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Verein Familien in Not ermöglicht Mutter von schwer krankem Kind eine Berufsausbildung

Starthilfe auf dem Weg in eine bessere Zukunft

Pfaffenhofen
erstellt am 13.12.2013 um 19:42 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:55 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (wha) Menschen zu helfen, ihren Alltag aus eigener Kraft zu meistern, ist ein vorrangiges Ziel des Vereins Familien in Not. Mit den Spendengeldern, die er jedes Jahr im Rahmen der DK-Aktion „Vorweihnacht der guten Herzen“ erhält, können immer wieder Erfolgsgeschichten geschrieben werden.
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Pfaffenhofen: Starthilfe auf dem Weg in eine bessere Zukunft
 
Pfaffenhofen

Wie im Fall der 24-jährigen Martina P. (alle persönlichen Daten von der Redaktion geändert), die sich im vergangenen Jahr an den Verein gewandt hatte. Nach der Trennung von ihrem Partner lebte die junge Mutter damals mit ihrem an Mukoviszidose, einer genetisch bedingten Lungenkrankheit, leidenden siebenjährigen Sohn Stefan allein in einem kleinen Dorf im südlichen Landkreis. Um den Verlauf der bis heute unheilbaren Krankheit so lange wie möglich aufzuhalten, benötigt der Bub spezielle Medikamente und Nahrungsmittel, die nur zum Teil von der Krankenkasse bezahlt werden. Mit der Unterhaltszahlung des Kindsvaters und Hartz-IV-Leistungen kam die allein erziehende Mutter zwar einigermaßen über die Runden, dauerhaft auf Unterstützung angewiesen zu sein, war für die junge Frau aber nicht akzeptabel.

Deshalb hatte sie sich für eine Berufsausbildung als Heilerziehungspflegehelferin beim Franziskuswerk in Schönbrunn bei Dachau angemeldet. Doch ausgerechnet jetzt gab ihr klappriger alter Kleinwagen den Geist auf. Eine Reparatur hätte sich nicht mehr rentiert. Weil ihr Wohnort nicht an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen war, brauchte sie unbedingt ein Auto, um ihren Ausbildungsplatz zu erreichen. Außerdem musste sie mit dem kranken Sohn regelmäßig zu Untersuchungen und Behandlungen in die Klinik nach München. Woher also das Geld für einen einigermaßen gut erhaltenen Gebrauchtwagen nehmen? Martina P. hatte weder Angehörige noch Freunde, die sie um Hilfe hätte bitten können. Auch bei der Bank bekam sie keinen Kredit. In dieser Situation wandte sich die Frau an den Verein Familien in Not, der ihr ein zinsloses Darlehen zum Kauf des gebrauchten Kleinwagens gewährte.

Eine Hilfe, die auf fruchtbaren Boden fiel. Vor wenigen Wochen erreichte die Geschäftsstelle des Vereins ein Dankschreiben von Martina P. mit der erfreulichen Nachricht, dass sie ihre Ausbildung zur staatlichen Heilerziehungspflegehelferin erfolgreich abgeschlossen hat. Dem Brief beigefügt war das Abschlusszeugnis mit einem exzellenten Ergebnis: fünfmal Note „Sehr gut“ und sechsmal „Gut“. Außerdem teilte Martina P. mit, dass sie mit ihrem Sohn zwischenzeitlich nach München-Karlsfeld umgezogen sei, wo sie demnächst eine Arbeitsstelle im erlernten Beruf antreten werde. „Ohne ihre Unterstützung wäre mir das aufgrund der fehlenden Mobilität nicht möglich gewesen – dafür möchte ich mich noch mal ganz herzlich bei Ihnen bedanken“, schrieb Martina P. in ihrem Brief an Familien in Not. Um der jungen Mutter mit ihrem schwer kranken Sohn den Neuanfang zu erleichtern, beschlossen die Mitglieder des Vereins, ihr die Rückzahlung des Restdarlehens zu erlassen.

Hilfestellung beim Start in eine bessere Zukunft gab der Verein Familien in Not auch der 44-jährigen Martha K. (alle Namen geändert), die mit ihrer siebenjährigen Tochter Birgit und dem erwachsenen Sohn Peter (19) im nördlichen Landkreis lebt. Weil der Ex-Partner nur unregelmäßig Unterhalt zahlt, muss die Mutter jeden Cent zweimal umdrehen. Während ihrer derzeit laufenden Umschulung zur Kinderpflegerin hat sie keine eigenen Einkünfte und ist auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Für die Kaution der neuen Wohnung und andere Kosten musste Martha K. ein Darlehen aufnehmen. Jetzt ist sie mit der Rückzahlung in Schwierigkeiten geraten und hat 1800 Euro Minus auf dem Girokonto. Aus Angst in eine Schuldenspirale zu geraten, wandte sich die Frau an die Schuldnerberatung der Caritas, die den Fall an den Verein Familien in Not herantrug.

„Da ich ALG 2 beziehe und mein Sohn Peter bei mir lebt, muss er mit seinem Lehrlingsgehalt auch unseren Lebensunterhalt mitfinanzieren,“ schreibt Martha K. an den Verein Familien in Not. Deshalb fehle ihm das Geld, um den Führerschein zu machen, den er aber unbedingt brauche, wenn er nach der Ausbildung eine Anstellung als Kfz-Mechatroniker bekommen wolle. Um die Berufschancen des jungen Mannes zu verbessern und damit auch die Situation der Familie zu stabilisieren, übernahm der Verein auf Empfehlung der Schuldnerberatung die Kosten für die Fahrschule.

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