Sonntag, 19. August 2018
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Tobias Mayer ist in Frankreich gestrandet, sein Kameramann mit der Ausrüstung durchgebrannt

"Cannes-Reise wurde zum Höllentrip"

Pfaffenhofen
erstellt am 22.05.2012 um 18:11 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:41 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Die spendenfinanzierte Mission des Pfaffenhofener Schauspielers Tobias Mayer, nach Cannes zu reisen, ist völlig außer Kontrolle geraten: „Die Reise nach Cannes ist zum Höllentrip geworden“, berichtet Mayer, von dem es gestern nach mehreren Tagen wieder ein Lebenszeichen gab.
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Pfaffenhofen: "Cannes-Reise wurde zum Höllentrip"
Seine Hauptrolle als Wehrmachtsoffizier in einem französischen Kriegsfilm hat Tobias Mayer (rechts) mit einem Cannes-Besuch krönen wollen, wo der Streifen bei den Filmfestspielen gezeigt wird. Doch an der Côte d’Azur erlitt der Pfaffenhofener einen herben Rückschlag – eine unglaubliche Geschichte - Foto: Jonathan Sirvins
Pfaffenhofen
Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine unglaubliche Geschichte. Mancher wird jetzt vielleicht sagen „Das war ja klar“ oder „Das glaubt er doch selber nicht“. Aber für Mayer ist es ein Desaster. „Ohne Scherz und ohne Roadtrip-Fiktion“, beteuert Mayer: „Nachdem wir einiges gedreht hatten, hat sich mein Kameramann mit einer Tramperin, die wir auf dem Weg nach Cannes mitgenommen hatten, und dem Wagen aus dem Staub gemacht.“

Der Spaßmacher Mayer ist vor eineinhalb Wochen eher planlos mit einem geliehenen Kleinbus und unterstützt durch Spenden Pfaffenhofener Bürger und Unternehmer an die Côte d’Azur aufgebrochen, um sich bei den Internationalen Filmfestspielen einzuschleichen. Dort wird nämlich der französische Kurzfilm „Bir-Hakeim“ gezeigt, in dem der Schauspieler die Hauptrolle eines Wehrmachtsoffiziers spielt (PK berichtete). Über seine verrückte Reise wollte er ein Roadmovie drehen – und das dürfte nun eine haarsträubende Episode mehr bekommen.

„Ich bin pleite, beklaut worden und sitze in Cannes – einer der teuersten Städte der Welt“, erzählt Mayer unserer Zeitung von seiner verhängnisvollen Situation. Seine Habseligkeiten sowie der Bus und seine komplette Filmausrüstung seien auf einen Schlag weg gewesen, als sein Kompagnon durchgebrannt ist. Erst im Laufe des Trips habe sich gezeigt, dass jener „völlig außer Kontrolle“ sei. Da ist sogar dem Komiker Mayer, der sonst für jeden Kalauer zu haben ist, das Lachen im Hals stecken geblieben: „Das war nicht mehr lustig und völlig irrsinnig.“

Mancher, der Mayers Reise im Internet verfolgt, hat sich vielleicht schon gefragt, warum es ein paar Tage keinen Videoclip des Pfaffenhofeners mehr zu sehen gab. „Ich hatte einige Tage keine Möglichkeit zu drehen“, erklärt dieser. Untergekommen sei er bei Bekannten, vom „Bir-Hakeim“-Dreh, die ihm aus der Patsche helfen.

„Ich muss mich an dieser Stelle bei all meinen Unterstützern entschuldigen und für die Geduld bedanken“, schreibt der Schauspieler in seinem jüngsten Interneteintrag. „Jetzt kann ich wieder arbeiten und es folgen neue Clips – sofern so etwas nicht noch einmal passiert.“

Nachdem die französische Polizei eingeschalten worden sei, habe er Bus und Equipment inzwischen fast vollständig zurückbekommen – bis auf ein Fahrrad, das verschwunden geblieben sei. Auch von seinem Weggefährten, den er vor der Reise nur flüchtig gekannt habe, fehle jede Spur, berichtet Mayer. Er habe lediglich nach drei Tagen den Kleinbus zurückgebracht. Zwar heil, aber im Innern in verheerendem Zustand – die Ausrüstung sei teilweise mit Benzin übergossen worden.

Von Michael Kraus
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