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370 Kilometer lange Ethylen-Fernleitung Ludwigshafen - Münchsmünster läuft derzeit im Probebetrieb

Pipeline zwei Wochen lang befüllt

Münchsmünster
erstellt am 13.09.2012 um 19:36 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:43 Uhr | x gelesen
Münchsmünster (PK) Der Spatenstich ist im September 2007 in Gaimersheim erfolgt, der letzte Rechtsstreit wurde Ende März 2012 gewonnen. Nun läuft die Rohrleitung zwischen Münchsmünster und Ludwigshafen im Probebetrieb, ehe bald Betriebe in Südostbayern mit Ethylen versorgt werden.
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Münchsmünster: Pipeline zwei Wochen lang befüllt
Langwierige Arbeit: Die Verlegung der Pipeline-Rohre ist nun abgeschlossen, zu sehen sind sie nach der Rekultivierung nicht - Foto: oh
Münchsmünster
„Die Pipeline ist fertig“, bestätigt Erwin Fellner, Pressesprecher des Betreibers Ethylen-Pipeline Süd (EPS). „Die 370 Kilometer lange Leitung ist befüllt, was übrigens zwei Wochen gedauert hat.“ Wann der Probebetrieb in den „normalen“ übergeht, steht bislang nicht fest: „Davor gibt es noch Tests, vielleicht noch kleine Verbesserungen in Bezug auf die Effizienz. Am Ende kommen wohl auch die Techniker noch einmal zu Wort“, erläutert Fellner und vergleicht di momentane Phase mit der Probefahrt eines neuen Automobils: „Das wird auch erst ordentlich gecheckt.“

Rund 220 Millionen Euro hat die Rohrleitung gekostet, 45 Millionen davon gab es als Zuschuss vom Freistaat Bayern. Die Pipeline, in der das Ethylen übrigens in beide Richtungen gepumpt werden kann, liegt unter der Erde, ist also nicht zu sehen. Fellner: „Die Flächen wurden alle rekultiviert, außer den orangefarbenen Stationsschildern für die Kontrolle der Leitung aus der Luft sieht man nichts.“

Mit der Fertigstellung dieses Rohrabschnitts entsteht ein länderübergreifendes Netz. Denn die neue Fernleitung wird an bestehende Systeme angeschlossen und verbindet das „bayerische Chemie-Dreieck“ (Fellner) mit Nordwest- und Osteuropa. Die 370-Kilometer-Leitung ist somit zugleich Verbindungsbaustein und wichtiger Teil eines zukünftigen gesamteuropäischen, geschlossenen Ethylen-Pipeline-Netzes. Vor der neuen Pipeline, zu der es 2001 erste Gedanken und Gespräche gab, kam Südbayern – die Versorgung mit Ethylen betreffend – einer Insellage gleich: „Da gab es nichts, Ethylen wurde auch nicht per Lkw transportiert, da es zu gefährlich wäre“, so Fellner. „Es existierte bislang nur eine Pipeline, die Gendorf/Burghausen mit Münchsmünster verband. Die neue Leitung bindet die in Bayern ansässigen Ethylen-Verbraucher an den Ethylen-Verbund in Nordwest-Europa an und kann durchaus Wettbewerbsvorteile schaffen.

12 000 Unterschriften standen zwischen den ersten Gedankenspielen und der endgültigen Realisierung. Letzte juristische Streitigkeiten im schwäbischen Raum sind beendet: „Wir haben die Pipeline entsprechend dem Stand der Technik gebaut und gewährleisten einen sicheren und umweltgerechten Transport von Ethylen“, verspricht EPS-Geschäftsführer Werner Döhler.

Die Realisierung des Pipeline-Projekts hatte direkte Auswirkungen auf die Basell Polyolefine GmbH in Münchsmünster, deren Werk nach einer Explosion im Dezember 2005 wieder aufgebaut worden war: Basell versprach eine erhöhte Produktionskapazität und sich selber einen Wettbewerbsvorteil.

 

Von Oliver Konze
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