichten haben immer den Alltag der 30-Jährigen geprägt, denn ihr Vater starb sehr früh und daheim war das Geld knapp. Schon seit vielen Jahren kämpft die junge Frau aus dem südlichen Landkreis mit seelischen Problemen; einige Aufenthalte in der Psychiatrie hat sie schon hinter sich. Bereits als Teenager brachte sie ihre Tochter Hanna zur Welt, als sie volljährig wurde, heiratete Nadine den Kindsvater. Das ging nicht gut und nach kurzer Zeit wurde das Paar wieder geschieden. Auch die nächsten beiden Beziehungen, aus denen Sohn Luca und vor einem Jahr die kleine Vanessa hervorgingen, hielten nicht. Restlos überfordert und seelisch ausgebrannt erlitt Nadine P. nach der Geburt ihres zweiten Kindes einen Nervenzusammenbruch; wieder folgte ein längerer Aufenthalt in der Psychiatrie, wo ihre Depressionen und eine Essstörung behandelt wurden.

Bis heute steht die junge Frau in Verbindung zur psychiatrischen Ambulanz; sie wird zudem von der Caritas betreut. Derzeit ist sie stabil und sie möchte wieder arbeiten gehen, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Für die Jüngste fand sie einen Krippenplatz und ihr früherer Arbeitgeber hat ihr einen Halbtagsjob in Aussicht gestellt. Die Familie lebt in einem kleinen Dorf, in dem es weder eine regelmäßige Busanbindung noch ein Lebensmittelgeschäft gibt, daher ist Nadine P. auf ein Auto dringend angewiesen. Der ohnehin schwierige Spagat zwischen Arbeit, Haushalt, Einkauf und Krippe lässt sich für die Alleinerziehende sonst nicht bewältigen.

Vor kurzem blieb ihr alter Wagen mit einem Motorschaden liegen und musste abgeschleppt werden. Fazit des Fachmanns: Der Preis für einen neuen Motor plus Arbeitsstunden würde den Wert des Autos übersteigen. Die junge Mutter kommt mit ihren monatlichen Bezügen immer zurecht - einziges Extra im Haushaltsplan ist die Musikschule für Hanna - aber das neue große Problem konnte sie nicht mehr ohne Hilfe schultern. Die gab es schnell und unbürokratisch vom Verein "Familien in Not", der sie finanziell beim Kauf eines Gebrauchtwagens unterstützte.

Neu durchstarten in einer "richtigen" Wohnung: Damit ist für Julia M. auf 45 Quadratmetern der größte Wunsch in Erfüllung gegangen. Sie hat bisher mit ihrer vierjährigen Tochter in einem Container in einer Landkreisgemeinde gelebt; alle Versuche, ein bezahlbares geeignetes Zuhause zu finden, waren gescheitert. Zufällig erfuhren Caritas-Mitarbeiter von einer frei werdenden Wohnung, tauschten sich intensiv mit dem Vermieter aus und dieser war bereit, Mutter und Kind eine Chance und "ein Dach über dem Kopf" zu geben. Mit Hilfe von Freunden hat Julia M. das Renovieren selbst erledigt und sich für die Anschaffung der ersten Möbel - Kinderbett, eine Couch, auf der sie schläft, Tisch, Stühle und ein Regal - 500 Euro bei ihnen geliehen, die sie in Raten zurückzahlt.

Sie möchte mobil für eine Arbeit sein, daher meldete sich die 24-Jährige inzwischen für den Führerschein an und die theoretische Prüfung hat sie schon bestanden. Auch mit der Fahrschule konnte sie eine Ratenzahlung vereinbaren. Für Julia M. und die kleine Tochter soll es weiter aufwärts gehen, dafür sorgte auch der Verein Familien in Not mit einer Finanzspritze.

Im Rahmen der "Vorweihnacht der guten Herzen" bittet der Pfaffenhofener Kurier auch heuer wieder um Spenden für Familien in Not, die in vollem Umfang an diesen Hilfsverein fließen.

Vorweihnacht der guten Herzen

  • Seit dem Jahr 1951 sammeln der DONAUKURIER und seine Heimatzeitungen mit der Aktion "Vorweihnacht der guten Herzen" Spenden. Im Landkreis wird vor allem der vom Pfaffenhofener Kurier initiierte Verein "Familien in Not" unterstützt, der dafür Sorge trägt, dass das Geld schnell und unbürokratisch den Menschen und Projekten aus dem Landkreis zugutekommt, die Ihre Hilfe dringend benötigen.
 
  • Den Hilfsverein Familien in Not Pfaffenhofen kann man über die DK-Aktion "Vorweihnacht der guten Herzen" unterstützen, indem man seine Spende auf eines der folgenden Konten bei den Pfaffenhofener Banken und ihren jeweiligen Filialen im Landkreis einzahlt oder überweist: Sparkasse (IBAN/BIC) DE48721516500000003400 BYLADEM1PAF Raiffeisenbank (IBAN/BIC) DE61721608180000088889 GENODEF1INP HypoVereinsb. (IBAN/BIC) DE97721200786640189388 HYVEDEMM426
 
  • Überweisungen sind natürlich auch auf das Sonderkonto des DONAUKURIER möglich: Sparkasse IN (IBAN/BIC) DE80721500000000050500 BYLADEM1ING Hier bitte aber unbedingt den gewünschten Verwendungszweck angeben, zum Beispiel "Familien in Not Pfaffenhofen". Natürlich können Sie auch allgemein für die "Vorweihnacht der guten Herzen" spenden. Mitmachen bei der DK-Spendenaktion kann man übrigens auch im Internet unter der Adresse www. donaukurier. de/vorweihnacht.
 
  • Wenn Sie eine Quittung für Ihre Spende benötigen, vermerken Sie bitte das Wort "Spendenquittung" auf dem Überweisungsformular. Spendenquittungen können allerdings nur bei vollständiger Angabe Ihrer Adresse erstellt werden. Bei Spenden bis zu einer Höhe von 200 Euro ist als Nachweis für das Finanzamt der Kontoauszug gültig. Spendenquittungen sind also erst ab mehr als 200 Euro erforderlich.
 
  • Wie in jedem Jahr werden wir auch heuer wieder die Namen unserer Spenderinnen und Spender in regelmäßigen Abständen in der Zeitung veröffentlichen. Hierfür benötigen wir aus datenschutzrechtlichen Gründen Ihre Zustimmung, die Sie uns idealerweise direkt per zusätzlichem Vermerk auf dem Überweisungsträger (Verwendungszweck: Veröffentlichung) erteilen. Alternativ können Sie uns Ihre Einwilligung auch auf dem Postweg (Anschrift: Familien in Not e. V. , Ambergerweg 3, 85276 Pfaffenhofen) oder per E-Mail an familien-in-not@gmx. de erteilen. Beachten Sie bitte, dass wir Ihre Daten nicht veröffentlichen, sofern uns Ihre Einwilligung dazu nicht vorliegt.
 
  • Datenschutz: Die datenschutzrechtlichen Informationen für Spender können online unter www. donaukurier. de/vorweihnacht jederzeit eingesehen und abgerufen werden.
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