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Weihbischof Florian Wörner nimmt sich ganz viel Zeit für die Kindergartenkinder von St. Michael

"Mein oberster Chef ist der liebe Gott"

Pfaffenhofen
erstellt am 12.01.2018 um 19:09 Uhr
aktualisiert am 15.01.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Ehrengast bei den Kindern von St. Michael: Weihbischof Florian Wörner hat am Freitag den Pfaffenhofener Pfarrkindergarten besucht. Die Kinder fragten ihm Löcher in den Bauch und erfuhren, dass er nicht nur - wie auch der Heilige Nikolaus - ein Bischof ist, sondern auch ein großer FC-Augsburg-Fan.

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Drei Tage lang ist Weihbischof Wörner in Pfaffenhofen zu Gast, um bei der sogenannten Pastoralvisitation in der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist nach dem Rechten zu sehen (siehe Kasten) und die Menschen hier kennenzulernen - und eben auch die Kleinsten: Und so stand am ersten Tag des bischöflichen Besuchs neben Gesprächen mit Mitarbeitern, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat auch ein Besuch im katholischen Kindergarten an.

Und das ist gar keine formelle Angelegenheit, sondern ein kunterbuntes Kennenlernen. Im Halbkreis sitzen gut 100 Kinder dicht gedrängt um ihren Besucher. Die Unterschiede zum Heiligen Nikolaus sind schnell gefunden: keine Mitra, kein Bart, kein Stab. Da will es der kleine Louis ganz genau wissen: "Warst du schon mal in Italien und hast mit dem Ober-Ober-Oberchef geredet", fragt der Bub. "Mein oberster Chef ist eigentlich der liebe Gott", entgegnet der 47-jährige Augsburger. "Aber du meinst wahrscheinlich unseren Papst Franziskus - und mit dem habe ich auch schon mal gesprochen", erzählt Wörner. "Der Papst spricht gut Italienisch und ein bisschen Deutsch; und ich spreche gut Deutsch und ein bisschen Italienisch - da haben wir uns gut unterhalten können." Damals habe ihn der Heilige Vater unter anderem nach einem ganz bestimmten Marienbild in Augsburg befragt - nach der berühmten "Maria Knotenlöserin" in der Perlachkirche, in der er täglich bete.

Der kleine Emil ist glühender Fan des FC Bayern München. Er will vom Weihbischof wissen, was sein Lieblings-Fußballverein ist. Das bischöfliche Herz schlägt allerdings für den FC Augsburg. "FC-Bayern-Fan zu sein ist nicht schwer, der Verein gewinnt fast immer", scherzt Wörner. "Für den FCA braucht man aber eine gewisse Leidensfähigkeit." Und dass er Priester ist, kann da nicht schaden: "Manchmal muss man für den FC Augsburg auch beten."

"Machst du auch Sport", will Isabell wissen. "Ja, aber meine Sportnote in der Schule war nicht besonders gut", gibt Wörner zu. Er radle, jogge und gehe gern auch mal bergwandern oder langlaufen. Und noch viel mehr entlocken die Kinder ihrem Ehrengast: Dass er in einem Monat 48 wird, beispielsweise. Oder dass er selber einmal Kindergartenkind war - im Pfarrkindergarten St. Clemens in Eschenlohe bei Garmisch ("eine schöne Zeit"). Oder wer für ihn kocht, wo er doch keine Familie hat. Das macht seine Haushaltshilfe, erzählt er. Die habe jetzt aber frei, weil er ja drei Tage in Pfaffenhofen ist. Und dass er gerne lacht. Denn: "Wenn man an den lieben Gott glaubt, hat man oft Grund zur Freude."

Für den Ehrengast singen die Kinder natürlich auch ein Lied ("Hallo, schön, dass du da bist") und die als Kaminkehrerin verkleidete Abigail überreicht ein Glücksschweinchen fürs noch junge neue Jahr. Nach einem gemeinsamen Gebet segnet Weihbischof Wörner noch alle Kinder und Mitarbeiter: "Es hat mich sehr gefreut, euch kennenlernen zu dürfen", sagte er. Und weil er heraushört, dass es in der Pfarrei auch den Wunsch gibt, den Kindergarten-Altbau zu sanieren oder gar neu zu errichten, gibt er auch ein Versprechen: Er werde in der Sache einmal mit dem Finanzdirektor der Diözese reden. "Damit sich bald was tut."

Von Michael Kraus
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