Dienstag, 18. Dezember 2018
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Misshandelte "Paketkatze" nach Monaten in Pflegestelle vermittelt

Ein neues Leben für Katze Tina

Pfaffenhofen
erstellt am 30.01.2018 um 14:00 Uhr
aktualisiert am 03.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Sie hat ein grausames Martyrium hinter sich: Nur eine der beiden Katzen, die Anfang November als Pakete verschnürt in einem Auto gefunden wurden, überlebte.
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In einem äußerst schlechten Zustand kam die Katze ins Tierheim.
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Pfaffenhofen
Tina hat nun ein neues Leben in einer Pflegestelle begonnen und sogar wieder Vertrauen zu Menschen gefasst. Ihr Weg dahin war nicht leicht.

Pfaffenhofener Polizeibeamte hatten die beiden Katzen während einer Verkehrskontrolle bei Geisenhausen auf der Rückbank eines 72-jährigen Fahrers aus Norddeutschland gefunden - sie waren wie Pakete zusammengeschnürt. Die Schnüre waren wohl schon Monate oder sogar Jahre um Hals, Brust und Hinterleib gewickelt und eingewachsen. Tina musste nach der Befreiung rund um den Hals genäht werden, dort hatte sie eine offene Wunde. Außerdem wurden Stauungen oder Geschwüre im Bauchbereich festgestellt. "Sie sah erbärmlich aus, sie machte uns am meisten Sorgen", sagt Lydia Schübel von der Tierherberge Pfaffenhofen. Am Ende starb allerdings unerwartet Tinas Leidensgefährtin an einer Krankheit, wegen der sie nicht mehr fressen konnte. Sie musste eingeschläfert werden.

Kaum mehr zu erkennen: Aus der gequälten, unterernährten Katze Tina ist ein wunderschönes Tier mit glänzendem Fell und zufriedenen Augen geworden.
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Tina kämpfte weiter, lebte mehrere Monate in Quarantäne, wo die Tierschützer sie beobachteten, so Schübel. Während dieser Zeit habe die anfangs völlig verstörte Katze langsam wieder Vertrauen zu Menschen gefasst. Mitte Januar konnte sie endlich an eine Pflegestelle vermittelt werden. "Als die Pflegerin kam, um sie abzuholen, sprang sie sofort in den Korb", berichtet Schübel. Tina habe sogar schon mit ihrer Pflegefrau geschmust. Die vergangenen Tage erhielten die Tierschützer außerdem ein Video, das sie sehr freute: "Erstmals hat Tina mit ihrer Pflegefrau gespielt", so Schübel. Medikamente wird die Katze wohl dennoch den Rest ihres Lebens bekommen müssen. Deshalb suchen die Tierschützer auch noch Paten, die sich finanziell beteiligen wollen.

Der frühere Besitzer der beiden versteht offenbar bis heute nicht, was er Tina und ihrer Gefährtin angetan hat: "Das Traurige ist: Er ruft immer bei uns an und fragt nach ihr - er sagt, er habe sie nur beschützen wollen."

Tina darf nun bis an ihr Lebensende bei ihrer Pflegefrau bleiben. Wer gern eine Patenschaft für die Katze übernehmen will, kann sich unter der Telefonnummer (08441) 4 902 44 beim Tierschutzverein Pfaffenhofen melden.

In dem Bericht über die misshandelte Katze Viola ist uns leider in der gestrigen Ausgabe ein Fehler unterlaufen: Viola starb nicht am Sonntag, sondern am Montag. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Von Desiree Brenner
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