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Der albanisch-deutsche Kulturverein Sali Çekaj feiert zehnjähriges Bestehen

Humanitäre und interkulturelle Arbeit im Vordergrund

Pfaffenhofen
erstellt am 13.02.2018 um 19:10 Uhr
aktualisiert am 17.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (esr) Der albanisch-deutsche Kulturverein Sali Çekaj Pfaffenhofen ist zehn Jahre alt. Mit 250 Gästen aus ganz Deutschland und der Schweiz, aus Albanien und dem Kosovo feierte der Verein am Sonntag sein Jubiläum in der komplett gefüllten Turnhalle der Joseph-Maria-Lutz-Grundschule.
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Pfaffenhofen: Humanitäre und interkulturelle Arbeit im Vordergrund
Foto: Elisabeth Steinbüchler
Pfaffenhofen

Auch eine Reihe von Ehrengästen konnten der Vorsitzende Osman Ferizi und der Moderator des Nachmittags, Hajriz Mamaj aus Berlin, begrüßen, darunter unter anderem die Generalkonsuln des Kosovo und Albaniens, den Vorsitzenden der Paneuropajugend Bayern, Christian Hofer, sowie Donika Gervalla, die Vorsitzende der Demokratischen Liga des Kosovo (LDK) in Deutschland.

"Nicht jeder weiß, wo Pfaffenhofen ist, aber die Albaner wissen es genau, denn hier ist Sali Çekaj", erklärte Donika Gervalla mit Blick auf die großen humanitären Leistungen des Vereins in Albanien. Die Mitglieder von Sali Çekaj haben sich neben der interkulturellen Zusammenarbeit in Pfaffenhofen vor allem die Hilfe für Bedürftige in ihrer Heimat auf ihre Fahne geschrieben. So haben sie bereits vier Häuser für Arme gebaut, die im Jugoslawien- beziehungsweise Kosovokrieg obdachlos geworden sind, und viele weitere Häuser renoviert. Über 50 Familien sowie Waisenkindern, die nach dem Krieg in Armut oder obdachlos gelebt haben, hat der Verein geholfen. Außerdem hat er einige Kranke unterstützt, die weder die Mittel hatten, Operationen zu bezahlen, noch die nötige medizinische Behandlung im Kosovo bekommen konnten, sodass sie ins Ausland geflogen werden mussten.

Die Verdienste des Vereins um die interkulturelle und interreligiöse Arbeit in Pfaffenhofen hob Sepp Steinbüchler, der Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins, hervor. So habe Sali Çekaj schon vor zehn Jahren bei den ersten Interkulturellen Wochen in Pfaffenhofen tatkräftig mitgewirkt und im Internationalen Kulturverein arbeite schon seit seiner Gründung immer ein Vertreter der Albaner im Vorstand mit. Ein ganz besonderes Zeichen hatte der albanisch-deutsche Verein vor zwei Jahren mit der Aufstellung der Mutter-Theresa-Statue auf dem Pfarrplatz neben der Pfaffenhofener Stadtpfarrkirche gesetzt. "Die meisten Mitglieder von Sali Çekaj sind Muslime, nur wenige sind Christen, aber sie haben diese Statue gestiftet und geben damit ein Beispiel für gelungenen christlich-islamischen Dialog im Sinne echter Menschlichkeit", betonte Steinbüchler.

Auf die Entstehung und Entwicklung des Vereins ging der Vorsitzende Osman Ferizi ein. Zwar wurde Sali Çekaj 2008 gegründet, aber einen Vorläufer gab es bereits seit 1992: Gleich nach ihrer Flucht im Jugoslawienkrieg hatten die Albaner und Kosovaren in Pfaffenhofen einen Solidaritätsverein unter dem Namen Fan S. Noli gegründet. Als 2008 zur humanitären Hilfe für ihre Heimat auch das interkulturelle und interreligiöse Engagement in Pfaffenhofen hinzukam, gründeten sie den albanisch-deutschen Kulturverein unter dem neuen Namen.

In zahlreichen Ansprachen und Grußworten wurden die Leistungen des Vereins gewürdigt. Unterhaltsam gestaltet wurde der Nachmittag von der Kinder- und Jugendtanzgruppe unter der Leitung von Shemsi Haziri und Gazmend Dashi und von den Auftritten zweier in Albanien sehr bekannter Künstler, die eigens nach Pfaffenhofen gereist waren: Der Sänger Esat Ruka ist durch CD-Aufnahmen und Fernsehauftritte ein Begriff, und Mirush Kabashi ist der wohl berühmteste albanische Schauspieler.

Von Elisabeth Steinbüchler
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