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Neujahrskonzert in der Stadtpfarrkirche begeistert mit hervorragenden Solisten

"Ganz großes Kino"

Pfaffenhofen
erstellt am 02.01.2014 um 18:51 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:55 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Schöne Einstimmung auf das neue Jahr: Das Neujahrskonzert in der Stadtpfarrkirche überzeugt mit hervorragenden Solisten, monumentalem Chorgesang und einem inspirierten Orchester. Das war „ganz großes Kino“.
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Pfaffenhofen: "Ganz großes Kino"
Auch im Terzett überzeugten die Solisten (von links): Bernhard Schneider, Anna Nesbya und Catalina Bertucci, dirigiert von Gerhard Weinberger. - Fotos: Steininger
Pfaffenhofen

Es sei das 15. Neujahrskonzert in ununterbrochener Reihenfolge, freute sich Max Penger, der den Stadtpfarrer Frank Faulhaber entschuldigte und dessen Grüße übermittelte. Er habe es nicht zuletzt dem Zuspruch des Publikums zu verdanken, dass diese Tradition beibehalten werden könne. Das Kirchenmittelschiff und die Empore waren voll besetzt, und nur mithilfe zusätzlicher Stuhlreihen konnte der Platzbedarf bewältigt werden. Für viele Zuhörer gab es ein Wiedersehen mit Pengers ehemaligem Lehrer Gerhard Weinberger, den Penger als Gastdirigent für ein Konzert in dessen Heimatstadt gewinnen konnte.

So war die Erwartungshaltung groß, als mit Johann Sebastian Bachs Kantate Nr. 4 aus dem Weihnachtsoratorium BWV 248 das Konzert eröffnet wurde. Gleich zu Beginn mit einem Vorspiel des Kammerorchesters St. Johannes, bis der Kammerchor a-cappella-nova unter Hörnerklang seinen Einsatz hatte und bereits nach wenigen 3/8-Takten vermittelte, dass er Großes vorhat. Taktwechsel dann bei „Flößt mein Heiland, flößt dein Namen“, das mit einem Oboen-Solo beginnt, bis Sopran 1 in Person von Catalina Bertucci eine Arie anstimmt, die von Sopran 2 (Anna Nesyba) und den Oboen in Form von Echos ergänzt wird – eine äußerst reizvolle Passage innerhalb des Werks. Mit dem Bass-Rezitativ „Wohlan, dein Name soll allein“ kam mit Nikolai Ardey die Bass-Stimme zu Ehren, nachfolgend hatte Tenor Bernhard Schneider Schwerstarbeit bei einer Arie mit schnellen Sechzehntel-Noten zu leisten. Mit einem Choral in F-Dur schließt sich der Kreis des vierten Teils aus dem Oratorium.

Mozarts Große Messe in c-Moll gilt als eine der herausragenden Messvertonungen der Musikgeschichte. Das wird gleich zu Beginn beim Kyrie deutlich, bei dem der Chor und Sopranistin Catalina Bertucci einen stimmungsvollen Einstieg in Mozarts Werk schaffen.

Mit dem Gloria beginnt ein mächtiger Auftakt, bei dem der Chor seine ganze Stimmgewalt zur Geltung bringt, wobei die neun Teilsätze auch allen Solisten reichlich Gelegenheit bieten, im Sopranduett, im Terzett zusammen mit dem Tenor sowie beim Benedictus im Quartett gesangliches Können zu demonstrieren. Das gelingt insbesondere und in herausragender Manier Anna Nesyba im Gloria mit „Laudamus te“, deren strahlendes Lächeln beim Gesang sich auch in ihrer Stimme wiederfindet, und Catalina Bertucci, unter anderem bei ihrem Sopransolo mit gefühlvollem Vibrato bei „Et incarnatus est“ im Credo. Beide Sopranistinnen erweisen sich als Glücksfall für den Dirigenten Gerhard Weinberger, der mal filigran, mal mit großer Gestik, aber immer präzise Solisten, Chor und Orchester fordert, stützt und leitet. Und das alles auswendig – er ist ohne Zweifel ein Meister seines Fachs. Mozarts Große Messe weist eine ungeheure stilistische Vielfalt auf, neben barockem Prunk und mächtigen Klängen auch süße, wenn nicht sogar süßliche Passagen, die nicht unkritisiert blieben.

So erlebte das Publikum ein musikalisches Wechselbad schöner Stimmen, eindrucksvollen Chorgesangs, wie im Sanctus sogar als Doppelchor, ein vielfältiges Instrumentarium mit wunderbaren Oboen-Solis. Insgesamt ein harmonisch agierendes Ensemble, dem man die Freude an der Musik, am gemeinsamen Musizieren permanent anmerkte – schöner und eindrucksvoller kann man ein neues Jahr kaum beginnen. Das empfand auch das Publikum, das stehend und schier endlos applaudierte.

Der Dank des Dirigenten Gerhard Weinberger an Konzertmeister Manfred Leopold, stellvertretend für das Kammerorchester, war voll auf verdient. Denn für Weinberger sei es „eine große Freude“ gewesen, mit den „für Laien sehr guten Leuten in Orchester und Chor“ so schön zusammen zu arbeiten.

Eine Wiederholung wollte er nicht ausschließen, das aber sei abhängig von Max Penger und vom Kammerchor. Für den März plane er eine Orgelmatinee in der Stadtpfarrkirche zusammen mit seiner Ehefrau, die in München als Organistin tätig ist.

Von Hans Steininger
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