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Altabt Bernhard Maria Lambert stirbt im Alter von 82 – am Donnerstag wird er beigesetzt

29 Jahre lang an der Spitze des Scheyerer Klosters

Scheyern
erstellt am 11.02.2014 um 18:49 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:56 Uhr | x gelesen
Scheyern (PK) Er war einer der dienstältesten Äbte in der Geschichte des Klosters Scheyern: Völlig überraschend ist am Sonntagmorgen Bernhard Maria Lambert im Alter von 82 Jahren verstorben.
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Scheyern: 29 Jahre lang an der Spitze des Scheyerer Klosters
Wird am Donnerstag zu Grabe getragen: der Scheyerer Altabt Bernhard Maria Lambert. - Foto: Maurer
Scheyern

Trotz einiger gesundheitlicher Probleme hatte der Altabt bis zuletzt am klösterlichen Leben teilgenommen und war noch am Samstagabend mit seinen Mitbrüdern bei der Vigil-Gebetszeit zusammen. Am frühen Sonntagmorgen, so teilte das Kloster mit, starb der 82-Jährige offenbar an Herzversagen.

Bernhard Maria Lambert wurde am 29. Juli 1931 in Brügge in Belgien geboren; er wuchs mit zwei Schwestern auf, die beide bereits verstorben sind. Mit 20 Jahren legte er im September 1951 im Benediktinerkloster in Steenbrügge seine Profess ab und wurde dort am 25. Juli 1956 zum Priester geweiht. 16 Jahre später, am 29. Juni 1972, wurde er als Abt von Scheyern postuliert, wie man im Orden die Berufung eines auswärtigen Mönches bezeichnet.

Lambert war für die Scheyerer Mönche kein Unbekannter, da er sich zu wissenschaftlichen Arbeiten bereits im Kloster aufgehalten hatte. Am 19. August 1972 wurde der Belgier von Kardinal Julius Döpfner zum Abt geweiht. 29 Jahre lang, bis zum 29. Juni 2001, stand er an die Spitze der Benediktiner in Scheyern.

Nicht nur in seiner neuen bayerischen Heimat, sondern auch im Orden erwarb Lambert sich große Anerkennung. So war er von 1982 bis 2000 Moderator des Kommunnoviziats der Bayerischen Benediktinerkongregation und von 1994 bis 2003 Vorsitzender der Salzburger Äbtekonferenz sowie von 1977 bis 1988 Vorsitzender der Liturgiekommission der Bayerischen Benediktinerkongregation. Als er sein Amt 2001 niederlegte, konnte er auch die Goldene Profess feiern, 2011 sogar die Diamantene Profess nach 60 Jahren im Orden.

In seine Amtszeit fielen große Baumaßnahmen, so die Kirchenrenovierung, die mit der Erhebung des Gotteshauses zur Basilika 1980 abgeschlossen wurde, sowie der Umbau im Klostertrakt für das BOS-Wohnheim. Freude bereiteten ihm die Eintritte junger Mönche ins Scheyerer Kloster, darunter der jetzige Abt Markus, Prior Pater Benedikt und Cellerar Pater Lukas. Abt Bernhard liebte und förderte auch die Kirchenmusik und versäumte bis zum Schluss keines der Konzerte in der Basilika.

Gesundheitliche Probleme, vor allem mit seinen Beinen, hatte er schon längere Zeit, sodass der Altabt dem Konventamt nur im Sitzen beiwohnen konnte, hinzu kamen Herzprobleme. „Sein Platz im Presbyterium wird nun frei bleiben“, betonte Abt Markus beim Sonntagsgottesdienst, als er den Tod von Abt Bernhard verkündete. Der Rosenkranz für den Geistlichen findet heute um 17 Uhr in der Basilika statt, am Donnerstag wird Altabt Bernhard nach einem Seelengottesdienst (ab 10 Uhr) zu Grabe getragen.

Von Erich Gruber
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