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Autofreier Hauptplatz: Eva Schratt und Kerstin Schnapp kontern CSU-Kritik – und raten Florian Schranz, doch mal Bäume zu umarmen

"Lieber ein Traum, als keine Vorstellung von der Zukunft"

Pfaffenhofen
erstellt am 28.08.2014 um 21:21 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 22:03 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (rs) Die Grünen seien eine „Träumer- und Regulierungspartei“ und die von ihrer Ortsvorsitzenden Eva Schratt zur Diskussion gestellte Ausweitung der Fußgängerzone am Unteren Hauptplatz eine „absurde Idee“.
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Pfaffenhofens CSU-Chef Florian Schranz haute in seiner Stellungnahme zur Debatte um eine größere Fußgängerzone so richtig auf die Pauke (PK berichtete gestern). Grünen-Ortsvorsitzende Eva Schratt (Foto) und Kreisvorsitzende Kerstin Schnapp reagieren darauf jetzt gar nicht eingeschnappt, sondern ganz cool – und verbinden ihren Konter sogar noch mit einem Gesundheitstipp für die Kommunalpolitiker der Schwarzen um Florian Schranz: Gegen angestaute Aggressionen, wie sie der vom CSU-Ortsvorsitzenden formulierten Presseerklärung zu entnehmen seien, „hilft Bäume umarmen“, rät Eva Schratt. Die neue Pfaffenhofener Grünen-Vorsitzende hat auch kein Problem damit, dass Schranz die Diskussion um die Ausweitung der Fußgängerzone am Unteren Hauptplatz als Sommerloch-Füller einstufte: „Liebe CSU, lieber Herr Schranz, lasst uns weiter gemeinsam das Sommerloch füllen“, schreibt sie: „Wenn dabei etwas Sinnvolles herauskommt, wie etwa eine Debatte über Parkplätze, Mobilitätskonzepte und Innenstadtbelebung – warum auch nicht“ Wenn sie mit ihrem Wunsch, dass der Hauptplatz langfristig autofrei werden soll, eine Diskussion dazu angestoßen habe, freue sie das, erklärt Schratt: „Denn über’s Redn kemma d’Leit zam“.

Auch aus Sicht der Grünen werde es „nicht gleich morgen“ einen autofreien Hauptplatz geben. „Aber er ist unser Ziel, oder um es mit den Worten der CSU zu sagen, unsere Träumerei.“ Wenn man der Logik der CSU nach dem Motto „jetzt alles gut, weil die CSU dafür war“ folge, dann würde heute noch die Bundesstraße 13 durch die Weilhammer Klamm laufen, winkt Schratt ab: „Lieber also ein Traum, als keine Vorstellung von der Zukunft“.

Einen autofreien Hauptplatz könne es aus Sicht der Grünen aber nur geben, wenn Mobilitätskonzepte von ÖPNV bis Radwegenetz mitbedacht würden, ein schlüssiges Parkplatzkonzept für die Stadt erarbeitet und die Gesamtgestaltung des Platzes sowie die weitere Belebung der Innenstadt berücksichtigt werde. Und hier sei die Bunte Koalition – auch wenn es der CSU nicht gefalle – auf einem guten Weg, schreibt Grünen-Kreisvorsitzende Kerstin Schnapp. Sie verweist darauf, dass eine „wachsende Fußgängerzone“ im Koalitionsvertrag der Bunten fixiert sei – „und zwar nicht, wie man es von CSU-Konzepten kennt, als populistische Überschrift, sondern als durchdachte Maßnahme“. Eva Schratt abschließend: „Also, liebe CSU – bei einem komplexen Thema nicht einfach ’Auto, Auto über alles’ singen, sondern bitte vorher nachdenken, dann Forderungen stellen.“

Von Robert Schmidl
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