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Eine Leiche zum Jubiläum

Scheyern
erstellt am 17.10.2011 um 19:35 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:34 Uhr | x gelesen
Scheyern (PK) Ein „doppeltes“ Jubiläum gilt es heuer bei der Scheyerer Bühne zu feiern: Der Theaterverein feiert sein 20-jähriges Bestehen, und das Modehaus Sandhofer, in dem die aktuelle Kriminalkomödie „Leiche auf Abwegen“ von Heide Faltlhauser spielt, feiert den 40. Geburtstag.
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Scheyern: Eine Leiche zum Jubiläum
Allmählich klärt sich der Fall „Leiche auf Abwegen“ auf: Alle Vorstellungen der Scheyerer Bühne mit ihren engagierten Mitwirkenden sind bereits ausverkauft - Foto: Gruber
Scheyern
Bei diesen „Doppeljubiläum“ kommt eine Leiche gerade recht – vor allem, wenn es genügend Verwicklungen und viel zu lachen gibt. Dafür sorgen die engagierten Darsteller mit ihrer humoristischen Ader und ihrem Wortwitz, so dass es nicht nur bei der Premiere reichen Beifall gab, sondern – die Scheyerer lieben ihre „Theaterer“ – bereits alle elf Vorstellungen ausverkauft sind.

Stress pur herrscht im Modehaus, weil das 40-jährige Betriebsjubiläum bevorsteht, alles noch vorzubereiten ist und die Angestellten überlegen, was sie ihrer Chefin zu diesem Anlass schenken könnten. Und dann entdeckt eine Kundin im Aufenthaltsraum des Modehauses noch eine Leiche. Natürlich wird die Polizei eingeschaltet. Kundin, Chefin und Polizist versuchen zu ermitteln, die Leiche ist plötzlich verschwunden, das Geschenk übrigens auch, Verdächtige tauchen auf, sogar ein vermeintlicher Berufskiller von der Mafia, bis sich dann alles in Wohlgefallen auflöst und das Jubiläum doch gefeiert werden kann. Die Scheyerer Bühne lebt von dem großen schauspielerischen Talent ihrer Mitwirkenden. Ein Genuss war wieder Emma Bucher als Chefin des Modehauses, ebenso wie ihr modebewusster, die Damen umschwärmender Dekorateur Edmund, gespielt von Siegfried Einödshofer, der schon beim ersten Auftritt mit spontanem Beifall bedacht wurde.

Exaltiert die Kundin Frau Raschbichler alias Irma Schmutterer, die die Leiche entdeckt. Nicht mit besonders großen Geistesgaben gesegnet ist allerdings der Polizist Karl Singer, dargestellt von Sepp Gremminger. Philipp Kalthoff spielte den italienischen Inhaber eines Party-Services namens Angelo überzeugend: erst von Frau Raschbichler als Mafioso verdächtigt, dann als Liebhaber – allerdings vergeblich – begehrt. Auch Marianne Seltmann als Verkäuferin Elfie und Ramona Gremminger als Verkäuferin Susanne gefielen, und die Nebenrollen mit den „Entrümplern“ Stefan Koller und Norbert Häuslmeier waren ebenso perfekt besetzt wie die Rolle der Nadine, der Nichte von Frau Sandhofer, mit Miriam Seltmann.

Mit guten Einfällen – so der ständig wechselnden Platzierung des Ficus Benjamini im Aufenthaltsraum durch Susanne und Elfie – feierte Gerhard Euringer ein erfolgreiches Debüt als Regisseur. Das Bühnenbild, die Technik, Kostüme und Ausstattung passten ebenso wie Maske und Requisiten. Für die Bewirtung war in bewährter Manier gesorgt.

Dass es den Besuchern gefallen hatte, zeigte der reichliche Beifall am Ende, und dass es den Schauspielern selbst Spaß macht, beweist wohl am besten die Antwort von Siegfried Einödshofer auf die Frage, wie lange er noch spielen wolle: „Bis ich von der Bühne runterfalle!“

Von Erich Gruber
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