Dienstag, 23. Oktober 2018
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Mit Humor, aber auch viel Tiefsinn

Hettenshausen
erstellt am 12.10.2018 um 18:14 Uhr
aktualisiert am 15.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hettenshausen (eec) Gleich zu Beginn stellt der Weiherer am Donnerstagabend von der Ilmbrettl-Kleinkunstbühne im Schrätzenstaller eine Frage an das Publikum: "Von wo kommt´s ihr denn her?
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Der Weiherer übermittelt seine Botschaften in einem ungezügelten Redeschwall.
Der Weiherer übermittelt seine Botschaften in einem ungezügelten Redeschwall.
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Hettenshausen
Direkt aus Hettenshausen oder von auswärts? " Nachdem die Mehrheit der Besucher "von auswärts" war, sinniert Christoph Weiherer darüber, ob er dann nicht besser gleich "auswärts" hätte spielen sollen, anstatt in Hettenshausen aufzutreten.

Der Weiherer hat den Saal vom Start weg im Griff. Kein Wunder, seine Liedtexte sind stark, seine Erzählungen zeugen von Tiefsinnigkeit, geben Eindrücke aus dem realen Leben wieder - aber immer mit der nötigen Spur Humor. Weiherer erzählt, dass er schon als Songwriter, Musikkabarettist, Liedermacher bis hin zu Nörgelbarde, niederbayerischer Brutalpoet oder "25441-Kasperl" eingestuft worden sei. Ihn in die Kategorie der Volkssänger einzureihen, könnte in etwa zutreffen.

Eine in Bayern federführende Partei, natürlich auch in Berlin vertreten, bekommt bei seinem Auftritt ordentlich ihr Fett weg. Sein Haupt-Feindbild ist aber Alexander Dobrindt, bei dem er nah an oder vielleicht auch über die Beleidigungsgrenze geht. In Hettenshausen trat der Weiherer solo auf, sonst ist er oft auch mit Band unterwegs und nennt sich dann schon mal "Weiherer und die Dobrindts". Man habe auch schon darüber nachgedacht, mal als "Weiherer und die Zeugen Seehofers" aufzutreten, erzählt er.

Weiherer, der sich selbst als "Helene Fischer des Kabaretts" bezeichnet, bringt natürlich auch seine bekannteste Geschichte mit der Postleitzahl 25541 von Brunsbüttel, die ihn deutschlandweit bekannt machte. Brunsbüttel zog sich wie ein roter Faden durch einen Teil des Programms, auch Fanartikel wie umweltfreundliche "Bio-Brunsbeutel", "Brunsbecher" oder "25441-Shirts" sorgten für viele Lacher. Seine speziell kreierten Fliesen, die "Brunskacheln" waren freilich schon ausverkauft.

Trotz all seiner spaßigen Geschichten, der Weiherer meint schon auch manches sehr ernst: So zum Beispiel seine deutliche Aufforderung, politisches Interesse zu zeigen und mehr Umweltbewusstsein zu leben. Mit Gitarre, Mundharmonika und seiner ganz besonderen Stimme übermittelte er den Besuchern seine Botschaften in einem ungezügeltem Redeschwall mit Herz, Gefühl, Komik und auch einer Prise Wut. Abschließend wies er auf die Bedeutung regionaler Kleinkunst hin, die nicht hoch genug eingeschätzt werden könne.


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