Dienstag, 11. Dezember 2018
Lade Login-Box.

Trauer um den Rohrbacher Astrophysiker Raymond Wilson

Den Sternen so nah

Rohrbach
erstellt am 19.03.2018 um 13:30 Uhr
aktualisiert am 23.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Rohrbach (PK) Die Fachwelt trauert um einen großen Astrophysiker und den Wegbereiter moderner Großteleskope, die Gemeinde Rohrbach um ihren Ehrenbürger: Am vergangenen Freitag ist Dr. Raymond Wilson im Alter von 89 Jahren gestorben.
Textgröße
Drucken
0l-Raymond Wilson
Raymond Wilson gilt als Visionär und Erfinder der "Aktiven Optik" für Großteleskope.
Hauser
Rohrbach

Wilson galt als Genie, ist bekannt für seine Entwürfe optischer Systeme für Großteleskope und wurde für sein Wirken mit vielen wissenschaftlichen Preisen wie dem Kavli-Preis (2010) ausgezeichnet. Nach ihm wurde 1993 sogar ein Asteroid benannt. Auch in seiner Wahlheimat Rohrbach war der gebürtige Brite hoch geschätzt - und nicht nur Träger der silbernen Bürgermedaille, sondern auch Ehrenbürger der Gemeinde. Seit 1982 lebte Wilson gemeinsam mit seiner ebenfalls weithin bekannten Gattin Anne Fishburn in Rohrbach.

Geboren wurde Raymond Wilson am 23. März 1928 im englischen Sutton Coldfield. Er besuchte die Universitäten von Birmingham und London, seine Doktorarbeit verfasste er im Bereich der Optik. Beruflich wirkte er zunächst in England, seit den 50er Jahren in Deutschland. Nach langjährigem Engagement bei der Firma Zeiss, wo Wilson die Entwurfsabteilung für Teleskope leitete, fand er schließlich bei der Europäischen Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre (ESO) seinen beruflichen Höhepunkt. In seinen 21 Jahren als Leiter der Optikabteilung entwickelte er Großteleskope für die Südsternwarte in Chile - und zwar die seinerzeit größten Teleskope der Welt.

Als Erfinder der "aktiven Optik" war Wilson Vorreiter und Visionär. Diese Schlüsseltechnologie, die die Spiegelkrümmung beim Schwenken ausgleicht, wird bis heute für den Bau moderner Großteleskope verwendet. Raymond Wilsons zweibändige Monografie "Reflecting Telescope Optics", die er 1996 im Ruhestand verfasste, gilt als wissenschaftliches Standardwerk der Teleá ?skopoptik.

DK
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!