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Danpower GmbH kauft Pfaffenhofener Biomasse-Heizkraftwerk – und will alle Arbeitsplätze erhalten

Die neuen Chefs kommen aus Potsdam

Pfaffenhofen
erstellt am 16.04.2014 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.05.2014 um 14:39 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Das Pfaffenhofener Biomasseheizkraftwerk hat einen neuen Besitzer: Die Potsdamer Danpower GmbH hat die Anlage im Süden der Kreisstadt von der Hypo Alpe Adria gekauft, über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.
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Pfaffenhofen: Die neuen Chefs kommen aus Potsdam
Die dunklen Wolken täuschen: Die Zukunft des Pfaffenhofener Biomasse-Heizkraftwerks scheint gesichert. Die Potsdamer Danpower GmbH hat die Anlage im Süden der Kreisstadt gekauft, alle Mitarbeiter sollen ihren Arbeitsplatz behalten. - Foto: Gegger
Pfaffenhofen

Danpower-Geschäftsführer Sven Schmieder war die Erleichterung über den gelungenen Kauf anzumerken. Seit drei Jahren sei man an dem Pfaffenhofener Kraftwerk „dran“ gewesen, am Dienstag ist die Übernahme nun offiziell umgesetzt worden – rückwirkend zum 1. Januar diesen Jahres. Zum Kaufpreis wollte sich Schmieder nicht äußern. Man sei jedoch davon überzeugt, dass das Kraftwerk diese Summe ohne Probleme erwirtschaften könne. Der Geschäftsführer räumte ein, dass es in der Pfaffenhofener Anlage einen erheblichen „Instandhaltungsrückstau“ gegeben habe, der aber vom bisherigen Besitzer, der Hypo Alpe Adria, noch größtenteils abgearbeitet worden sei. Das Pfaffenhofener Kraftwerk sei 2013 und in den ersten Monaten diesen Jahres hervorragend gelaufen, trotz des eigentlich ausgefallenen Winters. Schmieder: „Rund acht Millionen Euro Jahresumsatz – das ist doch ein ordentliches Wort.“

Angst um ihre Arbeitsplätze müssen die bisherigen zwölf Mitarbeiter nicht haben. „Sie werden vollumfänglich übernommen“, versicherte Schmieder, bei einer Belegschaftsversammlung hatte er „einen guten Eindruck von der Mannschaft“. Nicht mehr an Bord wird dagegen der bisherige Geschäftsführer des Heizkraftwerkes, Engelbert Tretter, sein, der sein Amt von sich aus niedergelegt habe. Zuständig für Pfaffenhofen sind künftig Mario Sonntag und Mario Engler als neue Geschäftsführer für Technik und Vertrieb sowie Manfred Pöhlitz als kommissarischer Kraftwerksleiter. Pöhlitz sei derzeit Kraftwerksleiter in Sulzbach-Rosenberg, Sonntag führe die Stadtwerk Elsterwerda GmbH in Brandenburg.

Vorstellig geworden ist der Danpower-Geschäftsführer am Dienstag auch bei einem seinem Großkunden, dem Babynahrungshersteller Hipp – „es war ein gutes Gespräch.“ Spätestens Anfang Mai will Schmieder auch bei der Pfaffenhofener Rathausführung seinen Antrittsbesuch machen, schließlich sei auch die Stadt ein wichtiger Kunde. Bei Danpower weiß man natürlich, dass die Stadt Pfaffenhofen beziehungsweise die Stadtwerke selbst an einem Kauf des Biomasseheizkraftwerks interessiert waren. Etwaige Irritationen aus dieser Konkurrenzsituation hofft Schmieder ausräumen zu können. Und auch der Stadt sollte nach Meinung des Geschäftsführers zuallererst daran gelegen sein, „dass man einen guten und stabilen Versorger bekommt, der rund 220 000 Wohnungen in 154 Kommunen betreut.“

Bei den Pfaffenhofener Stadtwerken präsentiert man sich derweil als „fairer Verlierer“. Vorstand Stefan Eisenmann will möglichst schnell ein Gespräch mit Schmieder suchen und kann sich sogar eine Zusammenarbeit mit dem neuen Kraftwerksbetreiber, zum Beispiel im Vertriebsbereich, vorstellen.

Von Rudi Gegger
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