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Das Soziale Netzwerk Pafnet wird nach 15 Jahren abgeschaltet

Pfaffenhofen
erstellt am 15.05.2018 um 11:35 Uhr
aktualisiert am 19.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Pafnet war Internet-Pionierarbeit und Massenphänomen in einem: 2003, also bereits ein Jahr vor der Gründung von Facebook, ging das Soziale Internet-Netzwerk aus Pfaffenhofen online und behauptete sich jahrelang als führende Plattform der Region.
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Pafnet.de soll abgeschaltet werden. Hier ein Screenshot vom 15. Mai.
Screenshot pafnet.de
Pfaffenhofen
Jetzt, nach 15 Jahren, ist aber endgültig Schluss: Die Community wird zum 18. Mai abgeschaltet. Alle Nutzerdaten werden gelöscht. Grund ist unter anderem die Datenschutz-Grundverordnung, die am 25. Mai in Kraft tritt. Nicht wegen der Datenschutzvorschriften an sich, sondern wegen des großen Personalbedarfs, der erforderlich würde, um beispielsweise Auskunftsersuchen fristgerecht abzuarbeiten oder die ab Ende Mai erforderlichen Einverständniserklärungen zur Datenverarbeitung einzuholen. "Pafnet läuft ja nur noch als Hobby - da kann man das nicht mehr stemmen", sagt Gründer und Geschäftsführer Andreas Breitner. "Wir können leider den Support nicht leisten, den wir künftig leisten müssten. "

Dabei will Breitner die Gesetzesänderungen nicht grundsätzlich verdammen - im Gegenteil: "Für die Nutzer sind die Neuerungen sinnvoll", sagt er gerade mit Blick auf Giganten wie Facebook und deren fragwürdigen Umgang mit Daten. "Aber für ein kleines, lokales Netzwerk wie unseres sind sie tödlich. "

Bei Pafnet bleiben die Internetseite und das Portal selbst zwar erreichbar. In einer Woche werden aber die Community-Funktionen mit Nutzerprofilen, Bildern, Kurznachrichtendienst oder Kommentaren deaktiviert. "Der personenbezogenen Daten werden unwiederbringlich gelöscht", versichert Breitner.

Mit Pafnet stellt das letzte relevante regionale Netzwerk seinen Dienst ein, nachdem zum Beispiel Lokalisten oder "Party bei uns" teilweise schon seit Jahren in der Versenkung verschwunden sind. Breitner bedauert den Schritt: "Es ist extrem schade drum", sagt er. "Ich hätte es gerne weiterlaufen lassen, allein schon weil es für viele ein Andenken ist und sich viele Leute hier kennengelernt haben" - auch viele Paare. Zur besten Zeit waren um 2010 täglich 150000 Nutzer bei 460000 registrierten Accounts online. Als sich allerdings ab 2011 Facebook durchsetzte, sanken die Nutzerzahlen - und lagen zuletzt bei ein paar Tausend pro Tag. Und auch für die ist ab kommendem Freitag Schluss.
Michael Kraus
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