Donnerstag, 16. August 2018
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Eine neue Lenkungsgruppe soll die Stadt fit für die Digitalisierung machen

"Vohburg Zukunft 4.0"

Vohburg
erstellt am 13.06.2018 um 18:14 Uhr
aktualisiert am 16.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Vohburg (PK) Der Stadtrat in Vohburg hat bei seiner Sitzung am Dienstagabend beschlossen, eine Lenkungsgruppe "Vohburg Zukunft 4.0" zu gründen. Damit sollen die Möglichkeiten der Digitalisierung untersucht und praktische Projekte angestoßen werden. Lediglich drei FW-Stadträte stimmten dagegen.
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Die Mediathek ist die Schaltzentrale, das Herz, der Digitalisierung in Vohburg. Mittendrin sind Lucian Binder-Catana (links) und die Leiterin Alexandra Schmid. Gestern hat ein IT-Experte die Software auf den neuesten Stand gebracht, damit die vier Bildschirme wieder einwandfrei funktionieren. Sie sind so etwas wie das öffentliche Eintrittstor in die digitale Welt der alten Herzogsstadt.
Die Mediathek ist die Schaltzentrale, das Herz, der Digitalisierung in Vohburg. Mittendrin sind Lucian Binder-Catana (links) und die Leiterin Alexandra Schmid. Gestern hat ein IT-Experte die Software auf den neuesten Stand gebracht, damit die vier Bildschirme wieder einwandfrei funktionieren. Sie sind so etwas wie das öffentliche Eintrittstor in die digitale Welt der alten Herzogsstadt.
Foto: Meßner
Vohburg
Es passiert nicht allzuoft, dass ein Antrag der Opposition im Stadtrat auf fraktionsübergreifend breite Zustimmung stößt. Entsprechend gut war die Laune von CSU-Sprecher Xaver Dietz. Die CSU hatte bereits im Januar den Antrag gestellt, eine Lenkungsgruppe "Vohburg Zukunft 4.0" zu gründen, um sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Ein halbes Jahr später hat es der Antrag nun in den Stadtrat geschafft.

Bevor darüber diskutiert wurde, haben Hyperscreen-Geschäftsführer Lucian Binder-Catana und Stadtplanerin Vera Winzinger darüber referiert, dass Vohburg in punkto Digitalisierung ohnehin schon auf einem guten Weg sei. Demnach ist die Mediathek am Burgberg die Schaltzentrale, die alles miteinander verbindet: den Tourismus, die Bildung, die Wissenschaft und die Bürger. "Digitalisierung ist für Vohburg nichts Unbekanntes", sagte Winzinger und nannte als Beispiel das E-Learning. Damit werden Inhalte aus dem Lehrplan der Schule mit Vohburg spezifischen Inhalten auf dem Computer dargestellt. In einem Programm lernen die Schüler zum Beispiel nicht nur allgemein etwas über Brücken, sondern auch speziell über die Brücken in Vohburg. Winzinger hat dieses Projekt sogar bei der Bayerischen Staatsregierung vorgestellt. "Die waren restlos begeistert, was wir hier in Vohburg machen." Vohburg nehme wieder einmal eine Vorreiterrolle ein, fügte sie hinzu. Binder-Catana klärte im Anschluss den Stadtrat darüber auf, was es mit der Digitalisierung eigentlich auf sich hat. Es geht weniger um die bloße Anwendung von Technologie. Es ist vielmehr ein Denkmodell, das auf moderner Technologie basiert. Der Experte plädierte dafür, dass sich Kommunen frühzeitig mit den Chancen und Risiken dieser rasanten Entwicklung beschäftigen, um ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern. Produkte, Dienstleistungen, Technologien, Prozesse und Infrastrukturen könnten durch Vernetzung ermöglicht und unterstützt werden. Das reicht vom Demographischen Wandel über die Haushaltsfinanzen über die Umweltziele und hört bei der Entwicklung zur digitalen Gesellschaft noch lange nicht auf. "Die Menschen müssen aber immer im Mittelpunkt stehen", betonte Binder-Catana. Die Ziele sind: weniger Bürokratie, mehr Nachhaltigkeit, mehr Transparenz, mehr Angebot, mehr Bürgerservice, kurzum eine höhere Lebensqualität.

"Wir wollen Vohburg auf die Zukunft vorbereiten", sagte Dietz. Auch Bürgermeister Martin Schmid (SPD) unterstützte das Projekt und sprach davon, "Schritt für Schritt" diesen Weg weiterzugehen. Es geht "in die richtige Richtung" schloss sich Werner Ludsteck (AV) den Vorrednern und mahnte lediglich an, dass sich die Lenkungsgruppe mit konkreten Themen befassen sollte. "Voll dafür", zeigte sich auch Oliver Rechenauer (SPD).

Lediglich Johannes Völler (FW) zeigte sich skeptisch. Er habe Zweifel, dass eine Lenkungsgruppe "von oben herab" Verbesserungen anstoßen könne. Aus seiner Sicht könnten das die Betroffenen sehr gut auch alleine. Als Beispiel nannte er die Entscheidung, jedem Stadtrat ein Tablet zur Verfügung zu stellen. "Hat das was gebracht?", fragte er. Dass er die Frage mit Nein beantworten würde, blieb unzweifelhaft.

Sepp Steinberger (AV) lobte zunächst die Arbeit von Binder-Catana und sagte dann, dass es gar keine Rolle spiele, ob Vohburg will oder nicht. "Wir haben keine Chance. Die Digitalisierung läuft. Wenn wir stehen bleiben, überrollt sie uns."

"Vohburg Zukunft 4.0" soll zum neuen Jahr die Arbeit aufnehmen. Lediglich drei FW-Stadträte (Völler, Ernst Müller, Heinrich Steinberger) stimmten dagegen. Sie soll sich drei bis vier Mal im Jahr treffen. Die Gruppe besteht aus dem Bürgermeister, dem Geschäftsleiter, der Stadtplanerin Winzinger, dem IT-Experten Binder-Catana und je Fraktion einem Stadtratsmitglied. Das sind: Andreas Schlagbauer (SPD), Peter Schärringer (AV), Xaver Dietz (CSU) und Heinrich Steinberger (FW).

Markus Meßner
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