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CSU schickt Wolnzacher Unternehmer als Direktkandidat in die Landtagswahl 2013

Straub schlägt Röder

Pfaffenhofen
erstellt am 01.08.2012 um 18:48 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:42 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Der verlorene Sohn ist zurück: Die Christsozialen haben ihren ehemaligen Kreisvorsitzenden Karl Straub zum Direktkandidaten für die Landtagswahl 2013 gewählt. Deutlich setzte er sich dabei gegen Mitbewerber Thomas Röder durch.
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Von 121 stimmberechtigten CSU-Delegierten des Stimmkreises haben 75 den Wolnzacher Unternehmer Karl Straub zu ihrem Landtagskandidaten gewählt. 45 Stimmen entfielen auf den Pfaffenhofener Polizeioberkommissar und CSU-Fraktionschef Thomas Röder. Nur eine Stimme war ungültig. Die Entscheidung war keineswegs gesetzt – einen eindeutigen Favoriten hatte es bis zuletzt nicht gegeben. „Für mich beginnt morgen die Arbeit“, sagte Straub nach diesem Erfolg. „Ich weiß, was auf mich zukommt, und bin bereit, es zu leisten.“
Pfaffenhofen: Straub schlägt Röder
Die CSU-Bewerber für die Landes- und Bezirkspolitik: Barbara Breher und Karl Straub haben sich bei der Aufstellungsversammlung der CSU im Stimmkreis als Direktkandidaten durchgesetzt - Foto: Kraus
Pfaffenhofen

Röder nahm die Niederlage gelassen auf – und ein Stück weit auch erleichtert. „Ich habe ja einen Beruf, der Spaß macht“, sagt er. Als Polizeiermittler mit beruflichem Schwerpunkt auf Innerer Sicherheit hätte er sich auch in der Nachfolge des abgewählten Schrobenhausener CSU-Abgeordneten und Polizisten Rudi Peterke gesehen – quasi als „schwarzer Sheriff“ im Maximilianeum. „Ich sehe mich als zukünftiger Landtagsabgeordneter nicht als williger Parteisoldat in der CSU-Fraktion, sondern in erster Linie als Interessenvertreter unseres Landkreises“, betonte Röder bei seiner Vorstellung. Gereicht hat das für die Delegiertengunst nicht.

Straub hingegen rückte seinen Rückzug aus dem Amt des Kreisvorsitzenden in den Fokus: „Ich habe euch vor ein paar Monaten überrascht, einige auch enttäuscht“, räumte er ein. Doch inzwischen sei sein Betrieb umgeordnet, und er habe wieder Zeit für neue Aufgaben: „Ein Amt abzugeben ist das eine, aber sein Herz für die Politik kann man nicht abgeben“, erklärte Straub seine Rückkehr auf das politische Parkett. „Ich will die Meinung der Basis ungefiltert nach München tragen“, verspricht er – mit kritischen Nebentönen: „Es gibt neben dem ,Es geht uns gut‘ auch Nöte.“

Den lokalpatriotischen Ton haben die beiden Bewerber aber nicht für sich alleine gebucht: Ein spürbarer Grant gegenüber manchen Entscheidungen aus München im vergangenen Jahr zog sich wie ein roter Faden durch die Versammlung – allen voran gegen die Stimmkreisreform, bei der Scheyern, Hohenwart und Gerolsbach nach Neuburg-Schrobenhausen verlegt wurden. Da wurden also Gäste, „die aus dem Stimmkreis wegrationalisiert wurden“ und deshalb nicht mehr als Delegierte mitstimmen durften, von Wayand besonders gegrüßt. Es fielen Worte wie „Rumpflandkreis“. Und Hohenwarts Bürgermeister Manfred Russer wurde in logischer Konsequenz zum Wahlleiter gewählt – eine Geste mit Symbolkraft: Geschlossenheit trotz getrennter Wahlurnen.

Auch Aufbruchsstimmung war spürbar. „Es ist ein wegweisender Abend“, betonte Russer. „Wir leiten einen Generationenwechsel ein.“ Ins gleiche Horn stieß Bezirksrätin Annemarie Höcht: „Die heutige Delegiertenversammlung ist von ganz entscheidender Bedeutung: Veränderungen stehen an.“ Denn nach dem Verzicht der bisherigen CSU-Stimmkreisabgeordneten im Landtag, Erika Görlitz, auf eine weitere Kandidatur braucht es ein neues Gesicht für die Wahl. Und mit der Stimmkreisreform darf Pfaffenhofen erstmals einen eigenen Direktkandidaten für den Bezirkstag aufstellen.

Eine Nominierung 14 Monate vor der Wahl ist so viel Vorlauf wie nie zuvor bei den Christsozialen im Landkreis. Das soll helfen, dass Straub und Barbara Breher, die für den Bezirkstag antreten soll (siehe getrennter Bericht), sich vorbereiten und bekannt machen können. Der bayerische Gedanke „Kenn i, mog i, wähl i“ gewinne wieder an Bedeutung, betonte der amtierende Kreischef Wayand.

Mandatsinhaberin Görlitz hat ihre Christsozialen auf Selbstvertrauen eingeschworen, befeuert von aktuellen Umfrageergebnisse: „57 Prozent trauen der CSU die größte Problemlösungsfähigkeit zu“, sagt sie. Der neue Kandidat Straub hingegen nahm von allzu viel Selbstvertrauen in Sachen Wählergunst deutlichen Abstand. „Keine Wahl ist ein Selbstläufer“, betonte er. Die anderen Parteien seien starke Mitbewerber, stark vor allem in Sachen Marketing. Entsprechend rechnet Straub mit einem harten Wahlkampf: „Wir müssen die Menschen überzeugen, dass wir die beste Lösung sind.“


 

Von Michael Kraus
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