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Anette Lhotzky unterstützt mit "Voices of Joy" und der Koordinierenden Kinderschutzstelle Familien in Not

Hilfe für Härtefälle

Pfaffenhofen
erstellt am 06.12.2013 um 18:54 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:54 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Wenn Menschen in Not geraten, reichen die sozialen Netze oft nicht mehr aus. Die Koordinierende Kinderschutzstelle setzt daher bei Härtefällen auf die Zusammenarbeit mit dem Verein Familien in Not.
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Pfaffenhofen: Hilfe für Härtefälle
Anette Lhotzky und Albert Lochner haben mit dem Chor Voices of Joy ein Benefizkonzert für die »Vorweihnacht der guten Herzen« gegeben. Der Erlös: fast 1500 Euro für den guten Zweck - Foto: Kraus
Pfaffenhofen

In ihrer Freizeit ist Anette Lhotzky begeisterte Sängerin. Schon seit Jahren tritt die Diplom-Sozialpädagogin mit ihrem Gospelchor „Voices of Joy“ bei Benefiz-Konzerten für die DK-Aktion „Vorweihnacht der guten Herzen“ auf, deren gesamter Erlös dem Pfaffenhofener Verein Familien in Not zufließt.

Was Anette Lhotzky zu ihrem Engagement motiviert, ist aber nicht allein die Freude am Singen, sondern auch ihre hauptberufliche Tätigkeit als Leiterin der Koordinierenden Kinderschutzstelle (Koki) des Landkreises Pfaffenhofen. „Dort erleben wir ständig, wie wertvoll die Arbeit des Vereins Familien in Not ist,“ sagt Anette Lhotzky, die sich mit ihrer Kollegin Daniela Sander vorrangig um werdende Mütter, Alleinerziehende und junge Familien mit Säuglingen und Kleinkindern kümmert. Mit fachlichen Beratungsangeboten und gezielten Hilfen, zum Beispiel bei Kinderbetreuung und Behördenangelegenheiten, stehen die Sozialpädagoginnen den Eltern zur Seite. Dabei geht es ihnen vor allem um Prävention. Sie wollen Probleme lösen, bevor eine Krise eskaliert.

Allerdings stehen dafür oftmals nicht genügend Mittel aus den staatlichen Sozialkassen zur Verfügung. Anette Lhotzky: „Wir sind deshalb sehr froh, dass es den Verein Familien in Not gibt, der diesen Menschen die notwendigen finanziellen Hilfen schnell und unbürokratisch gewähren kann. Ohne diese Unterstützung hätten viele Familien kaum eine Chance, die Berge, die sich vor ihnen auftürmen, zu überwinden.“

Wie zum Beispiel Manfred und Johanna Z. (persönliche Daten von der Redaktion geändert), die sich vor einigen Monaten über die Koki an „Familien in Not“ wandten. Als sie vor sechs Jahren mit ihren vier Kindern, das jüngste war gerade erst geboren, in das angemietete Reihenhaus in einem kleinen Dorf im südlichen Landkreis einzogen, war für die Familie die Welt noch in Ordnung. Der 37-jährige Ehemann hatte einen gut bezahlten Job, die Mutter (31) kümmerte sich daheim um die Kinder. Alles schien perfekt zu laufen, bis sich bei Manfred Z. eine chronische Rheumaerkrankung so verschlimmerte, dass er seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben konnte. Nach einer Umschulung hoffte er, schnell eine neue Stelle im Büro zu bekommen und für den Lebensunterhalt seiner Familie sorgen zu können. Aber obwohl er schon mehr als 60 Bewerbungen verschickt hat, wartet er bisher vergeblich auf eine Zusage. Momentan lebt die Familie noch von der Unterstützung aus der Arbeitslosenversicherung, doch im kommenden Frühjahr droht der Absturz in den Hartz-IV-Bezug.

Dramatisch verschlimmert hat sich die Situation der Familie mit der schweren Erkrankung der elfjährigen Tochter Petra. Seit etwa einem Jahr leidet das Mädchen an einer besonders aggressiven Form der Multiplen Sklerose. Sie ist halbseitig gelähmt und teilweise auf den Rollstuhl angewiesen. Durch die häufigen Klinikaufenthalte, Fahrten zu Ärzten und Krankengymnasten entstanden der Familie hohe zusätzliche Kosten. „Wir müssen jede Woche mehrmals zum Arzt, zur Krankengymnastik und wenn unser Kind einen akuten MS-Schub hat, täglich zur Behandlung nach Landshut“, berichtet die Mutter. Anfangs habe die Familie die Fahrtkosten allein bezahlen müssen, mittlerweile werde der Großteil zwar von der Krankenkasse übernommen, „aber einen Eigenanteil von zehn Euro pro Fahrt müssen wir immer noch selbst tragen“.

Unter der extrem angespannten Familiensituation leiden vor allem auch Petras Schwester Laura (9) sowie die beiden Brüder Thomas (8) und Wolfgang (5). Alle müssen regelmäßig psychologisch betreut werden. „Aus sozialpädagogischer Sicht befindet sich die Familie in einer absoluten Ausnahmesituation. Nach unserer Einschätzung sind sowohl ihre psychologischen als auch die finanziellen Ressourcen mehr als ausgeschöpft“, schrieb die Koki-Leiterin Anette Lhotzky an den Verein Familien in Not, der mit einem Zuschuss zu den Fahrtkosten und zur Begleichung offener Rechnungen die drängendsten Probleme linderte. Auch der Pfaffenhofener Lionsclub trug mit einer Spende dazu bei, die finanzielle Situation der Familie zu stabilisieren. Darüber hinaus organisiert die Koki ehrenamtliche Hilfen, die Manfred und Johanna Z. bei der Bewältigung des Alltags, insbesondere bei der Kinderbetreuung unterstützen.

Von Willy Hailer
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