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Bayernweit einzigartig: Der MSC bringt am 5. Januar Eis-Speedway nach Pfaffenhofen

Auf Eis statt Sand: Speedway-Nostalgie in Pfaffenhofen

Pfaffenhofen
erstellt am 02.11.2018 um 17:11 Uhr
aktualisiert am 07.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Speedway in Pfaffenhofen - die Beziehung galt jahrzehntelang als untrennbar, ist seit viereinhalb Jahren aber auf Eis gelegt. Genau dahin kehren die Drifter mit ihren Motorrädern am 5. Januar 2019 zurück - nicht auf Sand wie üblich, sondern auf das Eis. Im Pfaffenhofener Eisstadion geht es beim Drift on Ice hoch her.
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Besondere Show auf dem Eis: Martin Smolinski (vorne) und weitere hochkarätige Fahrer werden am 5. Januar im Pfaffenhofener Eisstadion um die Wette driften. Speedway-Rennen haben in Pfaffenhofen eine lange Tradition ? eigentlich aber auf Sand.
Besondere Show auf dem Eis: Martin Smolinski (vorne) und weitere hochkarätige Fahrer werden am 5. Januar im Pfaffenhofener Eisstadion um die Wette driften. Speedway-Rennen haben in Pfaffenhofen eine lange Tradition - eigentlich aber auf Sand.
SR-Speed Performance
Pfaffenhofen
Jürgen Konrad, Vorsitzender, und Erhard Wallenäffer, Leiter Speedway, vom MSC Pfaffenhofen sind sich einig: "Es soll ein Spektakel werden." Und davon ist auch auszugehen. Die 80 PS starken Motorräder, die für ihren unnachahmlichen Sound bekannt sind, werden am 5. Januar 2019 über das Eis des Eisstadions peitschen und driften - in guter alter Pfaffenhofener Tradition.

Vor viereinhalb Jahren fiel die alte Sand-Ovalbahn der Umgestaltung des Sportgeländes an der Ingolstädter Straße kurz vor der Gartenschau zum Opfer. Dabei waren die Speedwayrennen immer fest im Sportkalender verankert. Vor allem in den 1970er- und 80er-Jahren lockten zahlreiche Veranstaltungen Zehntausende an. Speedway war in Pfaffenhofen ein Höhepunkt für alle, vom eingefleischten Motorsportfan bis hin zur gewöhnlichen Familie. Geschichten aus glorreichen MSC-Zeiten - aber eben auch aus längst vergangenen Zeiten. Vergangenheit und Zukunft liegen beim Motorsportclub aktuell jedoch sehr nahe beieinander: Schließlich befindet sich das Eisstadion nur wenige hundert Meter von der früheren Ovalbahn entfernt.

Für den MSC ist es ein besonderes Ereignis, eine Hommage an frühere, erfolgreiche Tage. Aktuell versucht der Verein alles, um an diese Zeiten anzuknüpfen. Im Sommer gab es eine Rallye, zuletzt sprach sich der Stadtrat für eine Kartbahn am Kuglhof aus. Der MSC muss hier eine monatliche Pacht übernehmen, ist nach Aussage der Verantwortlichen noch auf der Suche nach Sponsoren. Speedway hat aber einen besonderen Stellenwert beim MSC, alleine aus Tradition. So soll das Rennen im Januar ein Startschuss für weitere Veranstaltungen sein: "Wir wollen es etablieren, wenn es gut läuft", sagt Konrad. Der Vorsitzende saß selbst früher auf dem Motorrad und driftete auf dem Sand, er und Wallenäffer sind glühende Motorsportfans. Die Begeisterung ist zu spüren. "Es geht auch um die Show, in unserem engen Stadion wird das noch besser rüberkommen", ist sich Wallenäffer sicher. Vor allem in Ostdeutschland ist Eis-Speedway schon etabliert, in Bayern gibt es aktuell keine Veranstaltung. Vor vielen Jahren wurde in Memmingen auf dem Eis gefahren. "Die Motorsport- und Speedwayfans freuen sich", meint Wallenäffer. "Ich bin auch schon mehrmals darauf angesprochen worden", sagt Konrad.

Die Großveranstaltung zu Beginn des neuen Jahres stemmt der MSC nicht alleine: Der EC Pfaffenhofen als Pächter des Stadions musste sich einverstanden zeigen: "Wir sind dem Verein sehr dankbar, dass er uns hilft. Ohne den ECP geht es nicht", sagt Wallenäffer. Zunächst mussten beim ECP Zweifel ausgeräumt werden, wie der Vorsitzende Karl Oexler zugibt: "Natürlich hatten wir Bedenken." Die Motorräder fahren mit Spikes, gehen nicht gerade sanft mit dem Eis um. Vor der Veranstaltung muss eine Extra-Schicht Eis aufgebracht werden, mehrere Zentimeter dick. So werden die Eisfläche und vor allem die Linien geschützt. Außerdem werden die Drifter nicht immer auf der gleichen Linie fahren, die Bahn wird während der Veranstaltung verengt. In der Nacht wird das Eis wieder präpariert, am Sonntag soll ganz normal der öffentliche Lauf wieder stattfinden.

Ausgeräumt hat die Sorgen vor allem Ronny Weis vom MC Eisdrifters Meißen. Weis ist Veranstalter der Drift-On-Ice-Rennen in Ostdeutschland, fungiert auch in Pfaffenhofen als Ausrichter. Weis hat mehrere hochklassige Fahrer im Gepäck. Darunter auch Martin Smolinski, aktueller Langbahn-Weltmeister, sowie unter anderem Fahrer aus Tschechien, den USA und Dänemark.

Oexler erinnert sich an die früheren Speedway-Rennen: "Ich war als Kind immer gerne dabei. Ich bin mir sicher, dass viel los sein wird." Auch der MSC hofft auf ein volles Haus, Bis zu 1400 Karten sollen in den Verkauf gehen: "Ich denke, dass das Eisstadion erstmals bei einem sportlichen Wettkampf ausverkauft sein wird", sagt Konrad. Natürlich soll es ein Rahmenprogramm geben, im Fokus wird aber die Action auf dem Eis stehen. Ab 18 Uhr geht es zwei Stunden hoch her. Die Motorräder gehen mit leichten Modifizierungen - Spikes und speziellen Kotflügeln - an den Start. Derart hohe Geschwindigkeiten wie früher auf dem Sand werden nicht erreicht. "Zwischen 30 und 40 Stundenkilometern ist die Höchstgeschwindigkeit", erklärt Konrad. Die Show sei dennoch herausragend, Gehörschutz für die Kinder empfehlenswert. Schließlich ist der Sound der Speedway-Maschinen der gleiche wie vor 30, 40 Jahren.

Und dass dieser immer noch die Massen begeistert, zeigte sich Ende Januar: Damals bot Weis den Verantwortlichen des MSC, des ECP und Bürgermeister Thomas Herker eine kleine Kostprobe. Wallenäffer erinnert sich: "Das war so laut, da sind gleich Passanten gekommen und haben sich gewundert. Sie hätten da etwas gehört und wollten mal sehen." Speedway zieht die Pfaffenhofener eben in den Bann - damals wie heute.
 

Vorverkauf

Karten für das Drift-on-Ice-Rennen am 5. Januar (18 Uhr) im Pfaffenhofener Eisstadion gibt es ab 9. November bei allen Heimspielen des EC Pfaffenhofen sowie immer beim öffentlichen Lauf im Eisstadion. Erwachsene zahlen 16, Kinder neun Euro.  kvr

Kevin Reichelt
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