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"Da Häuslschleicha" ging letztmals um

erstellt am 23.11.2003 um 21:30 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 11:39 Uhr | x gelesen
Scheyern (PK) "Da Häuslschleicha": Mit der zehnten und letzten Vorstellung ihres neuesten Stückes beendete die "Scheyerer Bühne" im Vereinsheim jetzt ihre diesjährige Theatersaison. Alleine schon durch die Auswahl dieser Groteske von Georg Maier, dem Chef der Iberl-Bühne in München-Solln, hatten die Verantwortlichen des Theatervereins eine glückliche Hand bewiesen.
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Das Stück war kein so genannter "Schenkelklatscher", sondern lebte von der Abwechslung zwischen dramatischen, lustigen und teils auch eindeutig-zweideutigen Szenen. Gerade diese häufigen Stimmungswechsel verlangten von den Mitwirkenden auf der Bühne ein hohes Maß an darstellerischer Leistung. Die Spieler der Scheyerer Bühne meisterten den Spagat zwischen Drama und Komödie aber mit Bravour, insbesondere durch ihr hervorragendes Spiel nicht nur für, sondern mit dem Publikum, das mehrfach ins Spiel einbezogen wurde. Immer wieder führten die offensichtliche Spielfreude der Schauspieler, wie auch die vom Autor gewählte Sprachform mit etlichen, kaum noch gebräuchlichen, altbayerischen Ausdrücken, zu stürmischen Heiterkeitsausbrüchen im Zuschauerraum.

Die Regie von Hans Reith, dem 1. Vorsitzenden des Theatervereins, ließ den Akteuren genügend Spielraum für Eigeninitiative und Textvarianten, die ihn wohl manchmal selbst etwas überraschten. Das absolut stimmige Bühnenbild von Sepp Bayerl und die hervorragende Lichtregie von Wilfried Kalthoff trugen maßgeblich zur jeweils passenden Bühnenatmosphäre während des gesamten Stücks bei. Siegfried Einödshofer stellte den liederlichen Bauern überzeugend dar. Karlheinz Reil als bigotter, hinterfotziger Häuslschleicher blühte förmlich in seiner Rolle auf. Emma Bucher als gramgebeutelte Bäuerin und Johann Euringer als Oberknecht und Verlobter der Bauerstochter hätten ihre Rollen nicht besser verkörpern können und Irma Schmutterer begeisterte als männerfeindliches "Flinserl". Als resolute Bauerntochter lieferte Sabine Pillmayer ein glänzendes Bühnendebüt. Das Publikum war von der Leistung des gesamten Ensembles begeistert, ging bei sämtlichen Vorstellungen geradezu enthusiastisch mit und sparte nicht mit Szenenapplaus und Schlußbeifall.

Dem Theaterverein "Scheyerer Bühne" kann man zu der gebotenen Gesamtleistung nur gratulieren und bereits heute gespannt sein, was im nächsten Jahr geboten wird. Auf Grund des guten Rufs, den sich die Scheyerer Bühne im letzten Jahrzehnt erspielt hat, ist das Kartenkontingent für deren Vorstellungen aber immer in kürzester Zeit vergriffen. Allen Freunden gehobenen Volkstheaters ist deshalb schon jetzt zu raten, sich im nächsten Jahr frühzeitig um Karten zu bemühen.

Pfaffenhofener Kurier
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