Sonntag, 18. November 2018
Lade Login-Box.

Schweres Erbe: Pfaffenhofen müht sich mit der braunen Vergangenheit

erstellt am 29.03.2012 um 11:44 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:39 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (DK) Das ist Otto Bauer – Bürgermeister der Stadt Pfaffenhofen von 1935 bis 1940. Warum wir sein Foto gleich zweimal abbilden? Im Bild rechts, einer Kopie des Originals links, ist ein Fehler versteckt. Richtig: Auf der Kopie fehlt das Abzeichen mit dem Hakenkreuz.
Textgröße
Drucken
Otto Bauer
oh

Nur ein kleines Stück ist unten rechts am Bilderrahmen noch zu sehen. Otto Bauer war ein glühender Nationalsozialist, kein Mitläufer, sondern einer der führenden braunen Köpfe in der oberbayerischen Kleinstadt. Seit vielen Jahren hingen er und sein Hakenkreuz von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt zusammen mit den Porträts der übrigen Bürgermeister im Rathaus – bis nun die Kritik eines Pfaffenhofeners, der mit einer aus Polen stammenden Frau verheiratet ist, eine Diskussion in Gang setzte

Otto Bauer abhängen, das Porträt um eine erklärende Tafel ergänzen, oder alles so lassen, wie es ist. Die Pfaffenhofener Stadträte tun sich schwer mit der braunen Geschichte ihrer Heimatstadt und wollen erst im April über den Fall Bauer entscheiden. Bis dahin hat Rathauschef Thomas Herker (SPD) das Hakenkreuz jetzt in einer Nacht- und Nebelaktion unter den Bilderrand rutschen lassen. Zumindest in der Pfaffenhofener Bürgermeister-Galerie ist Otto Bauer jetzt kein Nazi mehr – vorläufig.

Rudi Gegger
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!