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Die Stadt informiert die Anlieger der Scheyerer Straße, was sie während der Großbaustelle erwartet

Die Angst vor dem Verkehrsinfarkt

Pfaffenhofen
erstellt am 06.03.2012 um 18:55 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:36 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Die Scheyerer Straße verwandelt sich in zwei Wochen für anderthalb Jahre in eine Baustelle – und damit in ein Verkehrsnadelöhr. Teilweise werden auch Vollsperrungen nötig. Einige Anwohner befürchten während der Bauzeit einen Verkehrskollaps.
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Erst werden Kanäle und Wasserleitungen im Untergrund erneuert, dann die Scheyerer Straße neu gebaut: Sie wird von 7,5 auf 6,5 Meter verschmälert; auf beiden Seiten sollen üppig dimensionierte, durchgehende Geh- und Radwege sowie Grünstreifen entstehen. Am Montag, 19. März, sollen planmäßig die Bagger anrollen.
 

Pfaffenhofen: Die Angst vor dem Verkehrsinfarkt
 
Pfaffenhofen
Mit der umfassenden Sanierung beginnt dann die nächste Großbaustelle auf einer Pfaffenhofener Hauptverkehrsader: Schüler-, Anlieger- und Individualverkehr sowie drei Stadtbuslinien müssen sich für die nächsten eineinhalb Jahre mit Sperrungen, wandernden Bauabschnitten und Umleitungen arrangieren.
 
Die Stadt hat nun die Anlieger als Hauptbetroffene zu einer großen Versammlung geladen. Elf Referenten standen Rede und Antwort. Unter den 110 Zuhörern im Rathausfestsaal waren neben den unmittelbar betroffenen Bürgern auch Anwohner angrenzender Straßen wie Schleiferberg und Quellengasse vertreten. Einige Sorgen wurden thematisiert: Mehrere Anwohner umliegender Straßen befürchteten während der Sperrungen den Verkehrskollaps und erhöhte Lärmbelastung durch Schulbusse und Ortskundige, die Schleichwege durch die Wohngebiete nehmen.

 

Schleichwege

„Wir leiten zwar großflächig um, aber gerade der einheimische Verkehr sucht sich Ausweichrouten – das kann man nicht verhindern“, räumte Bürgermeister Thomas Herker (SPD) ein. Einzelsperrungen oder Einbahnregelungen nach dem Sankt-Florians-Prinzip lehnte der Bürgermeister ab: „Das Leid wird sich relativ gleichmäßig verteilen“, betonte er. „Sie werden ein paar harte Wochen vor sich haben, es gibt aber keine Alternativen“, sagte der Bürgermeister vor allem in Richtung der Anwohner in der Ecke Dr.-Bergmeister-, Jahn- und Balthasar-Kraft-Straße. Herkers Bitte: „Haben Sie ein bisschen Nachsicht mit uns.“ Denn wenn erst einmal alles wieder rundum erneuert sei, werde es „wieder Jahrzehnte halten“.

Heuer sollen bis Ende Oktober oder Anfang November die Kanal- und Leitungsarbeiten erledigt werden. „Der Kanal ist so schlecht, dass er in weiten Teilen ausgetauscht werden muss“, berichtete der stellvertretende Stadtbaumeister Ernst Reng – und zwar von der Einmündung der Quellengasse bis zur Wittelsbacher Straße. Der Bau des Kanals mit bis zu 1,8 Meter Außendurchmesser erfordert einen etwa 2,5 Meter breiten Graben in der Straßenmitte. „Da werden wir um eine Vollsperre nicht rum kommen“, räumte Tiefbauleiter Reng ein.

Die Wasserleitungen, die von der Innenstadt bis zum Schleiferberg bereits 2010 ausgetauscht wurden, werden von dort aus noch bis zur 900 Meter entfernten Herzog-Ludwig-Straße erneuert. In der anschließenden Winterpause, etwa von November bis März, wird die Scheyerer Straße dann wieder geöffnet. Dann folgt der eigentliche Straßenbau, der voraussichtlich in den Sommerferien 2013 abgeschlossen wird. Um die Bauzeit kurz zu halten, sollen zwei Kolonnen parallel eingesetzt und auch am Samstag gearbeitet werden. Die Baustelle wird durch die Scheyerer Straße wandern, die einzelnen Abschnitte sollen dabei unmittelbar nach der Fertigstellung wieder freigegeben werden. Vom Gymnasium kommend soll außerdem die Scheyerer Straße immer in die eine oder andere Richtung befahrbar bleiben. „Der neuralgische Punkt ist die Einmündung der Niederscheyerer Straße – die muss immer offen sein, egal ob nach links oder nach rechts“, führte Wilhelm Wipfler vom gleichnamigen Planungsbüro aus. Um das Chaos beim Schülerverkehr – egal ob per Bus oder Pkw – zu minimieren, soll außerdem im Bereich vor den Schulen heuer während der Sommerferien gesperrt werden.

Die eingebrachten Sorgen und Fragen der Anlieger richteten sich ansonsten weniger gegen die Baustelle an sich oder die Ausbaubeiträge: Parkbuchten sollen erhalten bleiben, ein Parkverbot wurde angeregt, eine Geschäftstreibende fürchtete um den Zugang zu ihrem Laden, der beidseitige Geh- und Radweg könnte zu Stoßzeiten den Rückstau vom Schleiferberg kommend verlängern, und, und, und. Ob es die großzügig bemessenen Geh- und Radwege auf beiden Seiten überhaupt braucht, fragten ein paar Anwohner. Ja, erläuterte Stadtbaumeister Walter Karl: Neben den dichten Schülerströmen wolle man einen durchgängigen Weg bis zur Radlhöfe-Siedlung schaffen.

Gerade diese Wege erfordern übrigens noch Grundstücksverhandlungen: „An einigen Stellen werden wir noch ein paar Quadratmeter Grund von den Anliegern benötigen“, erklärte Herker. Auf die betroffenen Eigentümer werde man noch zugehen.

 

Gärten auf Stadtgrund

Pikant ist der Ausbau der Scheyerer Straße in dieser Hinsicht im Bereich der Einmündung Quellengasse stadtauswärts, wo einige Anliegergärten offenbar seit Jahrzehnten teilweise auf öffentlichem Grund angelegt sind. Diese Flächen sollen nun wieder für den Gehweg- und Grünstreifenbau verwendet werden. „Aber die meisten haben mit Verständnis darauf reagiert“, berichtete Karl aus Gesprächen mit den betroffenen Bürgern.

 

Von Michael Kraus
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