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Reichertshausener Bürgerversammlung verläuft ohne große Aufregerthemen

Alles im grünen Bereich

Reichertshausen
erstellt am 12.03.2018 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 16.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Reichertshausen (PK) Einen ruhigen Verlauf hat die zweite Bürgerversammlung, diesmal in der Aula der Grund- und Mittelschule in Reichertshausen, genommen. Wie auch vorher in Paindorf hielt sich die Teilnehmerzahl mit rund 30 Bürgern in Grenzen.
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Reichertshausen: Alles im grünen Bereich
Rund 40 000 Kubikmeter Erde müssen in Reichertshausen bewegt werden, um die Zufahrt und das Gelände für den künftigen Supermarkt zu schaffen. - Fotos: Steininger
Reichertshausen

Brisante Themen wie die viele Wochen dauernden Sperrungen der B 13 sind Vergangenheit und soziale Brennpunkte in Verbindung mit Flüchtlingen sind derzeit auch nicht aktuell. Trotzdem aber gibt es Anlass zum Ärger für Bürger und Kommune, denn der Breitbandausbau seitens der Telekom lässt entgegen deren Aussagen zu wünschen übrig. Die hatte bis zu 50 Mbit für fast jedes Haus versprochen, mindestens jedoch 30 Mbit. Mittlerweile habe die Telekom zurückrudern müssen, ärgert sich Bürgermeister Reinhard Heinrich (CSU). Derzeit beschäftigte man sich bei der Telekom mit der "Vectoring-Technologie", die höhere Geschwindigkeiten ermögliche. Die aber seien unverzichtbar insbesondere für Geschäftsleute, man werde am Ball bleiben und Druck machen, so der Bürgermeister.

Warum die Gemeinde Reichertshausen im Gegensatz zu so kleinen Gemeinden wie Walterskirchen oder Angerhof nicht an das Gasnetz angeschlossen ist, lautete die Anfrage des Ex-Gemeinderats Ludwig Friedl. Er kenne viele Reichertshausener Bürger, "die sich sofort für Gas entscheiden würden, wenn es eine Möglichkeit gäbe". Das Thema sei schon vor rund 25 Jahren im Gemeinderat diskutiert worden, erinnerte sich Heinrich an eine Zeit, in der er noch gar nicht als Bürgermeister tätig war. Die Bürgerresonanz sei damals "sehr gering gewesen, dafür aber die Investitionskosten für die Gemeinde sehr hoch". Die würden sich heute in "Wahnsinnsregionen" bewegen, außerdem sei Gas als Energieträger in bestimmten Bereichen gar nicht mehr zulässig. Der Haushalt der Gemeinde erlaube derzeit keine derartigen Investitionen, sollte aber eine Fraktion des Gemeinderats einen diesbezüglichen Antrag stellen, werde man das Thema eingehend prüfen, sicherte Heinrich zu. Eine Umfrage an 3300 Haushalte aber könne die Verwaltung nicht stemmen, das müsse extern vergeben werden. Aber gegebenenfalls eine jede Straße in Reichertshausen aufzureißen, damit könne er sich nicht anfreunden, so Heinrich.

Das schadhafte Ilmbrückerl in Grafing war schon in Paindorf ein Thema gewesen. Das würden Spaziergänger gerne nutzen - allerdings gibt es dort keine offiziellen Wege, sondern die Brücke führt auf Futterwiesen. Die aber wollen die Landwirte frei von Hundekot halten und nach deren Ansicht haben Spaziergänger da nichts zu suchen. "Das muss man respektieren", so die Ansicht des Bürgermeisters.

Weitere Diskussionspunkte betrafen das staatseigene ehemalige Forsthausgrundstück, das mit zwei Wohnhäusern und insgesamt 19 Sozialwohnungen bebaut wird. Die Frage nach der Berücksichtigung der gemeindlichen Stellplatzsatzung konnte seitens der Verwaltung bejaht werden.

Unterschiedlich erkennbare Beschilderungen innerhalb des Ortsgebietes hat ein Bürger festgestellt - von verblasst und leicht übersehbar bis hin zu auffällig leuchtend. Das sei bekannt und werde laufend behoben, so die Aussage der Verwaltung.

Bemängelt wurde auch eine unzureichende Straßenbeleuchtung in der Angerhofstraße, dem könne eventuell durch einen Austausch der Leuchtmittel begegnet werden, sicherte Heinrich zu.

Die erheblichen Erdbewegungen in Verbindung mit der Zufahrt zum kommenden Supermarkt am Kammerer Berg warfen Fragen nach den Kosten auf. Die aber belasten die Gemeinde mit "0,00 Euro", versicherte Heinrich, auch wenn, durch die örtliche Topographie bedingt, mehr Aufwendungen entstehen, als ursprünglich geplant. Die aber gingen voll zu Lasten des Investors, so die Information des Gemeindechefs. In diesem Zusammenhang äußerte Heinrich sich positiv über die Aussicht, den derzeitigen Neukauf-Supermarkt künftig mit einem Discounter zu belegen, da habe man reelle Chancen.

Von Hans Steininger
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